Arbeitsmarkt Zahl der offenen Stellen erreicht Rekordniveau

Handelsstreit mit den USA, Brexit und Autoindustrie in Aufruhr - kein Wunder, dass die Konjunktur leidet. Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist aber sehr robust.

Agentur für Arbeit in Wiesbaden
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Agentur für Arbeit in Wiesbaden


Trotz der Konjunkturschwäche zum Jahresende ist die Zahl offener Stellen in Deutschland auf ein Rekordhoch von 1,46 Millionen gestiegen. Das geht aus der nun vom IAB-Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit für das Schlussquartal 2018 veröffentlichten vierteljährlichen Stellenerhebung hervor.

"Die Personalnachfrage ist deutlich gestiegen", sagte IAB-Arbeitsmarktforscher Alexander Kubis. Im Vergleich zum dritten Quartal habe das Stellenangebot um 221.000 zugelegt, im Jahresvergleich um 275.000. "Erstmals kommen auf 150 Arbeitslose rund 100 offene Stellen", sagte Kubis. Im Jahr zuvor gab es noch gut doppelt so viele Arbeitslose wie unbesetzte Arbeitsplätze.

Deutschland war in der zweiten Hälfte 2018 nur knapp einer Rezession entgangen. Volkswirte sprechen davon nach zwei Quartalen auf wirtschaftlichem Schrumpfkurs. Im Schlussquartal hatte das Wirtschaftswachstum stagniert, nach einem Rückgang um 0,2 Prozent im Quartal davor.

Der Arbeitsmarkt reagiert aber robuster auf konjunkturelle Schwankungen als in früheren Zeiten. "Statt von der Konjunktur wird der Aufwärtstrend der Beschäftigung vor allem von Faktoren wie dem Wachstum des Dienstleistungsbereichs - etwa bei Pflege, Erziehung und Unternehmensdienstleistern - sowie der hohen Zuwanderung gestützt", hatte IAB-Experte Enzo Weber jüngst an anderer Stelle gesagt. Die Verknappung von Arbeitskräften führe auch dazu, dass sich Betriebe Beschäftigte auch unabhängig von der jeweiligen konjunkturellen Lage sicherten.

mik/Reuters



insgesamt 64 Beiträge
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max-mustermann 19.02.2019
1.
"Zahl der offenen Stellen erreicht Rekordniveau" Da sich bei den Löhnen und Arbeitsbedingungen in vielen der betroffenen Bereiche bis heute nicht so viel getan hatt kann der angebliche Mangel ja gar nicht so groß sein.
hpampel 19.02.2019
2. Toll
Demnach müssten ja die Löhne steigen, wenn man denn dem üblichen Marktgequatsche unserer Unternehmer glauben schenken darf. Tun sie aber nicht, warum wohl?
manicmecanic 19.02.2019
3. jaja
komisch nur denn als gut qualifizierter Facharbeiter bekommt man trotzdem keinen Job egal ob Teilzeit,stundenweise oder Minijob.Als Fehler reicht es einfach nur 40+ Jahre alt zu sein.Ich gehöre nun schon länger zu der Ausschlußgruppe,habe aber s.o. alles versucht.Die einzige Art wie die ach so flexiblen deutschen Arbeitgeber mich noch beschäftigen würden ist schwarz.Soviel zum Facharbeitermangel.
Hoberg 19.02.2019
4. Löhne steigen nicht?
selten so ein Unsinn gehört. Die Einstiegsgehälter steigen über 10% und der Mindestlohn wird in der Regel auch bei Ungebildeten um20% überschritten. Der Krankenstand ist auf Rekordwerten . Nicht überall ist Uckermark.
Armutsrentner2032 19.02.2019
5. Klar...
...wenn das auch so abläuft wie hier in NRW, wo der Fachkräfte / Arbeitermangel immer noch über Zeitarbeit / Personaldienstleistern abgewickelt wird. Gerade im Logistikbereich oder im Verkaufbereich werden Jobs geschaffen, die zu 99 Prozent nur über Zeitarbeit laufen....zu schlechten Löhnen, schlechten Arbeitsbedinungen und Arbeitsumfeld. Zitat: Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist aber sehr robust.. Der Arbeitsmarkt ist nur deshalb robust, weil wir suggeriert bekommen, das sozial ist was Arbeit schaft...egal um welchen Preis! Was für Jobs in den letzten 20 Jahren geschaffen wurden, können wir sehr gut daran erkennen, das immer mehr Menschen in die Altersgrundsicherung fallen bzw. fallen werden. Ein robuster Arbeitsmarkt muss zwingend mit auskömmlichen Gehaältern und Löhnen anfangen.
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