Castor-Zwischenlagerung Bayern nimmt nun doch ein bisschen Atommüll

Etwas strahlendes Erbe darf künftig auch nach Bayern: Nach Total-Opposition hat sich der Freistaat bereit erklärt, sieben Castor-Behälter zwischenzulagern. Für Ministerpräsident Seehofer ist das "selbstverständliche Mitverantwortung".

Bergwerk im niedersächsischen Gorleben: Bayern will sich doch beteiligen
DPA

Bergwerk im niedersächsischen Gorleben: Bayern will sich doch beteiligen


Bayern hat seinen Widerstand gegen die Aufnahme von Atommüll aufgeweicht. Sieben Castoren mit radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufbereitung im Ausland würden künftig am Standort Isar gelagert, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU). Darin halten beide Seiten auch fest, dass der im Standortauswahlgesetz vorgesehene Zeitplan für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle eingehalten werden soll.

Doch damit das geschieht, stellt der Freistaat Bayern, der sich zuletzt komplett gegen die Aufnahme von Atommüll gesperrt hatte, Bedingungen. Auch in den in Betracht kommenden Standorten in Schleswig-Holstein, Hessen und Baden-Württemberg müssen demnach Castoren gelagert werden.

Noch vor einem halben Jahr hatte die CSU-Staatsregierung massiv gegen Hendricks Pläne zur Zwischenlagerung von Castoren in Bayern protestiert - und mit einem Scheitern der Energiewende innerhalb der Großen Koalition gedroht. Nun nannte Seehofer die Zwischenlagerung eine gesamtstaatliche Aufgabe: "Bayern wird hier selbstverständlich Mitverantwortung übernehmen."

Hendricks, die damals kritisiert hatte, es sei nur gerecht, wenn auch der Freistaat als einer der größten Atommüll-Produzenten in die Pflicht genommen werde, hob nun die konstruktive Haltung Seehofers hervor. "Wir haben den Ausstieg aus der Atomenergie im breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens beschlossen. Ebenso müssen wir jetzt auch die Altlasten, die aus der Nutzung der Atomenergie entstanden sind, gemeinsam abarbeiten", sagte die Bundesumweltministerin. Dafür sei eine gute Grundlage geschaffen worden. Außer Hendricks und Seehofer waren auch die betroffenen Kommunen am Gespräch beteiligt.

Der Erklärung zufolge wird der Bund im nächsten Jahr die Genehmigung dafür erteilen, die Zwischenlager sicherer zu machen. Auch die Planungen für ein Atommüll-Endlager sollen mit Hochdruck betrieben werden. Seit eineinhalb Jahren sucht eine Kommission im Auftrag von Bundestag und Bundesrat nach einem Endlager für hochradioaktiven Müll. Voraussetzung dafür ist eine weiße Landkarte - die ganze Republik muss für ein Endlager infrage kommen.

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Neustart fürs Endlager: Die Suche nach dem Endlager

apr/dpa/AFP

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windpillow 08.12.2015
1. Hallo Spon
Gelagert in Standort -Isar1, oder -Isar2 ?
Hupert 08.12.2015
2. Zwei
Zitat von windpillowGelagert in Standort -Isar1, oder -Isar2 ?
..ein Gedanke. Würde man hier sagen... Exakt das selbe fiel mir sofort auch ein... die bayrische Haltung zum Thema ist nach wie vor einfach nur dreist. Man möge doch bitte mal ausrechnen wieviel hochverstrahlten Abfall der Freistaat in den letzten 40 Jahren produziert hat.
nordsued 08.12.2015
3. Warum Endlager,
mit diesem Atomwertstoff, könnern bestimmte Reaktortypen z.B. Dual Fluid Reaktoren betrieben werden. Russland hat einen ahnlichen Typen schon in Betrieb genommen. Damit würden wir den CO2 Ausstoß weiter vermindern und den Wertstoff von 20.000 Jahr Haltwertzeit auf 300 Jahre reduzieren. Aber in Deutschland sind doch alle ÖKodiktatur geschädigt. Nur das Öko eine Vermaisung der Landschaft bzw. Überdüngung und damit resultierende Grundwasserverseuchung einherzieht. Das der Dämmwahn mit Ihren Farben mit den enthaltenen Pestziede, Fungiziede das Oberflächenwasser verseuchen. Das bei der Herstellung von Solarzellen Schadstoffe erzeugt werden, die 10.000 mal schlimmer sind als C02 und nicht abbaubar in der Natur. sind Das für Windkarftanlegen 100.000 Vögel und Fledermäuse sterben müssen und für Neodym ganze Landflächen verseucht werden. Alles das soll ÖKO sein, das ist doch alles nur ein SCHEIN!
andros0813 08.12.2015
4.
wie??? hat horsti ein paar weissbier zu viel getrunken? diesen schrecklichen müll, den wir in gorleben zuhauf haben, nun auch in bayern? das kann nicht gut gehen..oder hat das mit demenz zu tun...in niedersachen war bestechung, aber sowas gibts in bayern ja nicht..und schon gar nicht amigos
sepp.maier 08.12.2015
5. wohl im BELLA
Brennelemente-Zwischenlager (BELLA)
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