Teure Griechenland-Umschuldung Bankenrettungsfonds macht Milliardenverlust

Der Schuldenschnitt in Griechenland hat dem deutschen Bankenrettungsfonds Soffin einen gewaltigen Verlust beschert. Im Jahr 2011 lag das Minus bei 13,1 Milliarden Euro. Seit seiner Einführung hat der Fonds einen deutlich höheren Fehlbetrag angehäuft.


Frankfurt am Main - Der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin hat im vergangenen Jahr ein Minus von 13,1 Milliarden Euro gemacht. Das teilte die für den Fonds zuständige Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) am Freitag mit.

Der Verlust resultiere im Wesentlichen aus der Umschuldung Griechenlands: Vor allem die Bad Bank der Hypo Real Estate (HRE) musste Milliarden abschreiben, weshalb der Soffin seine Rückstellungen kräftig erhöhte. 2010 hatte der Rettungsfonds einen Fehlbetrag von 4,8 Milliarden Euro ausgewiesen.

Der Bund hatte den Soffin während der Finanz- und Wirtschaftskrise nach dem Kollaps der US-Bank Lehman Brothers zur Stabilisierung der Märkte errichtet. Er haftet mit Steuergeld für potenzielle Risiken.

Behördensprecher Christopher Pleister betonte, der deutsche Finanzmarkt sei inzwischen erfolgreich stabilisiert worden: "Natürlich spiegelt sich die Umschuldung und damit die Stabilisierung Griechenlands in unserem Abschluss 2011 wider. Aber wenn man das größere Bild der Euro-Zone und mögliche negative Auswirkungen auf unsere Beteiligungen im Auge hat, war es richtig, sich an der Umschuldung zu beteiligen."

Seit seiner Gründung habe der Soffin insgesamt einen Fehlbetrag von 22,1 Milliarden Euro angehäuft. Allerdings betont die Bundesanstalt: "Eine abschließende Aussage über die Wertentwicklung des Finanzmarktstabilisierungsfonds wird erst nach dessen Auflösung zu treffen sein."

Stk/dpa-AFX

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