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Zeugenaussage zu BER: Die Mär vom fast fertigen Flughafen

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Terminal des Flughafens Willy Brandt (BER): "Allenfalls zu 85 Prozent fertig" Zur Großansicht
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Terminal des Flughafens Willy Brandt (BER): "Allenfalls zu 85 Prozent fertig"

Schönrednerei, frisierte Berichte und Baufirmen, die machen, was sie wollen: Die Aussage eines ehemaligen Projektleiters wirft ein schlechtes Licht auf die BER-Flughafengesellschaft. Deren Geschäftsführer Mehdorn attackiert den eigenen Aufsichtsrat.

Berlin - Man kann sich leicht vorstellen, wie Knut Nell sich gegenüber Baulöwen behauptet. Er spricht leise, doch sein Tonfall hat jene Unnachgiebigkeit, die im Notfall selbst polternde Poliere in die Schranken weist. Mit ruhiger Selbstgewissheit trat der 46-jährige Architekt heute als Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses auf.

Ein Auftritt, der mit Spannung erwartet worden war, denn Nell kennt die Abläufe am Hauptstadtflughafen wie kein anderer - bis zu seiner Kündigung im Jahr 2012 koordinierte er als Projektleiter im Planungsbüro von Meinhard von Gerkan (pgbbi) die Abläufe auf der wohl peinlichsten Baustelle der Republik.

Aus seiner Sicht trägt die Schuld für das Chaos allerdings jemand anderes: die Flughafengesellschaft. Deren damalige Geschäftsführung habe Schönrednerei geduldet, Berichte frisiert und Baufirmen machen lassen, was sie wollten, sagte er sinngemäß aus: "Die Flughafengesellschaft hat leider trotz aller Drohungen nie Konsequenzen gegenüber den betroffenen Firmen gezogen."

Glaubt man Nell, waren die Probleme nicht wesentlich größer als auf anderen Großbaustellen auch. Bis auf die Entrauchungsanlage, die am Ende den Ausschlag dafür gab, den Eröffnungstermin abzusagen. Im Prinzip sei das Projekt im Juni 2012 zu 96 Prozent fertiggestellt gewesen. "Insgesamt betrachtet, haben wir einen guten Job gemacht."

Jeder bekräftigt seine eigene Perspektive

96 Prozent - die Aussage ist umso bemerkenswerter, als inzwischen fast zwei Jahre seit der spektakulären Absage der Eröffnungsfeier vergangen sind und derzeit niemand einen neuen Termin auch nur näherungsweise vorherzusagen wagt. Viel Zeit für die vier Prozent, die laut Nell noch zur Fertigstellung fehlten.

"Wenn man Straßen, S-Bahn-Zubringer und Parkplätze mit einbezieht, dann fällt der Anteil der noch ausstehenden Arbeiten tatsächlich klein aus", erklärt ein Insider. "Das Terminal selbst ist dagegen allenfalls zu 85 Prozent fertig". Nicht berücksichtigt seien dabei die Demontagearbeiten, die nur erforderlich seien, um die bestehenden Mängel beseitigen zu können, fügt er hinzu. Als Beispiel nennt er den Umbau der Kabelkanäle, für den alle Deckenverkleidungen demontiert werden müssten.

Ein Sonderfall sei die Entrauchungsanlage, erklärt der Insider weiter, "hier kann eigentlich keiner seriös sagen, was damit geschehen soll. Denn sie ist noch gar nicht vollständig getestet worden".

Entrauchungsanlage nicht das einzige Problem

Der neue Projektleiter von Flughafenchef Hartmut Mehdorn, Jürgen Großmann, hat sein Urteil dagegen schon gefällt. Er hält die zentrale Entrauchungsanlage für eine komplette Fehlplanung, die nie ihre Aufgabe werde erfüllen können. Die Lösung sieht er in einem radikalen Schnitt: Mehrere kleine Anlagen sollen das Ungetüm und seine mächtigen Ventilatoren im Keller ersetzen.

Dass die Probleme am Hauptstadtflughafen in der öffentlichen Wahrnehmung auf die Entrauchungsanlage reduziert werden, kommt Mehdorn und seinem Adlatus Großmann durchaus zupass. Da kapiert jeder sofort: Das wird teuer und es braucht seine Zeit. Die Liste der ausstehenden Bauaufträge ist jedoch noch ein gutes Stück länger. Sie finden sich in den "Planungsrestleistungen", die die Flughafengesellschaft vor wenigen Wochen ausgeschrieben hat. Dazu gehören Arbeiten an der Statik der Deckenkonstruktion, an Sanitär- und Klimaanlagen sowie die besagte Neuverlegung von Strom- und Datenleitungen. Auch warten die Sicherheitsleute in der Feuerwache immer noch auf funktionsfähige Kommunikationswege zum Hauptterminal und den umliegenden Gebäuden.

Es deutet also einiges darauf hin, dass weit weniger erledigt ist als auf offiziellem Wege zu erfahren ist - sei es von der Flughafengesellschaft oder vom Zeugen des ehemals beteiligten Planungsbüros.

Dass die Nerven der Beteiligten mittlerweile blank liegen, zeigt eine bizarre Attacke, die Flughafen-Geschäftsführer Hartmut Mehdorn am Freitag gegen seinen eigenen Aufsichtsrat ritt. Mehdorn ging das neue Aufsichtsratsmitglied Christian Görke (Linkspartei) offen an. Der Finanzminister Brandenburgs hatte tags zuvor im Landtag in Potsdam erklärt, dass für den Flughafen ein Mehrbedarf von 1,1 Milliarden Euro diskutiert werde.

