Arbeitsmarkt Gute Konjunktur - Zahl der Erwerbstätigen erreicht neuen Höchststand

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt gab es seit der Einheit noch nie so viele Erwerbstätige: Mehr als 44 Millionen Menschen. Die Zahl stieg auch saisonbereinigt - einem Sektor sei dank.

Baukräne in Berlin
DPA

Baukräne in Berlin


Der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt setzt sich fort: Im zweiten Quartal 2017 ist die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland auf 44,2 Millionen gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entsprach dies einem Plus von 664.000 (+ 1,5 Prozent), im Vergleich zum ersten Quartal 2017 einem Plus von 475.000 (+ 1,1 Prozent), wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Zum Anstieg trug demnach vor allem die saisonal übliche Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt bei. Der Anstieg sei 2017 aber auch stärker als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre gewesen. Auch ohne die üblichen jahreszeitlichen Schwankungen durch etwa vermehrte Arbeitsplätze im Baugewerbe oder der Gastronomie, nahm die Erwerbstätigkeit der Behörde zufolge im Vergleich zum Vorquartal zu - um 0,3 Prozent.

Für den Anstieg macht das Bundesamt auf Basis seiner vorläufigen Berechnungen die zunehmende Beschäftigung im Dienstleistungssektor verantwortlich. Die größten Gewinne hatten demnach die Bereiche öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit mit einem Plus von 224.000 Erwerbstätigen (+ 2,1 Prozent), gefolgt von 153.000 mehr Unternehmensdienstleistern (+ 2,6 %) sowie der Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit + 130.000 (+ 1,3 %).

Bereits im ersten Quartal hatte die gute Konjunktur für Rekorde am deutschen Arbeitsmarkt gesorgt. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg gemessen am Vorjahreszeitraum um 638.000 auf 43,7 Millionen.

Unter den Erwerbstätigen gibt es laut Bundesamt immer mehr Arbeitnehmer. Ihre Zahl stieg im zweiten Quartal 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 690.000 (+ 1,8 %) auf 39,9 Millionen, darunter sind auch wieder mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Die Zahl der Selbstständigen und helfenden Familienangehörigen sank den Statistikern zufolge dagegen um 0,6 Prozent auf 4,3 Millionen.

Die vorhandene Arbeit, das so genannte gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, ging derweil im zweiten Quartal unter anderem wegen der späten Osterfeiertage leicht von 15,3 Milliarden Stunden im ersten Quartal 2017 auf 14,2 Milliarden Stunden zurück. Nach den Berechnungen arbeitete jeder Erwerbstätige in dieser Zeit im Schnitt 321,2 Stunden - 28 Stunden weniger als in den ersten drei Monaten des Jahres.

