Hinkley Point C London unterzeichnet Atomkraftwerk-Deal

Großbritannien und der französische Stromkonzern EDF haben sich über den Bau des umstrittenen Atomkraftwerks Hinkley Point geeinigt. Es ist der erste Reaktorneubau auf der Insel seit Jahrzehnten.

Standort für AKW Hinkley Point C (Archivfoto)
REUTERS

Standort für AKW Hinkley Point C (Archivfoto)


Jahrelang wurde über den Bau des Atomkraftwerks Hinkley Point C verhandelt, nun steht der Deal: Großbritannien und der französische Stromkonzern EDF haben den Vertrag in London unterschrieben.

Die britische Regierung hatte dem Projekt erst nach einigem Zögern zugestimmt. Energieminister Greg Clark meinte, Hinkley Point sei ein wichtiger Schritt zur künftigen Energieversorgung mit geringer CO2-Belastung.

Bereits im Juli hatte EDF den Deal nach langen Diskussionen abgesegnet, die britische Regierung hatte das Projekt daraufhin aber überraschend nochmals überprüft. Mitte September gab sie grünes Licht, stellte aber Bedingungen. So soll EDF seine Kontrollbeteiligung an dem Kraftwerk vor der Fertigstellung nicht ohne Zustimmung der Regierung verkaufen können.

Eine Klage deutscher und österreichischer Stromversorger gegen die Subventionen für das britische Atomkraftwerk wurden derweil vom Gericht der Europäischen Union abgewiesen. Der Ökostromanbieter Greenpeace Energy teilte in Hamburg mit, das Gericht in Luxemburg habe die Klage als nicht zulässig bezeichnet. Das Unternehmen prüft nun Rechtsmittel dagegen.

Das Projekt mit zwei Reaktoren vom Typ EPR (Europäischer Druckwasserreaktor) an der Westküste Englands soll nach früheren Angaben rund 21,5 Milliarden Euro kosten, rund ein Drittel soll der chinesische Partner China Nuclear Power Corporation (CGN) schultern. Im März war der EDF-Finanzchef Thomas Piquemal zurückgetreten, weil er Zweifel hatte, ob das Unternehmen die Milliardeninvestition stemmen kann.

asc/dpa/AFP

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robhob 29.09.2016
1. Einfach nur Wahnsinnig.
Zu den reinen Investitionskosten von ca. 28 Mrd Euro kommen noch einmal Subventionen in Form einer Einspeisevergütung. Selbst wenn die Inflationsrate 0 % in den nächsten 35 Jahren wäre, kämen noch einmal 50 Mrd. Euro hinzu. Wäre das Geld nicht sinnvoller in der Erforschung und Verbesserung Erneuerbarer Energien investiert?
Flari 29.09.2016
2.
Zitat von robhobZu den reinen Investitionskosten von ca. 28 Mrd Euro kommen noch einmal Subventionen in Form einer Einspeisevergütung. Selbst wenn die Inflationsrate 0 % in den nächsten 35 Jahren wäre, kämen noch einmal 50 Mrd. Euro hinzu. Wäre das Geld nicht sinnvoller in der Erforschung und Verbesserung Erneuerbarer Energien investiert?
Wieso "noch einmal"? WENN jemand 28 Mrd investiert und auf 35 Jahre verteilt in gleichmässigen monatlichen Raten 50 Mrd erhält, entspricht das einer Verzinsung von *3,61%*/a. WENN die Bauzeit schon finanziert werden muss, die Abzahlung aber erst nach Fertigstellung beginnt, sinkt der Zinssatz entsprechend. WENN in den 35 Jahren Kosten für "Brennstoff", Wartung, Personal, etc. anfallen, sinkt der Zinssatz noch erheblich weiter. WENN man Fraunhofer glauben kann, wollen Investoren bei konventionellen Kraftwerken eine Eigenkapitalrendite von 13,5% haben und müssen für Fremdkapital 6% - 8% ausgeben... Wenn die Deutschen jedes Jahr alleine knapp 25 Mrd. für EEG-Strom ausgeben, muss das reichen. :-)
knuty 30.09.2016
3.
Zitat von FlariWieso "noch einmal"? WENN jemand 28 Mrd investiert und auf 35 Jahre verteilt in gleichmässigen monatlichen Raten 50 Mrd erhält, entspricht das einer Verzinsung von *3,61%*/a. WENN die Bauzeit schon finanziert werden muss, die Abzahlung aber erst nach Fertigstellung beginnt, sinkt der Zinssatz entsprechend. WENN in den 35 Jahren Kosten für "Brennstoff", Wartung, Personal, etc. anfallen, sinkt der Zinssatz noch erheblich weiter. WENN man Fraunhofer glauben kann, wollen Investoren bei konventionellen Kraftwerken eine Eigenkapitalrendite von 13,5% haben und müssen für Fremdkapital 6% - 8% ausgeben... Wenn die Deutschen jedes Jahr alleine knapp 25 Mrd. für EEG-Strom ausgeben, muss das reichen. :-)
Zu den Baukosten, die inzwischen bei 34 Mrd Euro liegen sollen, kommen noch 43 Mrd. Euro Betriebskosten hinzu, macht zusammen 77 Mrd. Euro. "Im Juli 2016 wurde durch das britische Energieministerium bekannt, dass die Kosten für den Betrieb des Kraftwerks über seinen gesamten Betriebszeitraum 37 Milliarden britische Pfund betragen würden." Die Kosten für den Atommüll kommen noch hinzu.
Flari 30.09.2016
4.
Zitat von knutyZu den Baukosten, die inzwischen bei 34 Mrd Euro liegen sollen, kommen noch 43 Mrd. Euro Betriebskosten hinzu, macht zusammen 77 Mrd. Euro. "Im Juli 2016 wurde durch das britische Energieministerium bekannt, dass die Kosten für den Betrieb des Kraftwerks über seinen gesamten Betriebszeitraum 37 Milliarden britische Pfund betragen würden." Die Kosten für den Atommüll kommen noch hinzu.
Und was spielt das für eine Rolle, was Sie da gehört haben und was *für die Betreiber* noch dazu kommt? Prinzipiell gilt erst einmal, dass das Konsortium um EdF alle Kosten und Gewinne von Hinkley Point C aus den Einnahmen für den produzierten Strom zu decken hat, welche für die ersten 35 Jahre pro kWh festgeschrieben sein sollen. Selbstverständlich werden diese Einnahmen ganz erheblich über den vom Erstforisten genannten 50 Mrd liegen, mit 50 Mrd wäre die Sache nämlich garantiert nicht zu finanzieren und schon vor dem Start pleite.
knuty 30.09.2016
5.
Zitat von FlariUnd was spielt das für eine Rolle, was Sie da gehört haben und was *für die Betreiber* noch dazu kommt? Prinzipiell gilt erst einmal, dass das Konsortium um EdF alle Kosten und Gewinne von Hinkley Point C aus den Einnahmen für den produzierten Strom zu decken hat, welche für die ersten 35 Jahre pro kWh festgeschrieben sein sollen. Selbstverständlich werden diese Einnahmen ganz erheblich über den vom Erstforisten genannten 50 Mrd liegen, mit 50 Mrd wäre die Sache nämlich garantiert nicht zu finanzieren und schon vor dem Start pleite.
Was die Höhe der Kosten für eine Rolle spielen? Irgendjemand wird sie bezahlen müssen, so oder so.
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