Gundremmingen Weiterer AKW-Block geht endgültig vom Netz

Im bayerischen Gundremmingen ist ein weiterer AKW-Reaktor endgültig abgeschaltet worden. Der deutsche Atomausstieg kommt einen wichtigen Schritt voran.

Reaktor im Kernkraftwerk Gundremmingen
dpa

Reaktor im Kernkraftwerk Gundremmingen


Im Atomkraftwerk Gundremmingen in Bayern ist am letzten Tag des Jahres Block B endgültig abgeschaltet worden. Die Schichtmannschaft habe am Mittag den Generator vom Stromnetz getrennt und kurz darauf den Reaktor heruntergefahren, teilte ein Sprecher mit.

In Deutschland sind nun nur noch sieben Reaktoren am Netz, die nach dem Atomgesetz bis spätestens Ende 2022 ebenfalls nach und nach abgeschaltet werden.

Bundesumweltministerium Barbara Hendricks zeigte sich zuletzt "froh" über das Abschalten von Gundremmingen B. Der deutsche Atomausstieg komme damit "einen wichtigen Schritt voran", sagte die SPD-Politikerin. Die Kernkraft sei eine "gefährliche und nicht nachhaltige Energieform".

Die Bundesregierung hatte sich im Sommer 2011 unter dem Eindruck der Katastrophe im japanischen Fukushima auf den kompletten Atomausstieg geeinigt. Nach Gundremmingen B soll den Plänen zufolge als Nächstes das AKW Philippsburg 2 in Baden-Württemberg bis Ende 2019 vom Netz gehen. In Gundremmingen ist nun nur noch Block C am Netz, Reaktor A wurde bereits 1977 abgeschaltet.

Parallel zum Atomausstieg läuft bereits eine Debatte darüber, wie und bis wann die Bundesregierung aus der klimaschädlichen Kohlekraft aussteigen wird.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung hieß es, das komplette AKW Gundremmingen sei nun abgeschaltet. Wir haben die Meldung korrigiert.

