Ausfallversicherungen Anleger schützen sich gegen Pleite der USA

Investoren zweifeln an der finanziellen Lage der USA: In einem Jahr hat sich das Volumen der Ausfallversicherungen für amerikanische Schulden verdoppelt. Damit sichern sich die Anleger gegen eine Pleite der weltgrößten Wirtschaftsmacht ab.

Wall Street: Deutlicher Anstieg der Ausfallversicherungen auf US-Schulden
AFP

Wall Street: Deutlicher Anstieg der Ausfallversicherungen auf US-Schulden


New York - Der Druck der Finanzmärkte auf die US-Regierung wächst: Das Volumen der Ausfallversicherungen (CDS) für amerikanische Schulden hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt - von weniger als 12 Milliarden auf 24 Milliarden Dollar. In nur einer Woche erhöhte sich der Umfang der CDS um 1,3 Milliarden Dollar. Das berichtet die "Financial Times" und beruft sich auf ein Institut, das den weltweiten CDS-Handel beobachtet.

Mit CDS sichern sich Investoren gegen das Risiko ab, dass ein Anleihegeber im Falle einer Pleite seine Schulden nicht zurückzahlen kann. Tatsächlich destabilisieren die Ausfallversicherungen die Lage in dem verschuldeten Staat. Denn allein schon durch den massenhaften Kauf der Papiere schießt ihr Preis in die Höhe.

In der Relation fallen die CDS zwar noch kaum ins Gewicht: Immerhin haben die USA mittlerweile Schulden in Höhe von 14,2 Billionen Dollar. Und für 2011 muss das Land sich weitere 1,65 Billionen Dollar leihen. Zum Vergleich: Auf die 420 Milliarden Dollar griechische Schulden kursieren CDS in Höhe von 78 Milliarden Dollar. Dennoch zeigt das rapide steigende Interesse an den Ausfallversicherungen für US-Anleihen, wie skeptisch einige Investoren den Zustand des Landes mittlerweile sehen.

USA versprechen neue Sparpolitik

Im April hatte die Rating-Agentur Standard & Poor's den Ausblick für die langfristige Beurteilung der größten Wirtschaftsmacht der Welt von "stabil" auf "negativ" abgesenkt. Die Agentur sprach von einer 33-prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass die USA ihr Top-Rating AAA in den kommenden beiden Jahren verlieren könnten.

Auf dem laufenden G-8-Gipfel versprechen die USA nun eine neue Sparpolitik. Man werde "einen klaren und glaubwürdigen Rahmen zur mittelfristigen Haushaltskonsolidierung schaffen", heißt es im Entwurf für die Abschlusserklärung des Gipfels. Diplomaten sprachen von einem ungewöhnlichen Zugeständnis.

Bis spätestens Juli muss der Kongress zudem die gesetzliche Schuldenobergrenze von 14,3 Billionen Dollar anheben, damit die USA zahlungsfähig bleiben. Die Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes im Kongress ist wegen des Parteienstreits über den Sparkurs noch nicht sicher.

cte

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
minsk60 27.05.2011
1. Preis
Wäre interessant zu wissen, was der Preis für die CDS ist. An sich ist die Tatsache wenig bedeutsam, dass solche gehandelt werden. Es gibt CDS auf alles mögliche auch auf die Bundesrepublik.
muellerthomas 27.05.2011
2. .
Zitat von minsk60Wäre interessant zu wissen, was der Preis für die CDS ist. An sich ist die Tatsache wenig bedeutsam, dass solche gehandelt werden. Es gibt CDS auf alles mögliche auch auf die Bundesrepublik.
Für 5 Jahre Laufzeit aktuell 50bps für US-CDS, 40 auf Deutschland, 75 auf Frankreich und etwa 30 auf die Niederlande sowie die Schweiz.
weltbetrachter 27.05.2011
3. Schulden-Meister mit AAA-Bewertung
Solange die amerikanischen Ratingagenturen den Schuldenmeister USA mit AAA bewerten, ist doch alles in Ordnung. Und die werden sich hüten, etwas anderes im eigenen Mutterland zu tun. . Eher stufen die Deutschland auf "Ramschniveau" ab.
Munku 27.05.2011
4. Versicherung
Also handeln hier die Marktteilnehmer "rational", wenn sie Ausfallsversicherungen gegen den Dollar kaufen, d.h. auf die Insolvenz des Dollarraumes spekulieren. Aber wenn dasselbe im Euroraum passiert ist es gleich ein "Angriff auf den Euro".
shizzobi 27.05.2011
5. -
Würden sie einfach mal die Reichen und Superreichen mit zur Kasse bitten, gings ihnen nicht soo schlecht. Aber so patriotisch is des Volk dann doch wieder nicht. Erbärmlich.
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