Arbeitsmarkt Zahl der offenen Stellen in Deutschland so hoch wie nie zuvor

1.064.000 Stellen - so viele Arbeitsplätze sind in Unternehmen bundesweit laut dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung derzeit zu besetzen. Ein Rekord.

Baustelle (in Berlin)
DPA

Baustelle (in Berlin)


In Deutschland gibt es einer Umfrage zufolge so viele offene Stellen wie noch nie. Im ersten Quartal waren es bundesweit 1,064 Millionen, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte.

Die Zahlen beruhen auf einer repräsentativen Betriebsbefragung des IAB. Das Institut untersucht viermal jährlich das gesamte Stellenangebot - also auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. Im ersten Quartal 2017 wurden demnach Antworten von annähernd 8000 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche ausgewertet.

Mit dem aktuellen Höchststand wurde der erst Ende 2016 erreichte Rekord um 9000 übertroffen. "Es gibt derzeit besonders viele freie Stellen in der Logistik und im Lagerwesen", sagte IAB-Arbeitsmarktforscher Alexander Kubis. Einen hohen Bestand meldeten auch die Baubranche und viele Dienstleister, etwa für Gesundheits- und Pflegeberufe.

In Westdeutschland waren zu Jahresbeginn 824.000 offene Stellen zu vergeben, in Ostdeutschland 240.000. Für fast zwei Drittel (64 Prozent) der Jobs wurde eine abgeschlossene Berufsausbildung als Qualifikation verlangt, für 16 Prozent ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Bei jeder fünften Stelle wurde gar keine Ausbildung vorausgesetzt. "Gerade kleine und mittlere Unternehmen suchen vor allem Fachkräfte mit einer Berufsausbildung", sagte Kubis.

Der Hauptgrund für die hohe Nachfrage ist den Arbeitsmarktforschern zufolge die gute Konjunktur. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2017 das achte Jahr in Folge wachsen. Auch die Zahl der Arbeitslosen ist im April weiter gesunken, auf den tiefsten Stand seit 1991.

nck/AFP/dpa



insgesamt 163 Beiträge
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echoanswer 09.05.2017
1. Der Grund für die offenen Stellen
ist, speziell im Osten, schnell erklärt. Die Wirtschaft will Fachkräfte mit abgeschlossenen Ausbildungen, 30 Jahre Berufserfahrung, maximal 30 Jahre alt, ohne Familie, die für Mindestlohn, ohne Überstundenabgeltung arbeiten. Dieser Fachkräftemangel ist in der Tat groß.
mobbing 09.05.2017
2. Toll, was nützt das wenn die Gehälter von vor 15 Jahren sind und Suchende keine Chance auf Einarbeitung...
bekommen?
juergenwolfgang 09.05.2017
3. tja, dann.....
.... zahlt anständige Löhne und ihr lieben AG werdet schnell Arbeitskräfte finden. Wenn man aber Dumpinglöhne zahlt dann wird's nichts... Aber immer schön weiter unken mit Arbeitskräftemangel...
optimist_mit_erfahrung 09.05.2017
4. etwas skeptisch
wurde im Rahmen dieser Untersuchung auch mal geschaut nach Befristung, Arbeitnehmer Überlassung und co? Schaue ich in die für mich relevanten Anzeigen finden sich zu 90% Verleihfirmen. Würde mich mal interessieren.
Tharsonius 09.05.2017
5. Hier SPON
euer eigener Artikel: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitslosenstatistik-so-hoch-ist-die-verdeckte-arbeitslosigkeit-a-1133354.html Hört ENDLICH auf mit den schöngerechneten Statistiken. Wir haben 3,7 Mio und nicht 2.7 Mio Arbeitslose. Kruzifix wann hört das endlich auf mit der Schönfärberei!
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