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Arzttermin: Gesetzlich Versicherte warten sechs Tage länger

Was viele vermuten, belegt eine neue Umfrage: Privatversicherte werden privilegiert. Demnach müssen Kassenpatienten im Durchschnitt sechs Tage länger warten. Zumindest in Notfällen gilt aber weitgehend Gleichberechtigung.

Patienten in Arztpraxis: Kaum Unterschiede im Wartezimmer Zur Großansicht
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Patienten in Arztpraxis: Kaum Unterschiede im Wartezimmer

Reuters - Gesetzlich Krankenversicherte warten im Schnitt sechs Tage länger auf einen Arzttermin als Privatpatienten. Mitglieder von gesetzlichen Krankenversicherungen müssen sich insgesamt 20 Tage gedulden, bis sie ihren Arzt oder ihre Ärztin sprechen können. Privat Versicherte hingegen werden schon nach 14 Tagen behandelt. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter rund 6000 Deutschen im Auftrag des BKK Bundesverbandes.

Der Untersuchung zufolge hat die Benachteiligung gesetzlich Versicherter in den vergangenen Jahren nur leicht abgenommen: Im Jahr 2008 mussten sie noch 21 Tage warten.

Patienten mit akuten Beschwerden werden der Studie zufolge allerdings stets schnell behandelt, egal ob sie gesetzlich oder privat versichert sind. Rund zwei Drittel der Akutfälle seien noch am selben Tag versorgt worden.

Nur leichte Unterschiede gibt es der Umfrage zufolge auch bei den Wartezeiten in der Praxis. Im Durchschnitt müssten sich Patienten 27 Minuten gedulden. Privatpatienten warten mit 21 Minuten allerdings etwas weniger.

Dennoch fühlen sich gesetzlich Versicherte in Deutschland vom Gesundheitssystem vernachlässigt und haben den Eindruck, dass es hierzulande eine Zweiklassenmedizin gibt. Das ergab eine andere repräsentative Umfrage der Marktforschungsfirma GfK im Auftrag der "Apotheken Umschau". Demnach sind 83 Prozent der Bevölkerung der Ansicht, Kassenpatienten würden weniger gut ärztlich behandelt als Privatpatienten.

mah/Reuters/dpa

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insgesamt 180 Beiträge
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1. .
c++ 06.06.2011
Was ist eine bessere Behandlung. Wenn man doppelt so oft geröngt wird, auch wenn es völlig überflüssig ist, auch mal gerne eine Magen- oder Darmspiegelung zusätzlich gemacht wird, dann wird man besser behandelt.
2. kT
Breen 06.06.2011
Sechs Tage? Sechs Wochen kommt wohl eher hin. Ich war selbst mal Privatpatient und wurde wegen Rückenschmerzen sofort behandelt. Die gesetzlich versicherte Oma mit selbem Symptom am Telefon wurde auf ein Vierteljahr später vertröstet. Soviel zum alten Witz, es gäbe keine guten Orthopäden.
3. Arzttermin
runner43 06.06.2011
Warum zahlen Privatversicherte erheblich mehr? Weil sie besser bzw. schneller behandelt werden wollen. Also ist deren "Bevorzugung" völlig in Ordnung. Wo wäre denn sonst der Vorteil ?
4. ot
Gast100100, 06.06.2011
Aus dem Artikel: "Dennoch fühlen sich gesetzlich Versicherte in Deutschland vom Gesundheitssystem vernachlässigt und haben den Eindruck, dass es hierzulande eine Zweiklassenmedizin gibt. Das ergab eine andere repräsentative Umfrage der Marktforschungsfirma GfK im Auftrag der "Apotheken Umschau". Demnach sind 83 Prozent der Bevölkerung der Ansicht, Kassenpatienten würden weniger gut ärztlich behandelt als Privatpatienten." Wer das beklagt, sollte halt das zahlen, was ein Privatversicherter zahlt: Pro Kopf (dh ohne Angehörige) und den höheren Behandlungssatz.
5. Dann verhält es sich ja so, wie gesetzlich geregelt,
bjuv 06.06.2011
und politisch gewollt. Denn die Versorgung von Kassenpatienten darf nur (WANZ) wirtschaftlich - ausreichend - notwendig - zweckmässig sein. (§ 12 SGB V). Alles darüber hinaus ist eine Verschwendung von Versichertengeldern. Fest steht nun auch, dass Notfälle zeitnah diese Leistunen erhalten. Patienten mit akuten Beschwerden werden der Studie zur Folge stets schnell behandelt, egal ob sie gesetzlich oder privat versichert sind. Was die Autoren vergessen haben: Auch wenn sie gar nicht versichert sind oder einer solche vortäuschen, werden sie behandelt.(was zunehmend der Fall ist). Nicht aber bei jeder GKV versichert, wie diese selbst gezeigt haben. In diesem Fall behandeln Ärzte - trotz vollen HAftungsrisikos - auf ihre eigenen Kosten. Nur um das mal festzustellen.
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