Währungskrise Argentinien führt Exportsteuern ein

Die Währung verliert an Wert, die Inflation steigt dramatisch an: Argentinien steckt tief in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Die Regierung reagiert mit neuen Steuern.

Mauricio Macri
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Mauricio Macri


Argentinien hat eine allgemeine Exportsteuer eingeführt, um das hohe Haushaltsdefizit zu decken. Nach den drastischen Wertverlusten des Peso forderte Staatschef Mauricio Macri einen Beitrag der Exporteure zur Überwindung der aktuellen Finanzkrise.

Die neuen Exportsteuern sollen rund zehn Prozent betragen. Damit will der Staat 2019 umgerechnet 6,5 Milliarden Euro zusätzlich einnehmen, das ist etwa die Hälfte des aktuellen Defizits. Die andere Hälfte soll durch Streichungen der Staatsausgaben eingespart werden, etwa durch die Entlassung von Ministern. Den Plänen zufolge steht mehr als die Hälfte der 19 Ministerien zur Disposition.

Der Grund für die Sparmaßnahmen ist die schwere Krise der argentinischen Wirtschaft und die beunruhigende Entwicklung der Inflation. Im Juli betrug sie fast 20 Prozent, bis zum Jahresende könnten es 30 Prozent sein. Die argentinische Währung hat in den vergangenen fünf Monaten mehr als 70 Prozent ihres Wertes im Wechselkurs zum US-Dollar verloren.

"Es handelt sich um eine sehr schlechte Steuer, wir befinden uns jedoch in einem Notstand", erklärte Macri. Er hatte gleich nach seiner Amtsübernahme Ende 2015 die von seiner Vorgängerin Cristina Kirchner eingeführten Exportsteuern auf Agrar- und Bergbauprodukte gestrichen, um den Export dieser Güter wieder anzukurbeln.

Macri bestätigte die Aufnahme von neuen Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), um die Finanzierung der Staatsverpflichtungen für 2019 zu sichern. Der IWF hatte dem Land bereits im Juni Hilfen in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar (43,07 Milliarden Euro) zugesagt.

Das von der Regierung für 2018 geschätzte primäre Haushaltsdefizit - also unter Ausklammerung des Schuldendienstes - beträgt 2,6 Prozent des Bruttosozialprodukts. Dieses Defizit solle 2019 ganz abgebaut werden, sagte Finanzminister Nicolás Dujovne auf einer Pressekonferenz.

bam/dpa/Reuters



insgesamt 18 Beiträge
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ambulans 03.09.2018
1. jetzt
müsste er nur noch zugeben, dass er seine macht-übernahme lediglich dem hinter-den-kulissen-wirken von paul singers hedge fond verdankt, der aus seinem billigst eingekauften schrott-investment (spon berichtete) einen "märchenhaften" profit machen wollte - deshalb geht argentinien jetzt sozusagen (macri sei dank) am stock ...
Stäffelesrutscher 03.09.2018
2.
Offenbar ist Herr Macri ein ökonomischer Dilettant, der nur eines konnte und wollte: die Lebensbedingungen für die arbeitende Bevölkerung verschlechtern.
jj2005 03.09.2018
3. Schlimm
Jetzt sind die Sozialisten kaum drei Jahre an der Macht, und Macri muss schon den Offenbarungseid leisten. Immer die gleiche alte Leier...
MyMoon 03.09.2018
4. Kommentar 3: Jj2005
Sozialisten ? Macri ist ein Politiker der konservativen Partei Propuesta Republicana (PRO) !!! Also keine Falschmeldungen verbreiten. Beweist nur das rechte und Wirtschaftshörige Politiker ein Land genauso ruinieren können wie Sozialisten in Venezuela. Oder hat es etwa etwas mit den USA zu tun das sie die Leitzinsen erhöht haben? Auf alle Fälle ist die Maßnahmen Steuern auf die eigenen Exporte zu erheben absolut kontraproduktiv. Das Land braucht Devisen und muss das Außenhandelsdefizit reduzieren. Auch wenn man auf die Türkei schimpft, aber Argentinien ist das Beispiel das trotz extrem erhöhter Leitzinsen und einem Kredit der IWF das Land nicht besser dasteht.
lee-achim 03.09.2018
5. Macht mal halblang......
Hat noch keiner begriffen dass es immer ein paar Jahre dauert bis tiefgreifende Veraenderungen bei solchen Dingen zu greifen beginnen? Das Land wurde ueber Jahrzehnte von Regierungen aller Schattierungen und speziell von Frau Fernandez und ihrem Vorgaenger und Gatten, Herrn Kirchner, zu Grunde gewirtschaftet, und es wird schon noch etwas laenger dauern, sich aus dem Morast wieder herauszuarbeiten.
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