Nach Mehdorns Ansicht hat Görke den Eindruck erweckt, dass das Projekt nur wegen Planungsfehlern und Baumängeln teurer werde. Dies sei falsch, betonte Mehdorn unter der Überschrift "Mehdorn widerspricht Minister Görke". Der Berliner Airport sei ursprünglich für 17 Millionen Passagiere im Jahr zu Kosten von 2,4 Milliarden Euro geplant gewesen. Nun werde aber für 27 Millionen Passagiere geplant. "Mehr Flughafen kostet auch mehr Geld", hob Mehdorn hervor. "Die Äußerungen von Herrn Görke sind insofern ärgerlich, weil er weiß, dass der BER über all die Jahre entsprechend den Anforderungen gewachsen ist."

In der Sitzung hatte Görke allerdings gar keine Gründe für die möglichen Mehrkosten genannt.

Mit Material von dpa

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1. Wer lügt, wer sagt nur nicht die Wahrheit.....
genugistgenug 09.05.2014
Zitat von sysopDPASchönrednerei, frisierte Berichte und Baufirmen, die machen, was sie wollen: Die Aussage eines ehemaligen Projektleiters wirft ein schlechtes Licht auf die BER-Flughafengesellschaft. Deren Geschäftsführer Mehrdorn attackiert den eigenen Aufsichtsrat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ausschusszeuge-berichtet-vom-fast-fertigen-hauptstadtflughafen-a-968593.html
und wieder die übliche Salbaderei und zünden von Nebelkerzen.... wie wäre es, einfach jede Person die beteiligt ist oder nur die Klappe aufzufordern zu erklären: Ich xxxxx erkläre hiermit an Eides statt, vollständig und wahrheitsgemäß........ Das würde sicher einige Lügen/Halbwahrheiten zurückhalten und den Staatsanwalten Vollbeschäftigung bringen - denn die Aussagen widersprechen sich generell
2. Wann
ralfrichter 09.05.2014
gibt es endlich mal ein Gesetz,welches die Verantwortlichen zur Rechenschaft zieht. Für nix ist Geld da,Berlin ist Pleite und dieser, für viele Menschen,überflüssige Flughafen wird ein Milliardengrab. Wie heisst es so schön,"Alle in einen Sack stecken,Knüppel drauf,triffst immer den Richtigen".....Solch einen kollektiven Irrsinn hat Deutschland seit seinem Bestehen noch nicht erlebt... Zeigt aber auch die Fähigkeit einiger Politiker,rumsülzen und schönreden und von der Materie keine Ahnung...
3. Die Mega-Schlamperei
eule_neu 09.05.2014
Die Schlamperei gehört nach Abschluss der Arbeiten für den BER vor die Staatsanwaltschaft, so wie es derzeit für die Elbphilharmonie durchgezogen wird. Es kann doch nicht sein, dass Politiker dass Geld der Steuerzahler verschleudern, ohne dafür belangt werden zu können. Die Staatsanwaltschaft Berlin muss die Schlamperei verarbeiten und die Schuldigen herausfinden. Diesen Leuten gehört die Pension gestrichen und den Nichtbeamten eine hohe Geldstrafe auferlegt. Die führenden Leute der Flughafengesellschaft einschließlich Vorstand und Aufsichtsrat müssen den Staatsanwalt im Nacken fürchten. In Berlin sollte Wowereit abgewählt werden und Neuwahlen ausgeschrieben werden ...
4. Das wirft vor allem ein schlechtes Licht auf Deutschland!
Tolotos 09.05.2014
Zitat von sysopDPASchönrednerei, frisierte Berichte und Baufirmen, die machen, was sie wollen: Die Aussage eines ehemaligen Projektleiters wirft ein schlechtes Licht auf die BER-Flughafengesellschaft. Deren Geschäftsführer Mehrdorn attackiert den eigenen Aufsichtsrat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ausschusszeuge-berichtet-vom-fast-fertigen-hauptstadtflughafen-a-968593.html
Am unteren Ende der Nahrungkette muss man sich für jedes Bröchen verantworten, aber oben im marktkonformen und asozialen Wasserkopf ist Eigenverantwortung ein völlig unbekanntes Fremdwort. Müssten Autobauer sich genau so wenig wie Politiker für die Folgen ihres Handelns verantworten, dann wäre jede Autofahrt ein Himmelfahrtskommando
5. dass dem noch jemand zuhört
real-pessimist 09.05.2014
finde ich als das Schlimmste am gamzen Debakel. Mehdorn hst die Ausstrahlung eines Bullterriers und wohl auch eine ähnliche Qualifikation. Schuld an all dem sind sicher überwiegend die Politiker und Vorgänger. Wowereit als Aufseher.... wohl ein Totalversager. Und dann wurde jrmand gesucht mit der Bereitxvhafr für genug Geld herzuhalten. Können war kaum nötig wdil eh schon viel zu viel Mist passiert ist. Dirse Arbeitsplatzbeschreibung pssst auf Mehdorn. In sofetn die Idealbesetung. Na und für seine Rente ist ja damit endgültig gesorgt. Woeis eh. Also passt es ja. Wir zahlen und dürfen meckern. Schöne Arbeitsteilung.
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