Währungskrise Argentinien bittet um frühzeitige Auszahlung von IWF-Hilfen

Der argentinische Peso ist erneut stark gefallen - auf einen historischen Tiefstand. Präsident Macri will die Märkte beruhigen und hat nun einen Appell an den Internationalen Währungsfonds gerichtet.

Mauricio Macri
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Mauricio Macri


Die Währungskrise in Argentinien verschärft sich - nun hat sich Präsident Mauricio Macri mit einem Appell an den Internationalen Währungsfonds (IWF) gewandt: In einem Telefonat mit IWF-Chefin Christine Lagarde bat er darum, dass die vereinbarten Hilfen des Währungsfonds frühzeitig ausgezahlt werden.

Lagarde erklärte anschließend, der IWF prüfe das. "Ich habe unsere Bereitschaft betont, die Regierung bei der Entwicklung ihrer überarbeiteten politischen Pläne zu unterstützen", sagte sie nach dem Telefonat. Anfang Juni hatte sich das hoch verschuldete Argentinien mit dem IWF auf einen Kredit in Höhe von 50 Milliarden Dollar, das sind umgerechnet knapp 43 Milliarden Euro.

Argentiniens Landeswährung Peso hat seit Jahresbeginn stark an Wert verloren. Am Mittwoch gab der Peso um 8,2 Prozent nach - und sank auf einen historischen Tiefstand von 34,50 Peso für einen US-Dollar. Macri sagte in einer Fernsehansprache, in der vergangenen Woche sei ein weiterer Vertrauensverlust an den Märkten zu beobachten gewesen, insbesondere hinsichtlich der Finanzierungsmöglichkeiten im Jahr 2019. Die Vorziehung der IWF-Hilfen ziele darauf ab, die Unsicherheiten zu beseitigen und die Märkte zu beruhigen.

aar/Reuters/AFP



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eckawol 30.08.2018
1. Es gehört zu der argentinischen Wirtschaftsgeschichte dazu,
nach einigen Jahren guter Entwicklung wieder in das Desaster zu fallen; Motto : "Nach 7 fetten Jahren folgen...." Vor etwa 2 Jahren hatten die Finanzmärkte soviel Vertrauen wiedergewonnen, dass Argentinien wieder USD-Anleihen mit Laufzeiten von 30 Jahren an int. Märkten plazieren können. Einige Marktteilnehmer schüttelten in Ansehung des o.g. Mottos nur den Kopf.... Macri ist es nicht gelungen, die argentinische Wirtschaft zu stabilisieren. So hat der berechtigte Abbau der Subventionen in der Infrastruktur ( ÖPNV, Wasser- und Stromversorgung) hat zu erheblicher Inflationierung der Verbraucherpreise geführt und damit zu großem Widerstand in der Basis seiner Wähler. Futter für seine politischen Gegner und der "Peronisten", die zuletzt unter Kirchner das Desaster in Argentinien verursachten.
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