IEA-Prognose Stilllegung von AKW könnte 100 Milliarden Dollar kosten

Rund 200 Atommeiler sollen in den kommenden zehn Jahren abgeschaltet werden. Die Internationale Energieagentur rechnet mit gewaltigen Kosten.

Atomkraftwerk Stade (Archivfoto): Stillgelegt seit 2003
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Atomkraftwerk Stade (Archivfoto): Stillgelegt seit 2003


Paris - Die Kosten, um weltweit ältere Atommeiler stillzulegen und zu entsorgen, werden laut der Internationalen Energieagentur (IEA) allein in den kommenden 25 Jahren 100 Milliarden Dollar übersteigen. Das schreibt die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem jährlichen Ausblick, der am Mittwoch vorgestellt wurde.

"Das ist ein drängendes Thema, das berücksichtigt werden muss", sagte Fatih Birol, Chefökonom bei der IEA, laut "Financial Times". Die IEA warnte Regierungen davor, diese Kosten zu unterschätzen. Es gebe "beträchtliche Unklarheiten" bezüglich deren endgültiger Höhe, da viele Länder bisher nur wenig Erfahrung mit der Stilllegung haben. In den vergangenen 40 Jahren wurden laut IEA lediglich zehn Reaktoren stillgelegt.

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Nuklearreport: Tschüs, AKW!

Ende 2013 zählte die IEA 434 aktive Atomreaktoren. Knapp 200 von ihnen sollen bis 2014 abgeschaltet werden, die meisten davon in der EU, den USA, Russland und Japan.

In ihrem "Weltenergieausblick 2014" konzentriert sich die IEA in diesem Jahr auf die globale Atomenergie. Sie geht von einem Anstieg der Produktion aus. Dieser konzentriere sich vor allem auf vier Länder: China, Indien, Korea und Russland. Laut IEA produzieren Atomkraftwerke aktuell elf Prozent der weltweiten Stromerzeugung.

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insgesamt 103 Beiträge
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Immanuel_Goldstein 12.11.2014
1.
Es ist ja nun wirklich kein Geheimnis mehr, dass Atomstrom der teuerste Strom auf Erden ist, weil dafür noch in zigtausenden von Jahren immense Kosten anfallen. Da werden die Konzerne lange blechen müssen.
shooop 12.11.2014
2. Atomenergie ist eine preisgünstige Energie
Bloß dass bei der Rechnung die Kosten für einen GAU und die Lagerung des Abfalls und den Rückbau nicht eingerechnet sind. Diese Kosten, so wie alle Kosten überhaupt, trägt der Kunde/Bürger. Das Ziel der Firmen ist es einzig und allein, Gewinne zu machen. Alle Kosten werden dem Nutzer in Rechnung in Rechnung gestellt. So ist das auch bei allen anderen Wirtschaftsformen. Der Kunde zahlt für das Produkt. Es gibt keine Firma, die ihre Kosten selber trägt. Wie soll das auch funktionieren? Bloß dass bei dem Produkt Kernerngie die Menschen seit Jahren verarscht werden und sich verarschen lassen.
BruceWayne 12.11.2014
3.
So, so. 100 Milliarden Dollar. Na und? Was sind 100 Milliarden Dollar gegen den Erhalt von lebenswerter Umwelt für die nächsten Generationen. Diese Dinger hätten nie ans Netz gehen dürfen. Dann würde es auch jetzt nicht so teuer. Man muss nicht alles machen, was technisch geht. Hört sich jetzt steinzeitlich an, aber wir haben noch Glück, dass wir wegen dieser Dinger nicht wieder in der Steinzeit gelandet sind. Life comes first, then, after some other important things, the moneything.
shardan 12.11.2014
4. Die Quittung
Atomstrom wurde von Konzernen und Regierungen über Jahrzehnte schön gerechnet. Atomstrom ist sicher und billig, hieß es und heisst es immer noch aus einigen unbelehrbaren Ecken. Über das "Sicher" braucht seit Tchernobyl nicht mehr diskutiert werden, Fukushima war der Beleg unserer Unbelehrbarkeit. Das Kosten für Endlagerung und Rückbau entstehen würden, war ebenfalls von Anfang an nicht nur absehbar, es war völlig klar. Seit jeher haben sich Konzernbetreiber darauf verlassen, dass Vater Staat, also wir alle dafür aufkommen werden, während die Konzerne ihre Einkünfte steuersparend hin und her geschoben haben. Heute stellen sich die Konzerne als hochverschuldet dar, und es kommt die Quittung für den ach so billigen Atomstrom. Wie das Schauspiel weiter gehen wird, ist sowieso klar. Miss Merkel wird es als alternativlos darstellen, dass neben Steuern und bestehenden Sonderabgaben ein Atomsoli eingeführt wird, mit dem der Rückbau bezahlt und die Energiekonzerne entlastet werden. Die Konzerne werden da schon drauf drängen, man kennt sich ja schließlich so gut. Die wo anders angelegten Gewinne der Konzerne sind sicher ud die Konzernchefs lachen sich hinter verschlossenen Türen kaputt.
pekaef 12.11.2014
5. Für die Stilllegung bezahlen ...
... müssen nach dem Versursacherprinzip selbstverständlich die Betreiber der Anlagen. Kann es sein, dass Atomstrom doch nicht so günstig ist, wie man uns immer gerne suggerieren möchte? Oder ist er nur so günstig, weil ganze Völker im Nachhinein für die riesigen Profite einiger Weniger aufkommen müssen?
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