Von Michael Kröger
Berlin - Wenn es noch einer Erklärung bedürfte, wie sich die Pharmakonzerne die Taschen füllen - der "Arzneimittel-Report" liefert sie regelmäßig.
Da schreibt die Fachpublikation, die sich mit der Pharmaindustrie so kritisch auseinandersetzt wie keine andere, im vergangenen Herbst über ein Medikament, das unter anderem das Risiko eines Herzinfarkts reduzieren soll. 150 Millionen Euro Umsatz mache der Hersteller damit. Andere Präparate mit gleicher Wirkung, sogenannte Generika, kosteten nur einen Bruchteil. Doch das Medikament habe gegenüber diesen Generika keinerlei Zusatznutzen - was der Hersteller zunächst sorgfältig verschwiegen habe. Eine Studie von 2006 hat demnach erst 2008 den Weg an die Öffentlichkeit gefunden.
Fälle wie diesen gibt es immer wieder - und sie werfen ein Schlaglicht auf die Preistreiberei der Pharmakonzerne. Selbst im Krisenjahr 2009, in dem viele Branchen unter der Rezession litten, konnten sie ihre Rendite kräftig steigern, die Kosten für Arzneimittel stiegen um 5,2 Prozent.
Die Arzneimittelindustrie erweist sich damit als entscheidender Bremser, wenn es darum geht, die explodierenden Kosten im Gesundheitswesens in den Griff zu bekommen. Grund genug für Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), sich die Branche vorzuknöpfen. Sein Eckpunktepapier soll dazu beitragen, die Kosten für die Krankenkassen um bis zu zwei Milliarden Euro zu senken - was theoretisch zu einer Beitragssenkung um 0,2 Prozentpunkte führen könnte.
Ist das Konzept geeignet, die Gesundheitskosten zu begrenzen - oder wird es nichts bringen? SPIEGEL ONLINE beantwortet die wichtigsten Fragen:
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