Druck auf Merkel: Bahn-Chef Grube soll mit Rücktritt gedroht haben

Von Andreas Wassermann

Der Bahn-Chef macht Druck: Rüdiger Grube soll mit Rücktritt gedroht haben, falls die Bundesregierung nicht eine weitere Liberalisierung des europäischen Schienenverkehrs blockiert. Offenbar mit Erfolg: Die EU-Kommission hat das 4. Eisenbahnpaket vorerst von der Tagesordnung gestrichen.

Bahn-Vorstand Grube: Lehnt Pläne für mehr Wettbewerb im Schienenverkehr ab Zur Großansicht
dapd

Bahn-Vorstand Grube: Lehnt Pläne für mehr Wettbewerb im Schienenverkehr ab

Berlin - Bahn-Chef Rüdiger Grube hatte jüngst einen wichtigen Termin mit Kanzlerin Angela Merkel. Es ging um das 4. Eisenbahnpaket der Europäischen Kommission, das die Unabhängigkeit des Schienennetzes von Bahnunternehmen sicherstellen will und damit für mehr Wettbewerb im europäischen Schienenverkehr sorgen soll. Danach wäre der Deutschen Bahn künftig untersagt, mit Gewinnen aus dem Netzbetrieb ihr eigenes Regionalverkehrsunternehmen DB Regio zu subventionieren und so Konkurrenten bei Streckenausschreibungen unterbieten zu können.

Grube machte bei dem Gespräch mit der Kanzlerin deutlich, dass die Deutsche Bahn diese Pläne ablehnt. Er soll gedroht haben, so berichten Insider, als Bahn-Chef zurückzutreten, wenn die Bundesregierung nicht ihren Einfluss in Brüssel geltend macht, um das 4. Eisenbahnpaket zu stoppen.

Ein DB-Sprecher bestätigt auf Anfrage des SPIEGEL das Gespräch, betont aber, Grube habe weder versucht, die Bundesregierung unter Druck zu setzen, noch mit seinem Rücktritt gedroht.

Bereits in der kommenden Woche, am 23. Januar, wollte die Kommission das Eisenbahnpaket verabschieden. Am Donnerstag wurde es überraschend von der Tagesordnung gestrichen und soll nun voraussichtlich erst im Februar beraten werden. Danach wird es im Europäischen Parlament eingebracht.

Bahn-Konkurrenten befürchten nun, dass das Europäische Parlament in dieser Legislaturperiode, die 2014 endet, überhaupt nicht mehr über die Wettbewerbsinitiative entscheiden werde. Nach den Wahlen im Juni 2014, müsste die Kommission dann das Eisenbahnpaket erneut im Parlament einbringen.

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1. Vorformuliertes Antwortschreiben für Frau Merkel
gog-magog 18.01.2013
Zitat von sysopdapdDer Bahnchef macht Druck: Rüdiger Grube soll mit Rücktritt gedroht haben, falls die Bundesregierung nicht eine weitere Liberalisierung des europäischen Schienenverkehrs blockiert. Offenbar mit Erfolg: Die EU-Kommission hat das 4. Eisenbahnpaket vorerst von der Tagesordnung gestrichen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bahnchef-grube-uebte-mit-ruecktrittsdrohung-druck-auf-merkel-aus-a-878297.html
Sehr geehrter Herr Grube, die Bürger der Bundesrepublik Deutschland nehmen Ihre fristlose Kündigung gerne entgegen und wünschen Ihnen alles Gute für Ihren weiteren Lebensweg. Vielen Dank! Mit freundlichen Grüßen Merkel
2. Gehts noch?
captain 18.01.2013
Dann soll er doch zurücktreten. Dann machts eben ein anderer. Er und sein Vorstandsregime sind eh zu blöd um Züge zeitgerecht und in guter Qualität zu kaufen, ständig können sich die Auftragnehmer bequem zurücklehnen und abwinken. Die Bahn kriegt nichts auf die Reihe. Es wäre noch schöner, wenn er der Politik vorschreibt, was zu entscheiden ist. ER hat die Vorgaben der Politik umzusetzen, nicht umgekehrt.
3. Unabhängigkeit des Schienennetzes von Bahnunternehmen
Aguilar 18.01.2013
Zitat von sysopdapdDer Bahnchef macht Druck: Rüdiger Grube soll mit Rücktritt gedroht haben, falls die Bundesregierung nicht eine weitere Liberalisierung des europäischen Schienenverkehrs blockiert. Offenbar mit Erfolg: Die EU-Kommission hat das 4. Eisenbahnpaket vorerst von der Tagesordnung gestrichen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bahnchef-grube-uebte-mit-ruecktrittsdrohung-druck-auf-merkel-aus-a-878297.html
Ob diese Trennung wirklich gut ist, wage ich zu bezweifeln. Zugunglücke in Großbritannien und den USA hatten diese Trennung in der Vergangenheit zur Ursache.
4. Na super,
z_beeblebrox 18.01.2013
Zitat von sysopdapdDer Bahnchef macht Druck: Rüdiger Grube soll mit Rücktritt gedroht haben, falls die Bundesregierung nicht eine weitere Liberalisierung des europäischen Schienenverkehrs blockiert. Offenbar mit Erfolg: Die EU-Kommission hat das 4. Eisenbahnpaket vorerst von der Tagesordnung gestrichen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bahnchef-grube-uebte-mit-ruecktrittsdrohung-druck-auf-merkel-aus-a-878297.html
soll dieser unsägliche DB-Chef doch gehen. Allein schon wegen Stuttgart21 hat er nen Rausschmiss verdient. Wo sind wir denn; die tollen EU-Freiheiten NICHT auf der Schiene? Das hätte dieser Kerl mit seinem trägen Laden wohl gerne. Sorg mal für Pünktlichkeit, da haste genug zu tun.
5.
hxk 18.01.2013
Zitat von sysopdapdDer Bahnchef macht Druck: Rüdiger Grube soll mit Rücktritt gedroht haben, falls die Bundesregierung nicht eine weitere Liberalisierung des europäischen Schienenverkehrs blockiert. Offenbar mit Erfolg: Die EU-Kommission hat das 4. Eisenbahnpaket vorerst von der Tagesordnung gestrichen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bahnchef-grube-uebte-mit-ruecktrittsdrohung-druck-auf-merkel-aus-a-878297.html
Wenn überhaupt geht das nur andersrum. Regio subventioniert das Netz.
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