Arbeitsmarkt Zahl der atypisch Beschäftigten leicht gestiegen

Minijob, Teilzeit, Zeitarbeit: Im Jahr 2017 gab es etwas mehr sogenannte atypische Beschäftigungsverhältnisse. Besonders Frauen fallen oft in eine der Kategorien.

Verkäuferin in Frankfurt (Oder)
DPA

Verkäuferin in Frankfurt (Oder)


Die Zahl der atypisch Beschäftigten ist im vergangenen Jahr um 63.000 Personen leicht gestiegen. Sie lag damit bei rund 7,7 Millionen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Frauen sind demnach mit 30,5 Prozent wesentlich öfter atypisch beschäftigt als Männer (zwölf Prozent). Insgesamt blieb der Anteil der atypisch Beschäftigter an allen Erwerbstätigen mit 20,8 Prozent nahezu unverändert. Das hängt damit zusammen, dass auch die Zahl der Erwerbstätigen insgesamt 2017 gestiegen ist.

Unter atypischer Beschäftigung werden alle abhängigen Beschäftigungsverhältnisse verstanden, die eines oder mehrere der folgenden Merkmale aufweisen:

  • Befristung
  • Teilzeitbeschäftigung mit 20 oder weniger Stunden
  • Zeitarbeitsverhältnis
  • geringfügige Beschäftigung.

Der Anteil der Beschäftigten mit einem befristeten Arbeitsvertrag betrug laut Statistik im vergangenen Jahr 6,9 Prozent an den sogenannten Kernerwerbstätigen - das sind alle Erwerbstätigen von 15 bis 64 Jahren, die nicht in Ausbildung, Bildung oder im Freiwilligendienst sind.

Eine Teilzeitbeschäftigung mit bis zu 20 Wochenstunden hatten den Zahlen nach knapp 13 Prozent der Erwerbstätigen. Geringfügig beschäftigt waren knapp sechs Prozent, in Zeitarbeit 2,5 Prozent. Die Anteile der einzelnen Beschäftigungsverhältnisse lassen sich nicht zur Gesamtzahl der atypisch Beschäftigten aufsummieren, da sich die Gruppen überschneiden.

Im Jahr 2016 war die Zahl der atypisch Beschäftigten um 121.000 Personen gestiegen. Damals lag ihr Anteil an allen Erwerbstätigen bei 20,7 Prozent.

Die Zahlen sind das Ergebnis des jährlichen Mikrozensus. Bei der Stichprobenerhebung wird etwa ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt. Die Auskunft zur Zeitarbeit wurde im Jahr 2017 von einer freiwilligen Auskunft auf eine Auskunftspflicht umgestellt. Die Vergleichbarkeit mit den Vorjahren ist daher in diesem Punkt eingeschränkt.

Bereits seit einigen Jahren ist der Anstieg der atypischen Beschäftigung nicht mehr mit dem Abbau von regulären Arbeitsplätzen verbunden. Beschäftigungen in Teilzeitstellen, Minijobs oder Leiharbeit ersetzen also keine Normalarbeitsverhältnisse, hatte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung im vergangenen Jahr mitgeteilt.

ire/AFP



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