Dieselaffäre bei Audi Ermittler nehmen weitere Verdächtige ins Visier

Der Skandal um Manipulation von Abgasmessungen von Dieselautos zieht immer weitere Kreise. Jetzt durchsuchte die Staatsanwaltschaft München Büros von drei weiteren Managern - darunter zwei ehemalige Vorstände.

Fahrzeuge von Audi
DPA

Fahrzeuge von Audi


Die Staatsanwaltschaft München hat im Audi-Dieselskandal Wohnungen und Büros von weiteren Beschuldigten durchsucht. Betroffen seien zwei ehemalige Vorstände von Audi, bestätigte die Staatsanwaltschaft entsprechende Meldungen gegenüber dem SPIEGEL. Die beiden Ex-Vorstände und ein weiterer ehemaliger Mitarbeiter seien neu in den Kreis der Beschuldigten aufgenommen worden, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, Karin Jung. Insgesamt stünden damit 17 Personen im Fokus der Ermittler.

Es bestehe der Verdacht, dass die Beschuldigten mitverantwortlich dafür gewesen seien, zumindest einen wesentlichen Teil der mit manipulierten Dieselmotoren ausgestatteten Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Aktuelle Mitglieder des Audi-Vorstands seien nach wie vor nicht unter Verdacht.

Anfang Februar hatten die Ermittler bei einer Großrazzia Audi-Büros an den Standorten Ingolstadt und Neckarsulm und auch die Privaträume eines Mitarbeiters durchsucht. Auch dabei ging es darum, Beweise zu sammeln, dass der Konzern illegale Vorrichtungen zur Manipulation von Abgaswerten von Dieselmotoren genutzt hat.

mik



insgesamt 35 Beiträge
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Björn L 22.02.2018
1. Verdächtigt still war die weltweite Autoindustrie als VW erwischt...
...wurde. Kein Hersteller hat versucht durch Statements, Marketingaktionen sich als "wir sind ehrlich/anders/integrer" zu verkaufen. Es wird Zeit, alle Hersteller zum Tanz auf dem Prüfstand zu bitten. Da werden noch mehr fallen.
jro04 22.02.2018
2. Erst kommt das Fressen...
und dann macht man sich immer noch keine Gedanken ob die bewusste Schädigung mit Abgasen asozial ist. Moralische Erwägungen spielen eben im Wettbewerb keine Rolle. Siehe dazu auch den aktuellen Korruptionsbericht für Deutschland. GroKo weiter so.
verbal_akrobat 22.02.2018
3. Man hätte ja nie gedacht...
...dass diese Wahnsinns chicen, so kraftvoll dahingleitenden (majestätisch) Automobilen der Neuzeit mit ihren eloquenten Fahrern solche, naja wie soll man sagen, betrügerische Blenderkarossen mit einem Antrieb dessen Wurzeln im vorletzten Jahrhundert zu suchen ist, - sind! (Man bedenke alleine diese Wahnsinnstollen LED Lampen welche aussehen als wären sie Kinderphantasien der aktuellen Marvel Reihe entsprungen) Wobei, die Teile verursachen bestimmt inzwischen bei der Herstellung mehr Umweltsauerei als beim späteren eins bis drei Jahren Leasingbetrieb, was aber den Fahrzeuglenkern und Führern bestimmt so Jacke wie Hose ist, dass man es sich nicht vorstellen kann. Einige von denen wählen aber ganz bestimmt grün, man schaue sich die politische Welt in BW - dem "Herstellerland" an......... Tstststs eine Welt ist das heutzutage (wer weiß vielleicht regiert ja in der übernächsten Dekade die Bündnis90/grünen in Bayern(gröll, lach hhahahahaahh))
m.m.s. 22.02.2018
4. An der Peripherie, Filz in der Mitte
Es wird also großes Tamtam bei Audi gemacht, also zeigt die Staatsanwaltschaft wie mutig man ist. Im Zentrum, bei VW da wird aber nichts untersucht, da ist die Staatsanwaltschaft eingefilzt?
and777 22.02.2018
5. Systemisch
Das ist doch kein Problem von einem oder zwei Herstellern. Zu vernetzt ist die Branche mit einigen wenigen Zulieferern. Daneben ist kein Hersteller dem Anderen so technisch unterlegen, dass er als Einziger eine Manipulation benötigt um auf wettbewerbsrelevante Werte zu kommen. Das betrifft zumindest weite Teile der Branche.
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