Neapel - Die Demonstranten warfen mit Steinen, Flaschen und auch Feuerwerkskörpern. Die Polizei antwortete mit Tränengas und versuchte, die Menge mit Gewalt abzudrängen. Am Rande eines deutsch-italienischen Ausbildungsgipfels ist es zu Ausschreitungen gekommen. Zu dem Treffen hatte Italiens Arbeitsministerin Elsa Fornero am Montag ihre deutsche Kollegin Ursula von der Leyen (CDU) eingeladen.
Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wurden rund 20 Demonstranten verletzt. Die Proteste richteten sich gegen die prekäre Lage auf dem Arbeitsmarkt Italiens. Ein Drittel der jüngeren Leute ist ohne Job, viele andere sind schlecht bezahlt oder nur befristet angestellt. Im Süden, zu dem Neapel gehört, ist die Situation besonders dramatisch. Deshalb, so Fornero, stelle sie die Initiative gerade hier als positives Signal vor. Die italienische Seite interessiert sich vor allem für das duale deutsche Ausbildungssystem. Geplant ist auch, mit TV-Spots auf den Wert von Ausbildungsverträgen hinzuweisen.
Von der Leyen bestärkte ihre Amtskollegin darin, den von der Reformregierung unter Mario Monti eingeschlagenen Weg nicht zu verlassen. Rom hat unter Monti eine Arbeitsmarktreform beschlossen. Es brauche Zeit, um Maßnahmen wirken zu lassen, sagte die Ministerin. In Deutschland sei die Jugendarbeitslosigkeit vor zehn Jahren doppelt so hoch gewesen wie heute, dann aber hätten schmerzhafte Arbeitsreformen Wirkung gezeigt.
dab/dpa
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