Arbeitsmarkt Job-Einbruch reißt riesige Löcher in die Sozialkassen

Arbeitsagentur: Zunahme der Joblosen gefährdet die Sozialkassen
ddp

Arbeitsagentur: Zunahme der Joblosen gefährdet die Sozialkassen

Von

2. Teil: Arbeitslosenversicherung - der Staat muss Milliarden zuschießen


Die Kurzarbeit boomt, die Zahl der Menschen ohne Job steigt, und der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung ist auf einem Rekordtief: Die Bundesagentur für Arbeit muss derzeit mit massiven finanziellen Einbußen zurecht kommen - und hat ihren Haushaltsplan daher bereits zweimal in diesem Jahr angepasst. So rechnet die Behörde inzwischen mit einem Defizit von 16 Milliarden Euro. Das bedeutet: Die Reserven, die sich die Bundesagentur für Arbeit in den vergangenen drei Jahren anlegen konnte, werden bis Ende des Jahres fast vollständig aufgezehrt sein. Für das kommende Jahr geht die Behörde von einem noch höheren Minus aus. Den Schätzungen zufolge dürfte es dann bei 20 Milliarden Euro liegen.

"Die Arbeitslosenversicherung muss den größten Brocken schlucken", sagt denn auch Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen. Ursache ist, dass die Arbeitslosigkeit ein sogenannter nachlaufender Indikator ist. Denn anders als in anderen Bereichen schlagen Krisen auf den Erwerbsmarkt erst mit zeitlichem Verzug durch - und damit aller Wahrscheinlichkeit nach in den kommenden Monaten. So könnte nach Schätzungen der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute die Zahl der Arbeitslosen bis Ende 2010 auf bis zu fünf Millionen steigen. Das wären immerhin 1,5 Millionen Menschen mehr als heute, die statt Beiträge zu zahlen selbst auf Hilfe angewiesen sind. Und das Geld, das der Bundesagentur für Arbeit dadurch verloren geht, muss der Staat zumindest vorübergehend ausgleichen - mit Steuergeldern.

Experte Raffelhüschen rechnet daher fest damit, dass die direkten Belastungen wie etwa Lohnnebenkosten wieder kräftig steigen werden. "Beitragssätze von mehr als vier Prozent sind in der Arbeitslosenversicherung angesichts der strukturellen Erwerbslosigkeit unausweichlich", sagt er. Zwar hat die Große Koalition den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung bis Ende 2010 auf 2,8 Prozent gesetzlich festgeschrieben, aber "in Stein gemeißelt ist er nicht", sagt der Experte.

insgesamt 640 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Bulgakow, 13.07.2009
1.
Zitat von sysopDie Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist gestiegen. Bekommt der Erwerbsmarkt jetzt die volle Wucht der Krise zu spüren?
Ich selbst spüre die Krise eigentlich überhaupt nicht negativ. Vieles ist billiger als bisher. Dummerweise natürlich auch die Zinsen, finde das aber nicht wirklich schlimm.
Sisko82, 13.07.2009
2. gar nicht
also mich betrifft es garnicht da ich einen krisensicheren Job vor einem Jahr gewechselt habe als die Zeiten noch "besser" waren. Was auch ich positiv finde sind die momentanen Preissenkungen die diese "Krise" mit sich bringt. Vielleicht liegt es einfach nur daran das ich in München wohne aber alle meine Freunde haben noch Arbeit. Natürlich kann man sich nur schwer in diesen Zeiten verbessern bzw. sich einen anderen Job suchen. Nichts destotrotz glaube ich das viele Betriebe diese Krise ausnutzen um Geld zu sparen in Form von Kurzarbeit etc... Ich kenne zwei Betriebe denen es wirtschaftlich gut geht aber die auf staatlich subventionierte Kurzarbeit umgestellt haben. Seitdem schieben die Mitarbeiterinnen die ich dort kenne extrem viele "Überstunden". So genug zum Thema. Als Fazit kann ich sagen mir geht es besser denn je weswegen ich all diese Worte auch in "" gesetzt habe. Es ist ja sozusagen keine Krise sondern das Verschulden einiger weniger profitgeiler Banker und es geht genau so weiter wie vorher. Einen schönen Start in den Tag wünscht Sisko82
hypnos 13.07.2009
3. Wer krank ist, fliegt
Zitat von sysopDie Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist gestiegen. Bekommt der Erwerbsmarkt jetzt die volle Wucht der Krise zu spüren?
Wer krank ist, fliegt! So einfache Regeln herrschen im prekären Bereich vor. Und das Schlimme: es stimmt! Wenn sich eine Seuche in D rasch verbreitet, dann über solche Firmen.
alsterperle 13.07.2009
4. Traurig, aber wahr
Ich kann keinen gelben Schein mehr abgeben, ich bin vor 2 Wochen weggespart worden und rausgeflogen.Konjunkturerholung? Ein Witz! In die Arbeitslosenstatistik haue ich erst jetzt am Juli rein, so wie sicher viele andere auch, die im März ihre Kündigung erhielten und eine dreimonatige Kündigungsfrist hatten ....
cosifantutte 13.07.2009
5. Krisenkurse
Zitat von sysopDie Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist gestiegen. Bekommt der Erwerbsmarkt jetzt die volle Wucht der Krise zu spüren?
Spüre die Krise dadurch, dass die Aktienkurse recht niedrig sind. Sollten die Höchststände von Ende 2007 wieder erreicht werden, spüre ich die Krise nicht mehr. cosifantutte.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.