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Aus Geldnot: Griechenland kippt Rauchverbot

Die Griechen dürfen wieder qualmen: Wegen der finanziellen Schwierigkeiten des Landes erlaubt die Regierung das Rauchen in größeren Lokalen - dabei gilt das Rauchverbot für öffentliche Gebäude und die Gastronomie erst seit zwei Jahren.

Rauchen im Lokal: Die Griechen dürfen die Glimmstängel nun wieder anzünden Zur Großansicht
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Rauchen im Lokal: Die Griechen dürfen die Glimmstängel nun wieder anzünden

Athen - "Geld geht vor Gesundheit" - so lautet wohl die neue Devise der Griechen. Wegen der akuten Finanznot des Landes hat der griechische Staat das Rauchen in größeren Lokalen und Casinos wieder erlaubt - aber nur gegen Bezahlung. Die Regierung in Athen veröffentlichte am Freitag eine die neue Regelung, die Geld in die leeren Kassen treiben soll.

Gaststätten, die über mehr als 300 Quadratmeter verfügen, dürfen die Hälfte dieser Fläche für Raucher reservieren - vorausgesetzt, sie zahlen dem Staat jährlich 200 Euro pro Quadratmeter "Raucherfläche". 2009 hatten die Griechen eigentlich ein strenges Rauchverbot für geschlossene öffentliche Gebäude, Versammlungsstätten und die Gastronomie eingeführt. Dieses wurde aber nicht immer eingehalten. In diesem Jahr hinzugekommen waren auch Rauchverbote in Bussen, Taxis und privaten Pkw, wenn Kinder unter zwölf Jahren mitfahren.

kpa/dpa

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insgesamt 41 Beiträge
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1. 300m2
sepp16 30.09.2011
Die Wirte mit Lokalen über 300 Quadramtmetern kann man wohl eh an einer Hand abzählen.
2. zu teuer
Laotse, 30.09.2011
Zitat von sysopDie Griechen dürfen wieder qualmen: Wegen der finanziellen Schwierigkeiten des Landes erlaubt die Regierung das Rauchen in größeren Lokalen - dabei gilt das Rauchverbot für öffentliche Gebäude und die Gastronomie erst seit zwei Jahren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,789459,00.html
200 Euro/qm/Jahr ? Also 4000,- Euro Abgabe für ein 20qm Raucherzimmerchen im Jahr? Das lohnt sich für den Wirt niemals und wird auch von den Tabakkonzernen gewiss nicht gesponsert werden - zu teuer.
3. ...
HessiJames, 30.09.2011
Zitat von sepp16Die Wirte mit Lokalen über 300 Quadramtmetern kann man wohl eh an einer Hand abzählen.
... kommt nur darauf an, wie es letztendlich interpretiert werden wird. Ein gewisse Übung bei der Auslegung von Zahlen dürft da ja vorhanden sein ...
4. -
meinefresse 30.09.2011
Na, das spült bestimmt tausende von Euro im Jahr in die Kasse... klarer Fall von "mehr Aufwand als Ertrag". Muß ja auch irgendwie kontrolliert werden. Die Regierung würde mehr Kohle machen wenn sie selbst hochversteuertes Hasch verkaufen würde. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage herrscht da unter Garantie eine hohe Nachfrage.
5. An Kreativität mangelt es Papandreou nicht...
joki81 30.09.2011
Nur die Umsetzung klappt irgendwie praktisch nie bei den ganzen Abgaben. Hier noch was zur allgemeinen Erheiterung: http://www.der-postillon.com/2011/02/griechenland-besanftigt-europaische.html
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Finanzkrise in Griechenland
Europa wird ungeduldig: Griechenland bekommt sein Schuldenproblem nicht in den Griff - inzwischen wird offen über eine geplante Insolvenz des Landes gesprochen. Doch ist das die Rettung für den Euro?

dapd
Was würde eine Pleite Griechenlands bedeuten? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:
Welche Folgen hätte eine Pleite Griechenlands?
Für die Euro-Zone wären die Folgen weitreichend: Die Gläubiger müssten ganz oder teilweise auf ihr Geld verzichten. Die Europäische Zentralbank etwa müsste Verluste auf die Staatsanleihen hinnehmen. Gleiches gilt für Geschäftsbanken oder Versicherer, die in griechische Staatsanleihen investiert haben. Das würde ihr Eigenkapital belasten. Allerdings haben die großen Banken im Ausland ihre Papiere schon zum Teil abgeschrieben.

Umstrittener sind die Folgen für Griechenland: Einige Ökonomen halten eine Pleite für die beste Option. Denn die Schuldenlast des Landes würde vermindert, die Zinsbelastung im Haushalt würde sinken, und die Tilgungsverpflichtungen dürften abnehmen. Als endgültige Lösung für die Schuldenkrise gilt eine Pleite aber keineswegs, denn die Griechen müssten ihre laufenden Ausgaben trotzdem ihren Einnahmen anpassen. Sonst häufen sie weiter Schulden an. Der Teufelskreis wäre nicht durchbrochen. Außerdem blieben griechische Banken bei einer Pleite auf Forderungen sitzen. Das Bankensystem im Land könnte kollabieren.
Wäre ein Austritt aus der Euro-Zone sinnvoll?
Die konkreten ökonomischen Folgen eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone sind schwer vorhersehbar. Viele Experten sind sich aber sicher, dass die Auswirkungen für das Schuldenland und andere Staaten des Währungsraums verheerend wären.
Für Griechenland könnte es der wirtschaftliche Zusammenbruch sein. Ohne Euro müsste das Land wieder seine alte Währung Drachme einführen, die vermutlich eine drastische Abwertung erfahren würde. Über billigere Produkte würde dies zwar der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Athens zugutekommen. Viel schwerwiegender wäre aber, dass zugleich die in Euro aufgenommenen Altschulden drastisch steigen würden. Das wäre allerdings nicht der Fall, wenn es vorher zu einer Pleite gekommen wäre.
Hinzu kommt, dass das Land seine Staatsausgaben mangels Kreditfähigkeit nur aus seinen Einnahmen finanzieren könnte. Die Folge wäre ein vermutlich noch viel stärkerer Abschwung als bisher.

Auch für die Euro-Zone hätte ein Austritt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verheerende Folgen. An den Finanzmärkten würden wohl schnell andere finanzschwache Länder unter Druck geraten, der sogenannte Domino-Effekt könnte eintreten. Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen entsprechender Länder würden drastisch steigen und die jeweiligen Länder ähnlich wie Griechenland an den Rand der Zahlungsunfähigkeit führen. Letztlich könnte so der gesamte Währungsraum ins Wanken geraten.
Gibt es eine Alternative zu Pleite und Austritt?
Wichtig ist vor allem, dass Athen seine Sanierungspläne einhält und keine neuen Schulden anhäuft: Der Staat muss verschlankt werden, die Steuerhinterziehung bekämpft, die Privatisierung von Staatseigentum muss weitergehen. Zudem muss das zweite Rettungspaket für Athen umgesetzt werden, das bis 2014 die Unabhängigkeit vom Kapitalmarkt garantiert und dem Land so Zeit für tiefgreifende Reformen geben soll.


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