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Aufschwung: Forscher erwarten Steuerplus von 125 Milliarden Euro

30 Milliarden mehr, 50 Milliarden mehr - nun sollen es sogar 125 Milliarden Euro sein, auf die der Staat künftig zusätzlich zählen kann. Das dürfte neue Hoffnungen auf Steuersenkungen wecken. Doch Experten warnen vor übertriebener Euphorie.

Finanzminister Schäuble: Spielraum für Steuersenkungen? Zur Großansicht
AFP

Finanzminister Schäuble: Spielraum für Steuersenkungen?

Berlin - Der anhaltende Aufschwung sorgt für ein Einnahmenplus für Bund, Länder und Gemeinden. Nur wie hoch dieses ausfällt, ist unklar. Wirtschaftsforscher überbieten sich derzeit mit Prognosen. Am Dienstag hatten zwei Institute Schätzungen vorgelegt, laut denen der Staat in diesem Jahr auf zusätzlich 10 bis 16 Milliarden Euro hoffen kann.

Nun zieht das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) nach - und spricht von insgesamt rund 125 Milliarden Euro, die der Staat bis 2014 mehr einnehmen könnte als zuletzt geschätzt. Das berichtet die "Berliner Zeitung".

Den IMK-Berechnungen zufolge werden die Steuereinnahmen in diesem Jahr rund 14 Milliarden Euro höher sein als noch im vergangenen November gedacht. 2012 steigt das Plus demnach auf fast 17 Milliarden Euro. 2013 werden es dann knapp 47 und 2014 rund 48 Milliarden Euro mehr sein als bisher prognostiziert. Auf den Bund entfällt demnach rund die Hälfte der Zusatzeinnahmen.

Nach Informationen des Blattes deckt sich diese Prognose mit den Annahmen des Finanzministeriums. Die offizielle Steuerschätzung wird am Donnerstag kommender Woche vorgelegt.

Aus dem Kreis der Steuerschätzer war bereits zuvor verlautet, dass Bund, Länder und Kommunen in diesem und im nächsten Jahr auf Mehreinnahmen von bis zu 36 Milliarden Euro hoffen können. Im laufenden Jahr könnte der Staat diesen Schätzungen zufolge zwischen 14 und 18 Milliarden Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen einstreichen und 2012 zwischen 13 und 18 Milliarden.

Die IMK-Experten warnen trotz der positiven Zahlen vor Euphorie. So gebe es erhebliche Risiken für die Wirtschaft, etwa die steigenden Preise für Energie und Rohstoffe, die ungelöste Euro-Krise und mögliche vorschnelle Zinsanhebungen durch die Europäische Zentralbank.

"Es sollte nicht vergessen werden, dass es in den vergangenen 20 Jahren für die deutsche Wirtschaft keine Fünf-Jahres-Phase gegeben hat, in der es zu keinem kräftigen Konjunkturabschwung kam", stellen die Forscher fest. Deshalb lehnen sie es ab, die vermeintlichen Spielräume für Steuersenkungen zu nutzen.

cte/dapd

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insgesamt 64 Beiträge
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1. Schuldenrückzahlung
herkurius 05.05.2011
Wie schön, dann werden die nächsten Wahlkämpfe ja hoffentlich mit der Größe des Nettoschuldenabbaues geführt und die Irren, die uns die latente Staatspleite eingebrockt haben, nie wieder an die Macht kommen.
2. Kein Wunder
Foul Breitner 05.05.2011
Ein normaler Arbeiter befindet sich ja heut fast am gesellschaftlichen Rand. Irgendwo muß das Geld ja bleiben.
3. 125 Millionen Steuerplus
herbert 05.05.2011
da lacht das Herz der Lobbyisten in Berlin ! Vielleicht noch eine Hotelsteuersenkung? Oder Einkommensteuer großer Firmen gegen Null?
4. jeder...
Gerixxx 05.05.2011
...der - egal aus welcher egoistischen oder ideologischen Motivation heraus - jetzt lauthals nach Steuersenkungen kräht macht sich schuldig an der nachfolgenden Generation und an unserem Gemeinwesen. Es gibt nur eine Verwendung: SCHULDENABBAU !
5. .
muellerthomas 05.05.2011
Zitat von herkuriusWie schön, dann werden die nächsten Wahlkämpfe ja hoffentlich mit der Größe des Nettoschuldenabbaues geführt und die Irren, die uns die latente Staatspleite eingebrockt haben, nie wieder an die Macht kommen.
Welche Staatspleite? Der Schuldenstand liegt bei 80% des BIP - jeder Häuslebauer hat mehr Schulden im Vergleich zum Einkommen. Die Zinsbelastung liegt heute niedriger als Mitte der 90er. Schuldentilgung führt zudem zu keiner Ersparnis für den deutschen Staat. Werden heute 100 Mrd. getilgt, spart der Staat in Zukunft exakt 100 Mrd. (barwertig) an Zinsen. Die Nettoersparnis ist also exakt Null Komma Nix.
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