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Globalisierungskritiker: Attac verliert Status der Gemeinnützigkeit

Sympathisanten von Attac: Protest gegen das Freihandelsabkommen Zur Großansicht
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Sympathisanten von Attac: Protest gegen das Freihandelsabkommen

Rückschlag für die Globalisierungsgegner von Attac: Das Finanzamt Frankfurt hat dem Verein den Status der Gemeinnützigkeit aberkannt. Damit können Spenden an die Gruppe nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden.

Frankfurt am Main - Das Finanzamt Frankfurt hat dem globalisierungskritischen Verein Attac den Status der Gemeinnützigkeit aberkannt. Eine Sprecherin der etwa 28.500 Mitglieder zählenden Organisation bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Frankfurter Rundschau". Die bereits im Frühjahr zugestellte Entscheidung gilt rückwirkend ab 2010.

Attac verfolge allgemeinpolitische Ziele, zum Beispiel die Einführung einer Finanztransaktionssteuer oder einer Vermögensabgabe, und sei deshalb nicht förderungswürdig, so das Finanzamt. Attac hatte die Förderung von Bildung und des demokratischen Staatswesens als Hauptzwecke des Vereins angegeben.

Attac habe bereits Einspruch gegen den Bescheid eingelegt und wollte notfalls auch klagen, so Attac-Geschäftsführerin Stephanie Handtmann. "Wir waren sehr überrascht, vor allem über die drastische Ablehnung." Die Aberkennung der Gemeinnützigkeit treffe den Verein empfindlich, der Protest gegen das geplante europäisch-amerikanische Freihandelsabkommen TTIP benötige alle Energie.

Der Status der Gemeinnützigkeit ermöglicht es Spendern, ihren Zuschuss von der Steuer abzusetzen.

Attac Deutschland wurde am 22. Januar 2000 in Frankfurt am Main nach französischem Vorbild gegründet. Anfangs machten ein paar hundert Globalisierungsgegner mit. Inzwischen hat die Organisation Zehntausende Mitglieder in rund 50 Ländern.

Breite öffentliche Aufmerksamkeit bekam Attac erstmals im Jahr 2001 bei den G-8-Protesten in Genua. Darauf folgten Demonstrationen unter anderem gegen den Irak-Krieg, gegen Hartz IV und den Fiskalpakt.

vet/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 42 Beiträge
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1. Ein weiteres Beispiel, wie die Demokratie der Zukunft aussieht!
solarfix 17.10.2014
Glückwunsch Deutschland! Mit dieser Entscheidung wird von Staats wegen ein missliebiger Störenfried beseitigt. Wer noch mehr Beweise braucht, wie eine angebliche Demokratie den Bach runter geht, dem ist nicht mehr zu helfen. Die Putinisierung schreitet auch in Deutschland voran. Nur ist es hier keine einzelne Person, sondern Merkel mit ihren Vasallen.
2. jetzt beitreten
macdawg 17.10.2014
werde attac wohl beitreten, jetzt erst recht, wenn sie dringend Unterstützung brauchen. Großkonzernen und Lobbyisten muss man die Stirn bieten! Pfeif auf die Absetzung von der Steuer. Jeden Monat 5? spenden und gut ist. Die Masse machts.
3.
p-touch 17.10.2014
Die Partein in Deutschland wollen auch ständig irgentwelche Steuern und Abgaben einführen. Sind die jetzt auch nicht mehr Gemeinnützig?
4. Gilt rückwirkend ab 2010?
Tom Joad 17.10.2014
Müssen Unterstützer dann ihre Spenden nachversteuern, oder wie läuft das?
5. wäre wsehr hilfreich, wenn dei Gründe genannt würden
haltetdendieb 17.10.2014
Bitte nachbessern. So sagt einem die Meldung nix. Gab es nachvollziehbare Gründe, ist es politische Willkür, gab es keine ordentliche Rechnungsfürhung?
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