Fachkräftemangel: Bahr will Pflegekräften Zuwanderung erleichtern

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Gesundheitsminister Bahr: "Vorrangprüfung für Pflegekräfte muss fallen"

In Deutschland fehlen Altenpfleger und Krankenschwestern, Gesundheitsminister Bahr will nun ausländischen Fachkräften den Zugang erleichtern. "Die Hürden sind zu hoch", kritisiert der FDP-Mann.

Berlin - Angesichts des Pflegenotstands fordert Gesundheitsminister Daniel Bahr eine deutliche Lockerung der Zuwanderungsregeln für ausländische Kräfte. "Wir brauchen Zuwanderung, auch wenn das allein die Probleme in der Pflege nicht lösen wird", sagte Bahr der "Welt".

Bei den Medizinern habe man erreicht, dass die Zuwanderung deutlich erleichtert werde, sagte der FDP-Politiker weiter. In der Pflege habe die Union das abgelehnt. "Die Hürden sind immer noch zu hoch", kritisierte Bahr. "Die Vorrangprüfung für Pflegekräfte muss fallen", forderte der Gesundheitsminister.

Er verwies auch auf das Notfallpaket von mehr als einer Milliarde Euro, das das Kabinett in der vergangenen Woche für die Kliniken beschlossen hatte. "Ich erwarte, dass die Krankenhäuser zusätzliche Pflegestellen schaffen", sagte der Minister.

Ein Problem ist die schlechte Bezahlung im Pflegebereich. Für Bahr sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer für die Höhe der Löhne verantwortlich. Das könne aber "noch besser werden", fügte er hinzu. In einer alternden Bevölkerung werde es mehr Nachfrage nach Pflege geben, umso attraktiver werde auch der Beruf dort.

cte/Reuters

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insgesamt 102 Beiträge
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1. Doch ein Einwanderuungsland?
uezegei 22.04.2013
„Wir sind kein Einwanderungsland“ - Politik - Tagesspiegel (http://www.tagesspiegel.de/politik/wir-sind-kein-einwanderungsland/783936.html) Deutschland ist kein Einwanderungsland, so war das Credo. Ob Herr Bahr sich da mal nicht wieder mit seinen Koalitions-"Partnern" überwirft ?
2. ich Dich nicht verstehen, aber alles gutt ... nicht, mama ?
temp1 22.04.2013
Das ist ein sprachliches Problem, daß schon jetzt mehr also offensichtlich im Gesundheits- und Pflegesektor ist. Da liegen alte, schwerhörige Menschen, oft zu schwach um sich deutlich zu artikulieren, bedürftig, daß Kommunikation leicht geht, weil die Kraft und Fähigkeiten für komplizierte Kommunikation fehlt. DAS können die meisten ausländischen Pflegekräfte nicht leisten !!! Wenn ich in Krankenhäusern und Pflegeheimen mit den Pflegekräften spreche, die aus Urkraine oder Pakistan kommen, dann wird auch mir als junger Mensch bewußt, wie anstrengend es ist, bis die verstanden haben, was ich ihnen sage und noch mehr bis ich verstanden habe, was sie antworten wollen. Dazu kommt noch der große Zeitdruck in diesem Berufsfeld, der keine Zeit läßt, Dinge mehrfach zu wiederholen, bis man weiß, daß man sich verstanden hat. In diesem Umfeld als schwer kranker Mensch zu sein und vollkommen abhängig zu sein ist noch verzweifelter und verunsichernder, wenn man noch nicht einmal weiß ob die Pflegekräfte richtig verstanden haben, man deren Antwort nicht versteht, Da bleibt bestenfalls die regelkonforme 0815-Befriedigung der in den Listen aufgeführten standardisierten körperlichen Bedürfnisse des Menschen, egal wessen der einzelne gerade bedarf. Es ist schon jetzt in vielen Stationen eine KATASTROPHE
3. Mal langsam
Progressor 22.04.2013
Die FDP ist eine Partei des freien Marktes. Nach diesen Vorstellungen bildet sich der Lohn für eine Tätigkeit nach Angebot und Nachfrage. D.h. wenn es zu wenig Altenpfleger und Krankenschwestern gibt, müsste die Tätigkeit besser entlohnt und/oder die Arbeitsbedingungen verbessert werden. So weit die grundsätzliche Logik die wir bei jeder Gelegenheit vor den Latz geknallt bekommen. Aber, siehe da, sobald es ernst wird, ist von solchen marktradikalen Ideen nichts mehr übrig. Der Lohn und die Arbeitsbedingungen im Pflegebereich sollen sich, wenn überhaupt, erst ändern, wenn sich auf der gesamten Welt niemand mehr findet der bereit ist zu den bestehenden Bedingungen dafür zu arbeiten. Ich habe dafür ein Adjektiv, das ich aber mal für mich behalte.
4. Chinesisch für Patienten
cirkular 22.04.2013
wird demnächst als VHS-Kurs angeboten, damit sich die Patienten mit ihren Pflegern verständigen können.
5. Es gäbe
felisconcolor 22.04.2013
Zitat von sysopDPAIn Deutschland fehlen Altenpfleger und Krankenschwestern, Gesundheitsminister Bahr will nun ausländischen Fachkräften den Zugang erleichtern. "Die Hürden zu hoch", kritisiert der FDP-Mann. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bahr-will-pflegekraeften-zuwanderung-erleichtern-a-895686.html
genügend Pflegekräfte. Wenn die Arbeit mal anständig bezahlt würde. Wenn es nach einem Herrn Bahr geht, wird aus einem mies bezahlenten Job, ein Job an der Grenze zur Ausbeutung. Die letzten deutschen Pflegekräfte werden es ihnen danken. Und die zu pflegenden auch. Wenn ich jetzt schon mit bekomme, wie teilweise Pflegekräfte ohne richtige Kenntnis der deutschen Sprache mit den Bewohnern umgehen. Hoffentlich erschiesst mich jemand wenn ich mal pflegebedürftig werde. Was hier geschieht ist eine Ohrfeige für die Menschen die Deutschland mal aus dem Dreck geholt haben. Aber das interessiert ja die Politiker nicht die Deutschland wieder dahin zurück schicken wollen.
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