ssu/AFP



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leidernein 31.12.2017
1. Sehr gut!
Dann brauchen wir nur noch mehr Elektroautos und weniger Braunkohle, da der Ökostrom emmissionsfrei aus der Steckdose kommt.
Holledauer 31.12.2017
2. Wieder wird ein deutsches Spitzentechnologie-Kraftwerk abgeschaltet!
Und dieses nur, weil Frau Merkel nach dem Fukushima-Desaster den Verlust der Landtagswahl in Baden-Württemberg befürchtete! Frau Merkel ist es nämlich ziemlich egal, welche Strompreise insbesondere die privaten Stromverbraucher zu bezahlen haben! Sicher, die Technologie der Kernkraftwerke ist keine Zukunftstechnologie! Da sie nun einmal installiert war, hätte man sie ruhig noch einige Jahre weiter betreiben können. Auch das Atommüll-Problem ist in Deutschland noch nicht gelöst. Dies jedoch nicht primär aus technischen, sondern aus politischen Gründen: Welch ein Landespolitiker hat den Mut, der Einlagerung von Atommüll in einer Kaverne zuzustimmen, die in einem Urgebirge (z.B. Schwarzwald, Bayrischer Wald) errichtet wird? Ob nun noch einige tausend Tonnen hinzukämen, welche bei einem Weiterbetrieb der AKWs anfielen, bis sie aus technischen Gründen abgeschaltet werden müssen, das würde diese Problematik nur sehr unwesentlich verschärfen. Und nochmals zu Fukushima: In Deutschland hätte solch ein Kernkraftwerk nie in Betrieb gehen dürfen, da offensichtlich sehr viele Gesichtspunkte, die für einen sicheren Betrieb solch einer Anlage wichtig sind, nicht berücksichtigt wurden. Wie kann man z.B. ein AKW In ein von Tsunami bedrohtes Gebiet bauen. Und dann noch die Notstromaggregate im Untergeschoss der Anlage, und, und, und. Wenn dann auch noch die deutschen Kohlekraftwerke abgeschaltet werden (was aus Klima-Gründen wesentlich wichtiger wäre, als die AKWs abzuschalten), dann werden wir also in Spitzenverbrauchzeiten „sauberen“ Kohlestrom aus Polen und sehr „sauberen“ Atomstrom aus anderen Nachbarländern beziehen. Zum Ausgleich bezahlen wir dann unseren Nachbarn Geld, wenn sie uns überschüssigen Solarstrom und Windstrom abnehmen. Man kann nur feststellen: Toll, diese deutsche Energiepolitik.
haro 31.12.2017
3. Postkritsches Medium
"Bundesumweltministerium Barbara Hendricks zeigte sich zuletzt "froh" über das Abschalten von Gundremmingen B". Umgekehrt wäre es höchste Zeit, dass die Ministerien wieder von Personen besetzt werden, die mit Sachverstand die Lage der Republik im Jahre 17 der Energiewende beurteilen und daraus die richtigen politschen Schlüsse ziehen würden. Dazu 2 Zitate von berufener Stelle: "Die Energiewende steht vor ihrem Scheitern (Sigmar Gabruiel, Dezember 2013)" oder Otto Schliy vom gestrigen Tag "... dass die horrenden negativen Folgen der von Frau Merkel herbeigeführten Energiewende in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht überhaupt nicht mehr öffentlich diskutiert wird“. Er empfindet es als „ebenso seltsam wie die Tatsache, dass das Thema Atomenergie unter Missachtung neuer technischer Entwicklungen vollständig tabuisiert wird. Stattdessen setzt man auf Windkrafträder, obwohl diese „inzwischen weitflächig gewachsene Kulturlandschaften zerstören, ökologisch“. Wie eine ehedem kritische Zeitschrift wie der SPIEGEL dazu kommt, all diese Themen schlicht zu ignorieren und sich dem mainstream anpassend Bilder von GAU-Kontaminationsausbreitungen - wie schön gruselig! - statt von den realen Verwüstungen, die die Energiewende in den von Schily benannten Bereichen gebracht hat, zu berichten und sie zu diskutieren, bleibt wohl immer ein Geheimnis den journalistischen Nachfolgeneration eines Rudolf Augstein. Das oft und unpassend zitierte Wort von einem, der sich im Grabe umdreht - hier trifft es den Nagel auf den Kopf.
gxiii 31.12.2017
4. Wunderbar!
Jetzt können wir die Kohlekraft noch mehr hochdrehen. Dass Kernkraft laut NASA 1.8 Millionen leben gerettet hat, weil man zum Beispiel auf die Umwelt und Klima verpestende Kohlekraftwerke verzichten konnte, interessiert ja sowieso keinen. Da heucheln sich SPD und Grüne lieber vor, dass sie was gutes tun, während sie indirekt Leute vergasen - was nur noch ironischer wird, weil zB in Kohle enthaltene Uran-Isotope ebenfalls bei der Verbrennung in die Luft geblasen werden. Sprich, Kohlkraftwerke verstrahlen die Umwelt deutlich mehr als versagende Kernkraftwerke. Und wenn die Filter 99% des Schmutzes aus den Abgasen ziehen, dann produzieren sie auch tausende Tonnen Abfall für die Sicherheitsunterbringung, mehr noch als die tausend mal effizienteren Kernkraftwerke. Aber hey, es gibt ja Grüne Energie - das die immer noch nicht ein Land tragen kann, interessiert bei all der Heuchelei auch nicht mehr. Naja, und die CDU interessiert sich ja sowieso nur für die Kohlelobby. Das ist der Grund, warum Merkel die Kernkraftwerke abschalten ließ, dort gibts es keine Lobby, die stark genug wäre sie zu beschützen. Stattdessen zerstören wir schön weiter ganze Dörfer und Ländereien, damit wir wirtschaftlich unrentable, subventionierte Kohlekraft weiter nutzen können. Ist wie ein Irrenhaus, wenn man sich die tatsächlichen Hintergründe mal anschaut.
M. Michaelis 31.12.2017
5.
Und so befördert sich Deutschland Stück für Stück ins technologische Abseits. Wieder wird wertvolles Know-How vernichtet. Statt die Nukleartechnik weiterzuentwickeln und zu verbessern steigt man ohne jede Not als fast einziges Land aus dieser Technologie aus. Irgendwann wird das ein ganz böses Erwachen geben. Mit unserer Ökotechnoestherik und der latenten Technlogiefeindlichkeit und Bedenkenhuberei in unserem Land ist auf Dauer das hohe Wohlstandsniveau und der allgemein gute Lebensstandard nicht zu halten. Wir leiten hier gerade aus idelogisch politisch getriebenen Strukturwandel ein der am Ende viel mehr Verlierer als Gewinner produzieren wird.
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