Neue Jobs Zahl der Arbeitslosen sinkt auf Jahrestief

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober um 48.000 auf 2.801.000 gesunken. Das ist ein Rekordtief für 2013. Allerdings ist die Herbstbelebung schwächer als im vergangenen Jahr. Die Politik hofft nun auf einen kräftigen Aufschwung 2014.

Audi-Werk in Neckarsulm: Arbeitslosenzahl auf Jahrestief
REUTERS

Audi-Werk in Neckarsulm: Arbeitslosenzahl auf Jahrestief


Berlin - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober auf den niedrigsten Stand seit knapp einem Jahr gesunken. Sie fiel auf 2,801 Millionen - das sind 48.000 weniger als im September, aber 48.000 mehr als im Oktober 2012, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mitteilte.

Die Herbstbelebung sei diesmal schwächer als üblich ausgefallen, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Daher habe es nur einen moderaten Rückgang gegeben. Die Arbeitslosenquote sank im Monatsvergleich von 6,6 auf 6,5 Prozent. Weise sieht derzeit keine Dynamik am deutschen Arbeitsmarkt. Beschäftigte hätten zwar ein geringes Risiko, ihre Arbeit zu verlieren. Doch "gleichzeitig sind die Vermittlungschancen für Arbeitslose geringer geworden", sagte der BA-Chef. Ein stabiler Arbeitsmarkt sei zwar gut. "Aber ein dynamischer Arbeitsmarkt muss unser Ziel sein."

Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosenzahl sogar um 2000 auf 2,973 Millionen. Dieser Trend dürfte vorerst weitergehen. Erst vor wenigen Tagen hatten die Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) prognostiziert, dass es bis zum Jahresanfang 2014 nur wenig Bewegung auf dem deutschen Arbeitsmarkt geben werde. Nach Abzug von Saisoneinflüssen werde die Arbeitslosigkeit sogar leicht steigen.

Grund ist die mäßige Konjunkturentwicklung. Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kommt die Wirtschaft nur langsam in Schwung. Für das dritte Quartal rechnen die Forscher mit einem Wachstum von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, im vierten Quartal soll es noch einmal um 0,4 Prozent nach oben gehen. Gegenüber dem Vorjahreswert wäre das dann ein Plus von 1,4 Prozent.

Die Bundesregierung hofft, dass der Aufschwung im kommenden Jahr kräftiger ausfällt. Laut ihrer Prognose soll die Wirtschaft dann um 1,7 Prozent wachsen. Die Zahl der Erwerbstätigen soll im Jahresdurchschnitt auf über 42 Millionen steigen. Im September wurde diese Marke erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik geknackt. Die Erwerbstätigenzahl erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 250.000, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist ähnlich optimistisch wie die Regierung. "Wir rechnen im kommenden Jahr mit 250.000 neuen Jobs", sagte DIHK-Chefvolkswirt Alexander Schumann. "Grund ist die gute Konjunktur." Das Wirtschaftswachstum wird auch dem DIHK zufolge im kommenden Jahr bei 1,7 Prozent liegen, nach 0,5 Prozent in diesem Jahr.

tok/stk/dpa/Reuters



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insgesamt 102 Beiträge
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Seite 1
oannad 30.10.2013
1.
Das ist ja schön! Hier kommt ein gedachtes Herzchen und Danke hin! Nur noch 2,8 Millionen ohne Arbeit! Ach die in Maßnahmen stecken, die alten ab 58 Jahre, die Hartz IV Leute lassen wir mal weg, die sind sowieso nicht mehr brauchbar. Was hat sich verändert außer das die Einstiegslöhne sinken und in absehbarer Zeit das geforderte niveau der tollen SPD von 8,50 Euro erreichen. Wer soll das noch GLAUBEN?
querdenker90 30.10.2013
2.
Die Frage ist wer da alles rausgerechnet wurde. Ist ja keine tatsächliche Zahl. Bsp: 5000 waren Krankgeschrieben -> 5000 weniger Arbeitslose. Fann nich Werjsverträge und Leiharbeiter weg die trotz arbeit den Staat immer noch Geld kosten. Leute die in Altersteilzeit wären werden soweit ich weiß auch noch rausgerechnet. BEJ oder wie diese Schulen jetzt heißen die unter dem Strich auch nichts anderes machen als Jugendliche von der Statistik fernzuhalten und dann haben wir hier ganz andere Zahlen. Aber ist wie beim Armutsbericht. Wenn die Wirklichkeit nicht schön ist muss es halt ser Bericht sein.
oldtimerfan 30.10.2013
3. Die Zahlen......
stimmen doch wirklich nicht. Arbeitslose, die älter oder krank und nicht mehr vermittelbar sind, verschwinden aus der Statistik. Geschätzte 10 Mio, Arbeitnehmer, denen Hartz 4 zusteht beantragen aus Scheu oder Frust die Leistungen nicht. Das sind für mich auch Arbeitslose. Wer nur einen 400,- Euro Job hat und bei der Arge eine Stelle auf Vollzeit sucht, ist ebenfalls nicht in der Statistik. Berichten Sie lieber über die wachsende Armut dieser Menschen im reichen Deutschland dessen unfähige Politiker das so per Gesetz beschlossen haben und den Unsinn auch noch schön reden: STAATLICH VERORDNETE ARMUT !
peter.stein 30.10.2013
4. Oh Gott
gleich geht es wieder los: Statistik geschönt, überall nur Leiharbeit und Aufstocker, prekäre Arbeitsverhältnisse sind die Regel und nicht die Ausnahme usw. Falls ich noch was vergessen habe, um diese Meldung schlecht zu reden, finden sich bestimmt genug Beiträge, die das ergänzen. Wenn ich so etwas lese, denke ich mir: es geht sicherlich nicht allen gut, aber im Vergleich zu anderen Ländern, geht es uns in Deutschland doch verdammt gut.
Liberalitärer 30.10.2013
5. Arbeitlsosigkeit steigt
Zitat von oannadDas ist ja schön! Hier kommt ein gedachtes Herzchen und Danke hin! Nur noch 2,8 Millionen ohne Arbeit! Ach die in Maßnahmen stecken, die alten ab 58 Jahre, die Hartz IV Leute lassen wir mal weg, die sind sowieso nicht mehr brauchbar. Was hat sich verändert außer das die Einstiegslöhne sinken und in absehbarer Zeit das geforderte niveau der tollen SPD von 8,50 Euro erreichen. Wer soll das noch GLAUBEN?
Ich, allerdings ist die Arbeitslosigkeit eben gestiegen. "German jobless total rises German unemployment has jumped by 1.4% since last year, according to data from the Federal Statistics Office." Quelle: Guardian Es wäre schön, wenn die deutsche Presse insgesamt mal mehr auf ihre Überschriften achten würde. " to rise" wird nicht mit fallen übersetzt. Man muss die Berichte schon mit der Lupe durchsuchen, um diese Feinheiten zu finden. Das kann es nicht sein und ist einer "kritischen" Presse unwürdig.
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