Aufschwung Kammern erwarten niedrigste Arbeitslosenzahl seit 1992

Die Wucht des Aufschwungs dürfte den Arbeitsmarkt noch in diesem Jahr erfassen: Der Wirtschaftsverband DIHK rechnet nur noch mit 3,2 Millionen Erwerbslosen im Jahresschnitt. So wenig Menschen ohne Job hatte es zuletzt Anfang der Neunziger gegeben.

Mann vor einer Jobagentur in Dresden: 3,2 Millionen Erwerbslose im Jahresschnitt
ddp

Mann vor einer Jobagentur in Dresden: 3,2 Millionen Erwerbslose im Jahresschnitt


Berlin - Nach der Krise kommt das furiose Comeback der Wirtschaft: Die Industrie- und Handelskammern rechnen in diesem Jahr nach SPIEGEL-Informationen mit einem Wirtschaftswachstum von 3,4 Prozent. Davon dürfte auch der Arbeitsmarkt stark profitieren und die Erwerbslosigkeit auf einen der niedrigsten Stände seit der deutschen Einheit drücken, erwartet der Dachverband DIHK.

In seiner Prognose geht der DIHK davon aus, dass 2010 im Durchschnitt noch etwa 3,2 Millionen Menschen ohne Arbeit sein werden - mehr als eine Viertelmillion weniger als 2009. "Die Zahl der Erwerbslosen fällt damit auf den niedrigsten Stand seit 1992", sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann der "Berliner Zeitung". "Und das im ersten Jahr nach der schwersten Wirtschaftskrise seit 1929."

Driftmann verwies darauf, dass vor fünf Jahren, also bevor die Hartz-Reformen wirkten, noch mehr als 1,6 Millionen Menschen zusätzlich ohne Arbeit waren. Unerwähnt ließ der Verbandspräsident allerdings, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit auch demografisch bedingt ist. Zudem gibt es mehrere Millionen Menschen, die als "stille Reserve" gelten. Damit bezeichnet man diejenigen, die erst auf den Arbeitsmarkt drängen, wenn sie eine Chance auf einen Job sehen.

Vor allem Mittelständler bauen Jobs auf

Unbestritten ist jedoch: Wenn der Aufschwung an Breite gewinnt, ist ein weiterer Beschäftigungsaufbau möglich. Der DIHK rechnet angesichts der Job-Pläne der Unternehmen mit einem Anstieg der Erwerbstätigenzahl in der zweiten Jahreshälfte um rund 100.000.

Das Plus an Arbeitsplätzen kommt laut DIHK maßgeblich aus dem Mittelstand. Vor allem Dienstleister würden zusätzlich Personal einstellen wollen. Bei den Industrieunternehmen sei der Job-Abbau weitestgehend gestoppt, die meisten Firmen dürften die nötigen Reduzierungen des Personalbestandes hinter sich haben.

yes/dpa-AFX



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 31 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
endeffects 23.08.2010
1. Jippi, der Aufschwung ist da!
Jippi, der Aufschwung ist da! Oder doch nicht? Schauen Sie doch mal genauer hin: http://www.theonussbaum.de/seiten/arbeitslos/arbeitslosenzahlen.htm
Regimekritiker 23.08.2010
2. Propaganda!
Zitat von sysopDie Wucht des Aufschwungs dürfte den Arbeitsmarkt noch in diesem Jahr erfassen: Der Wirtschaftsverband DIHK rechnet daher nur noch mit 3,2 Millionen Erwerbslosen im Jahresschnitt. So wenig Menschen ohne Job hatte es zuletzt Anfang der Neunziger gegeben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,713182,00.html
klangholz 23.08.2010
3. 1992 hat man die Arbeitslosenzahlen anders berechnet
Damals wurden noch nicht so dreist die Zahlen frisiert. Herr, gib und unsere monatliche Propagandameldung. Das war wieder eine.
sappelkopp 23.08.2010
4. Schön...,
...wenn es so wäre. Meine Befürchtung ist jedoch eher, dass da wieder einmal kräftig an den Zahlen herummanipuliert wurde. Habe in dem Artikel die Zahl der versicherungspflichtigen Jobs vermisst. Die ist entscheidend, weil nur diese AN auch in die Sozialkassen einzahlen.
kanone3 23.08.2010
5. Hä?
Die Wucht des Aufschwungs, so ein Schwachsinn. Die Zahlen werden seit Jahren immer wieder neu berechnet, außerdem steht der Aufschwung in anderen Ländern (und Deutschland ist ein Exportland) wie den USA auf mehr als nur wackeligen Füßen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.