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Drohende Staatspleite: Argentinien sucht Schuldenkompromiss mit Hedgefonds

Argentiniens Präsidentin Kirchner : Kompromiss mit den "Aasgeiern"  Zur Großansicht
REUTERS

Argentiniens Präsidentin Kirchner: Kompromiss mit den "Aasgeiern"

Hedgefonds zwingen Argentinien zum Kompromiss: Nächste Woche will das südamerikanische Land den Gläubigern ein Angebot machen, die die volle Bedienung seiner Staatsschulden verlangen. Deshalb droht dem Land die Pleite.

Buenos Aires/New York - Die argentinische Regierung versucht, nach der schweren Niederlage vor dem Obersten US-Gerichtshof im Milliarden-Schuldenstreit doch noch die Staatspleite abzuwenden. In der kommenden Woche soll den Gläubigern, die bislang keine Umschuldung akzeptiert hatten, ein neuer Kompromissvorschlag vorgelegt werden. Dies sagte ein Anwalt der Regierung des südamerikanischen Landes bei einer Gerichtsanhörung in New York.

Der Oberste US-Gerichtshof hatte am Montag Argentiniens Berufungsantrag im Prozess um ausstehende Auslandsschulden abgelehnt. Damit steht das Urteil des New Yorker Richters Thomas Griesa, nach dem Argentinien Gläubiger voll auszahlen soll, die nicht die Schuldenschnitte von 2005 und 2010 angenommen hatten. Insgesamt geht es um 1,5 Milliarden Dollar an Schulden, die Argentinien größtenteils Hedgefonds zahlen muss.

Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner hatte diese Hedgefonds als "Aasgeier" bezeichnet. Eine Lösung drängt jedoch, denn die Rückzahlung wird am Monatsende fällig. Aktuell sieht sich das Land nicht in der Lage, die am 30. Juni fälligen Raten auf seine Schuldscheine zu zahlen.

Das Berufungsgericht in New York hatte zudem am Mittwoch die Verfügung aufgehoben, die die Zahlungen an die Hedgefonds gestoppt hatte. Argentiniens Wirtschaftsminister Axel Kicilloff warnte, dass die Zahlungen an die "Aasgeier-Fonds" das Land in die Pleite treiben könnten. Argentinien wolle an jene 92 Prozent der Gläubiger zahlen, die die Umschuldung akzeptiert hatten. Mit sieben Prozent hatte es keine Einigung gegeben, ein Prozent der Gläubiger zogen vor Gericht.

ade/dpa

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1. Beispiele
cdrenk 19.06.2014
Wenn sich ehrliche Investoren in Verteidigung der Anlegergelder nicht mit linken, schmarotzenden Weltverbesserern anlegen würden, wäre kein Investment der Welt mehr sicher.
2. eine
ambulans 19.06.2014
gewisse "frage" wäre dann aber schon noch gegeben: wen, zum teufel, interessiert irgendein "spezielles" gericht in den USA - das dann doch allein nur sein eigenes interesse verfolgt? es gibt ein paar, übrigens international (wenns denn passt!) nicht uninteressante rechtsnormen über den umgang mit anderen, z.b., dass man nicht jedermann - trotz "besserem wissen" (kann man durchaus auch "hinterlistig", et al. nennen) - mit jedwedem quatsch überziehen darf. das ist eine durchaus weise sicht auf die dinge - und es scheint, das man sie diesen "cowboys" da drüben mal wieder relativ deutlich "mitteilen" sollte/muss ...
3.
kjartan75 19.06.2014
Zitat von cdrenkWenn sich ehrliche Investoren in Verteidigung der Anlegergelder nicht mit linken, schmarotzenden Weltverbesserern anlegen würden, wäre kein Investment der Welt mehr sicher.
Jaja, genau...linke, schmarotzende Weltverbesserer...wieder mal einer mit primitiven Weltbild, der einfach unüberlegt schwadroniert...ich sag nur USA...mehr nicht.
4. Es tut so weh....
Direwolf 19.06.2014
Zitat von ambulansgewisse "frage" wäre dann aber schon noch gegeben: wen, zum teufel, interessiert irgendein "spezielles" gericht in den USA - das dann doch allein nur sein eigenes interesse verfolgt? es gibt ein paar, übrigens international (wenns denn passt!) nicht uninteressante rechtsnormen über den umgang mit anderen, z.b., dass man nicht jedermann - trotz "besserem wissen" (kann man durchaus auch "hinterlistig", et al. nennen) - mit jedwedem quatsch überziehen darf. das ist eine durchaus weise sicht auf die dinge - und es scheint, das man sie diesen "cowboys" da drüben mal wieder relativ deutlich "mitteilen" sollte/muss ...
Das Gericht ist zuständig, weil ARGENTINIEN bei Ausgabe der Anleihen in den Kaufvertrag geschrieben hat, dass die Anleihen nach amerikanischen Recht herausgegeben werden und das der zuständige Gerichtsstand New York ist. So was legt immer der Emittent fest. Hintergrund war natürlich, dass niemand die Anleihen gezeichnet hätte, wenn die nach Argentinischem Recht in Buenos Aires auf den Markt gebracht worden wären
5.
spmc-122226439819235 19.06.2014
Ein Begriff den Gutmenschen gern benutzen wenn sie geliehenes Geld nicht retournieren können.Die Fonds sollen die Sache durchziehen,Benetton kauft gern die Reste von Argentinien und die Schuldenmacher in Europa bekommen einmal gezeigt ,das es auch anders geht. Der Blasenbildung ist es auch zuträglich,wobei ich keine falschen Vorstellungen von der Dummheit der Politik habe.
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