apr/dpa-AFX



insgesamt 192 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dennis_berber 17.08.2017
1. Und wieviele Vollzeitjobs wurden geschaffen?
Der Aufschwung in den letzten Jahren resultierte doch mehrheitlich aus Jobs in Teilzeit oder atypischer Beschäftigung. Wir haben in letzten 15 Jahren keinen Zuwachs im Bereich der Vollzeitbeschäftigung. Im Gegenteil, in der Hochphase der Hartz IV Gesetze haben wir zwei millionen Vollzeitjobs verloren. Diese konnten bis heute noch nicht ganze wiederhergestellt werden. Das was sich in der gleichen Zeit aber mehr als verdoppelt hat, sind Teilzeitjobs, von denen niemand leben kan. https://www.finwir.de/wirtschaft/arbeitsmarkt-vollbeschaeftigung-durch-statistik/
Nordstadtbewohner 17.08.2017
2. Fakten statt Behauptungen
Zitat von dennis_berberDer Aufschwung in den letzten Jahren resultierte doch mehrheitlich aus Jobs in Teilzeit oder atypischer Beschäftigung. Wir haben in letzten 15 Jahren keinen Zuwachs im Bereich der Vollzeitbeschäftigung. Im Gegenteil, in der Hochphase der Hartz IV Gesetze haben wir zwei millionen Vollzeitjobs verloren. Diese konnten bis heute noch nicht ganze wiederhergestellt werden. Das was sich in der gleichen Zeit aber mehr als verdoppelt hat, sind Teilzeitjobs, von denen niemand leben kan. https://www.finwir.de/wirtschaft/arbeitsmarkt-vollbeschaeftigung-durch-statistik/
Ihr Kommentar zeigt, dass Sie nicht ausreichend informiert sind: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitsmarkt-mehr-atypisch-beschaeftigte-doch-noch-mehr-neue-regulaere-jobs-a-1163055.html Der Arbeitsmarkt brummt und die Menschen können sich ihre Art der Beschäftigung (Vollzeit oder Teilzeit) nach Belieben aussuchen. Überall gibt es offene Stellen bei gleichzeitiger Vollbeschäftigung. So gute Bedingungen hatten Arbeitnehmer schon lange nicht mehr. Also weniger jammern und sich einen Arbeitsplatz suchen!
sirlanzelotte 17.08.2017
3. Trotz Arbeit herrscht Unzufriedenheit
https://www.welt.de/wirtschaft/article167728851/Was-in-Deutschland-fuer-Arbeitnehmer-falsch-laeuft.html
Det_onator 17.08.2017
4. Eine Milchmädchenrechnung, die sich bald bitter rächen wird!
Bereiche öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit mit einem Plus von 224.000 Erwerbstätigen (+ 2,1 Prozent), gefolgt von 153.000 mehr Unternehmensdienstleistern (+ 2,6 %) sowie der Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit + 130.000 (+ 1,3 %). Alles Bereiche, in denen schlecht bis sehr schlecht bezahlt wird und die zu verrichtende Arbeit hart ist, oft auch im 3-Schicht-Betrieb / Wochenend- und Feiertagsarbeit. Unternehmensdienstleister sind Leiharbeitsfirmen, die keine nachhaltigen gutbezahlten Arbeitsplätze schaffen, sondern nur die Arbeitskraft der Jobsuchenden für ihre Gewinnmaximierung ausnutzen. Handel, Verkehr und Gastgewerbe die gleiche Situation, auch dort miese schelchtbeuzahlte Jobs fürs Dienstleistungsprekariat. Die Agendaploitik und das LOhndumping der letzten 20 Jahre wird sich zukünftig bitter rächen, wenn Millionen Armutsrentnern auf die Barrikaden gehen werden. Dazu kommen die Jungen, die sich nicht mehr länger als Melkkuh der Politik ebenfalls wehren werden. Nein, auch die Pensionen der Staatsdiener sind dann nicht mehr sicher, wenn es zukünftig zum Aufstand der Alten und dfer Jungen kommen wird. Diese Entwicklungen sind absehbar. Dagegen hilftz auch keine längere Lebensarbeitszeit, weil es keine auskommlichen Jobs für die 50+ gibt. Arbeitssuchende Nichtakademiker Ü50 haben heute schon verloren, jetzt arm und im Alter arm. Es wird knallen, dass ist so sicher wie das Amen in der Kirche!
nic 17.08.2017
5.
Zitat von dennis_berberDer Aufschwung in den letzten Jahren resultierte doch mehrheitlich aus Jobs in Teilzeit oder atypischer Beschäftigung. Wir haben in letzten 15 Jahren keinen Zuwachs im Bereich der Vollzeitbeschäftigung. Im Gegenteil, in der Hochphase der Hartz IV Gesetze haben wir zwei millionen Vollzeitjobs verloren. Diese konnten bis heute noch nicht ganze wiederhergestellt werden. Das was sich in der gleichen Zeit aber mehr als verdoppelt hat, sind Teilzeitjobs, von denen niemand leben kan. https://www.finwir.de/wirtschaft/arbeitsmarkt-vollbeschaeftigung-durch-statistik/
Und die Zahl der Leiharbeiter steigt stetig. Letztendlich sagt der Artikel absolut nichts aus bzw. man weiß eben nicht was eigentlich Sache ist.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.