Aufschwung BA-Chef rechnet mit 2,5 Millionen Arbeitslosen bis 2015

Der Aufschwung beflügelt die Hoffnungen auf weniger Arbeitslose: Die Arbeitsagentur hält es für möglich, dass 2015 nur noch 2,5 Millionen Menschen ohne Job sind. Die Regierung dürfe aber nun nicht sofort die Mittel kürzen, warnt BA-Chef Weise.

BA-Chef Weise: "Eigentlich ist diese Zeit eine ideale Chance"
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BA-Chef Weise: "Eigentlich ist diese Zeit eine ideale Chance"


Lauf - Der Boom macht es möglich: Die Bundesagentur für Arbeit hält einen Rückgang der Arbeitslosenzahl auf durchschnittlich 2,5 Millionen bis zum Jahr 2015 für möglich. Das wären gut 400.000 weniger als für dieses Jahr erwartet wird. Diese Annahme der Bundesregierung sei plausibel und realistisch, sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise.

Im Juni waren in Deutschland 2,89 Millionen Menschen ohne Job. Das waren 67.000 weniger als im Mai und 255.000 weniger als vor einem Jahr. Die Denkfabrik der BA, das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, rechnet damit, dass 2011 im Schnitt deutlich weniger als drei Millionen Menschen arbeitslos gemeldet sein werden. Dies war in Deutschland zuletzt 1991 der Fall.

Gleichzeitig appellierte Weise an die Regierung, nicht voreilig Mittel zu kürzen. Das Geld sei zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit und sozialer Folgekosten gut angelegt. "Geben Sie uns das Geld. Bei uns gibt es Rendite, woanders wird es verbrannt", sagte Weise. Die Lage am Arbeitsmarkt ist nach Worten des BA-Chefs mit derzeit rund 2,9 Millionen Arbeitslosen "viel besser als erwartet, aber sie bleibt unsicher".

Angesichts der weltwirtschaftlichen Risiken und der Exportabhängigkeit Deutschlands sei fraglich, ob die gute Konjunktur über fünf Jahre andauere, wie die Bundesregierung annimmt. Die Politik sollte daher der BA ermöglichen, Rücklagen zu bilden. "Nicht die Zahlen verändern, aber Reserven bilden", sagte Weise.

Weise wünscht sich, dass die gute Entwicklung dazu genutzt wird, auch besonders schwer vermittelbaren Arbeitslosen zu helfen. "Wer in dieser guten Arbeitsmarktlage keinen Job findet, der hat wirklich ein Problem", sagte er. Sie bräuchten intensive Betreuung. Die verbleibenden Arbeitslosen seien gekennzeichnet durch fehlenden Schul- oder Berufsabschluss, oder sie seien Ältere. Dort gebe es aber Handlungsmöglichkeiten. Weise: "Eigentlich ist diese Zeit eine ideale Chance."

cte/Reuters

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
zynik 07.07.2011
1. weils sonst keiner schreibt... ;-)
Zitat von sysopDer Aufschwung beflügelt die Hoffnungen auf weniger Arbeitslose: Die Arbeitsagentur hält es für möglich, dass 2015 nur noch 2,5 Millionen Menschen ohne Job sind. Die Regierung dürfe aber nun nicht sofort die Mittel kürzen, warnt BA-Chef Weise. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,773009,00.html
Tatsächliche Arbeitslosigkeit im Juni 2011: 3.962.884 http://die-linke.de/politik/themen/tatsaechlichearbeitslosigkeit/ ...mit Aufschwung und so.
thana 07.07.2011
2. ...
Naja, selbst nach dieser Rechnung sinkt die Arbeitslosigkeit, wenn auch auf höherem Niveau. Was ich mir jedoch wünschen würde, wären Zahlen über Renteneintritt, Auswanderung, Tod und ähnliches. Die sind ja dann auch nicht mehr arbeitslos, sagen aber nichts über die Anzahl von Arbeitsplätzen bzw. eingestellten Arbeitslosen aus.
willem.fart 07.07.2011
3. Ziemlich erbärmliches Ziel
250.000 wären ein Ziel. Wie 1965. Man braucht sich nur mal zu fragen, was damals anders lief als heute, dass es kaum Arbeitslosigkeit gab und jeder bemühte Arbeitnehmer innerhalb von 14 Tagen einen neuen Job hatte. Kein Mensch b r a u c h t e die Sozialgesetzgebung. Auch wegen eine Ethik, die es den Einzelnen verbot, auf lau von den anderen zu leben. Was hat diese Generation so viel besser gemacht als die heutigen Versager?
moose100 07.07.2011
4. Re: Aufschwung: BA-Chef rechnet mit 2,5 Millionen Arbeitslosen bis 2015
Zitat von willem.fart250.000 wären ein Ziel. Wie 1965. Man braucht sich nur mal zu fragen, was damals anders lief als heute, dass es kaum Arbeitslosigkeit gab und jeder bemühte Arbeitnehmer innerhalb von 14 Tagen einen neuen Job hatte. Kein Mensch b r a u c h t e die Sozialgesetzgebung. Auch wegen eine Ethik, die es den Einzelnen verbot, auf lau von den anderen zu leben. Was hat diese Generation so viel besser gemacht als die heutigen Versager?
Tja, damals sind viele Frauen halt einfach zu Hause geblieben, als arbeiten zu gehen... war schon ne tolle Zeit damals, oder?
marc0815 07.07.2011
5. blinde Träumer
eine hochrechnung der jetzigen Lage ist unsinn. Keiner weiß wie schnell sich die wirtschaftliche lage wieder verschlechtert. die 2,5 mio schaffen sie wahrscheinlich trotzdem durch Bilanzschönung mit der man auch heute schon erfolgreich aus ca 8 Mio Arbeitslosen nur knapp 3 Mio macht. Glaubt die Zahl noch irgendjemand?
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