Neue Staatsanleihen Argentinien leiht sich nach 15 Jahren wieder Geld

Im Jahr 2001 wurde Argentinien von der Staatspleite erschüttert. Nun kehrt das Land erfolgreich an den Kapitalmarkt zurück. Die Nachfrage ist hoch, die Zinsen sind es allerdings auch.

Passant vor Wechselkursanzeige in Buenos Aires
REUTERS

Passant vor Wechselkursanzeige in Buenos Aires


Erstmals seit 15 Jahren hat sich Argentinien wieder Geld von internationalen Investoren geliehen. Der Staat platzierte am Dienstag mehrere Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten und nahm damit 16,5 Milliarden Dollar ein. Die Papiere waren bei Anlegern derart begehrt, dass Argentinien auch 68 Milliarden Dollar hätte einnehmen können. "Alle haben sich auf Argentinien gestürzt", sagte ein in New York ansässiger Investor.

Allerdings muss der Staat vergleichsweise hohe Zinsen zahlen: Für die richtungsweisende zehnjährige Anleihe bekommen die Investoren 7,5 Prozent an Zinsen. Zum Vergleich: Die Rendite der deutschen Bundesanleihe mit dieser Laufzeit liegt derzeit nahe null Prozent.

Argentinien war 2001 zahlungsunfähig geworden. Danach hatte sich das Land mit den meisten Geldgebern auf einen Schuldenerlass und einen Umtausch von Anleihen geeinigt. Mehrere Hedgefonds kauften die Anleihen, die Argentinien nach US-Recht begeben hatte, damals zu einem Bruchteil des Nennwertes. Seitdem pochen sie auf eine volle Auszahlung.

Seit der Wahl von Mauricio Macri zum neuen Präsidenten im November 2015 versucht das Land, mit der Lösung des Konflikts mehr Investoren zu locken. Ein US-Bundesberufungsgericht in New York machte am vergangenen Mittwoch den Weg frei für die Aufhebung von einstweiligen Verfügungen, die Zahlungen an bestimmte Gläubiger verhindert hatten.

dab/Reuters



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