Schutz vor Finanzkrisen EU-Parlament beschließt Bankenunion

Breite Mehrheit für die Bankenunion: Das EU-Parlament hat für einen einheitlichen Mechanismus zur Abwicklung maroder Geldhäuser gestimmt. Damit sollen Steuerzahler künftig seltener zur Kasse gebeten werden.

Bankenviertel in Frankfurt am Main: Kompromiss zur Abwicklung maroder Institute
DPA

Bankenviertel in Frankfurt am Main: Kompromiss zur Abwicklung maroder Institute


Straßburg - Das EU-Parlament hat Regeln für die Abwicklung und Sanierung von Banken verabschiedet. Damit ist die Bankenunion perfekt, mit der in Zukunft eine Finanzkrise vermieden werden soll.

Künftig müssen in erster Linie Eigentümer und Gläubiger für die Bankenrettung aufkommen. Das EU-Parlament stimmte am Dienstag in Straßburg mit sehr großer Mehrheit für das Gesetz. Sparer mit weniger als 100.000 Euro auf ihrem Konto bleiben verschont.

Der Kompromiss zur Bankenabwicklung sieht vor, dass die Geldinstitute in den 18 Ländern der Euro-Zone binnen acht Jahren 55 Milliarden Euro in einen Abwicklungsfonds überweisen müssen. Nach zwei Jahren werden 60 Prozent der Gelder vergemeinschaftet, der Rest innerhalb der darauffolgenden acht Jahre. Dies soll gewährleisten, dass Aktionäre und Anleiheinhaber als erste haften müssen, wenn eine Bank in die Schieflage gerät.

Der Kompromiss, den Europaparlament, Rat und EU-Kommission geschlossen haben, geht weiter als man noch vor einigen Wochen erwarten durfte. Aber er wird wohl nicht ausreichen, um das große Versprechen der Bankenunion einzulösen.

bos/dpa/AFP



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
Baikal 15.04.2014
1. Seltener zur Kasse gebeten werden -
Nachtigall, ik hör dir trapsen. Also nur noch jedes dritte Mal oder so? Tatsächlich bestehen genug Möglichkeiten die Steuerkassen weiter auszunehmen. Draghi und seine Finanzmafia lassen sich doch nicht Goldman Sachs vom Brote nehmen.
sapereaude! 15.04.2014
2. Endlich!
Zitat von sysopDPABreite Mehrheit für die Bankenunion: Das EU-Parlament hat für einen einheitlichen Mechanismus zur Abwicklung maroder Geldhäuser gestimmt. Damit sollen Steuerzahler künftig seltener zur Kasse gebeten werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bankenunion-von-eu-parlament-beschlossen-a-964533.html
Endlich, darf meine Bank mit meinem Geld für die Misswirtschaft einer Bank in Zypern zahlen. Oder Spanien, oder Griechenland, ... Phantastisch!
sapereaude! 15.04.2014
3. Freibetrag?
Zitat von sysopDPABreite Mehrheit für die Bankenunion: Das EU-Parlament hat für einen einheitlichen Mechanismus zur Abwicklung maroder Geldhäuser gestimmt. Damit sollen Steuerzahler künftig seltener zur Kasse gebeten werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bankenunion-von-eu-parlament-beschlossen-a-964533.html
Wenn ich mit 67 in Rente gehe und optimistisch schätze, für die nächsten 13 Jahre jeweils 10.000€ zu benötigen, habe ich - so Gott will -130.000€ auf dem Konto. Davon wären dann 30.000 weg. Muss ich dann aus Kompatibilitätsgründen drei Jahre früher ins Gras beißen? Und was ist mit dem Konto einer Eigenttümergemeinschaft? Und wer sagt mir, dass es bei der Grenze von 100.000€ bleibt?
pom_muc 15.04.2014
4.
Zitat von sysopDPABreite Mehrheit für die Bankenunion: Das EU-Parlament hat für einen einheitlichen Mechanismus zur Abwicklung maroder Geldhäuser gestimmt. Damit sollen Steuerzahler künftig seltener zur Kasse gebeten werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bankenunion-von-eu-parlament-beschlossen-a-964533.html
Banken-Union. Euro-Bonds. Transfer-Union. Es sieht so aus als würde die komplette rot-grüne Wunschliste auf EU-Ebene umgesetzt. Ihr wollt Armut in D? Ihr bekommt sie!
quark@mailinator.com 15.04.2014
5. 55 Mrd. ? Nur ?
Ähm, da sollten nun aber noch 2 Nullen ran, oder ? Mit 5,5 Billionen EUR ließe sich vielleicht was machen, aber doch nicht mit 55 Mrd EUR. Und die 100k EUR, welche nicht belastet werden, sollten an die Inflation gebunden werden - kleiner Warenkorb, wohlgemerkt.
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