Bröckelndes Bankgeheimnis Datenlecks veranlassen 47.000 Steuerbetrüger zur Selbstanzeige

Das Bankgeheimnis in Europas Steueroasen bröckelt - und immer mehr Fiskusbetrüger werden nervös: Seit Anfang 2010 haben sich laut "Zeit" bundesweit mehr als 47.000 Menschen selbst angezeigt und mehr als zwei Milliarden Euro ans Finanzamt nachgezahlt.

Schweizer Bankenviertel: Datenlecks von Steuerbetrügern
REUTERS

Schweizer Bankenviertel: Datenlecks von Steuerbetrügern


Hamburg - Die Skandalnachrichten über Steuerbetrug häufen sich: Regelmäßig geraten neue Daten möglicher Täter in den Umlauf und lösen bundesweite Razzien aus. Mitte April legte ein Konsortium von Tageszeitungen, TV- und Radiosendern offen, wie mutmaßliche Fiskusbetrüger und ihre Dienstleister ein globales Netzwerk spinnen. Dieser Tage ist mit Uli Hoeneß, dem Präsident des FC Bayern, ein äußerst prominenter Deutscher ins Visier der Ermittler geraten. Gleichzeitig steigt die Kooperationsbereitschaft von Staaten wie der Schweiz und Luxemburg bei der Zusammenarbeit mit Fiskusfahndern.

Das Bankgeheimnis in Europa bröckelt an vielen Stellen - die Steuerbetrüger werden dadurch immer nervöser. Das belegt nun eine Umfrage der "Zeit". 47.294 Fiskusbetrüger in Deutschland hätten sich seit Anfang 2010 selbst angezeigt, berichtet die Wochenzeitung unter Berufung auf die 16 Landesfinanzbehörden der Bundesrepublik. Insgesamt 2,05 Milliarden Euro hätten die Steuerflüchtlinge ans Finanzamt nachgezahlt.

Für Anwälte und Steuerberater ist die Selbstanzeige mittlerweile ein lukratives Geschäft. Sie helfen Klienten beim Erstellen einer möglichst wasserdichten Selbstanzeige - und verdienen gut daran. In der Schweizer Bankenmetropole Zürich hatte im Januar sogar ein Seminar stattgefunden, bei dem Steuerberater ihr Wissen über die Kunst der Selbstanzeige vertiefen konnten. Sein Titel: "Verschwiegene Vermögen unter Druck".

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danido 24.04.2013
1.
Zitat von sysopREUTERSDas Bankgeheimnis in Europas Steueroasen bröckelt - und immer mehr Fiskusbetüger werden nervös: Seit Anfang 2010 haben sich laut "Zeit" bundesweit mehr als 47.000 Menschen selbst angezeigt und mehr als zwei Milliarden Euro ans Finanzamt nachgezahlt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bankgeheimnis-47-000-steuerbetrueger-zeigen-sich-selbst-an-a-896230.html
Die eigentliche Frage ist, bei wievielen dieser 47.000 Selbstanzeiger gab es danach einen Haftbefehl?! Ist Hoeneß eine Ausnahme, aus politischen Gründen, weil er prominent und CSU nah ist?
klamed 24.04.2013
2. dann ist BER ja gesichert...
... soviel Euphorie um die von Steuerbetruegern eingesammelten Steuern und in einem Handstreich sind diese durch straffrei Steuerverschwendung (BER, S21, Elbphi,.....) verpulvert. Keine Frage, Steuerhinterziehung muss verfolgt werden aber setzen wir (die Politik) den Hebel wirklich da an, wo am meisten zu holen ist?
fritzyoski 24.04.2013
3. Zwei Milliarden Euro
"47.000 Menschen selbst angezeigt und mehr als zwei Milliarden Euro ans Finanzamt nachgezahlt." Zwei Milliarden Euro, das verbrennen die Euro-Retter an einem Nachmittag. Die Leute mit groesseren Auslandskonten sollten endlich die Konsequenzen ziehen und sich samt ihrer Kohle aus der EU absetzen. Die Rettungs-Michel, HartzIVler und Migranten koennen es dann alleine stemmen.
johnnybach 24.04.2013
4. Wow!
Zitat von sysopREUTERSDas Bankgeheimnis in Europas Steueroasen bröckelt - und immer mehr Fiskusbetüger werden nervös: Seit Anfang 2010 haben sich laut "Zeit" bundesweit mehr als 47.000 Menschen selbst angezeigt und mehr als zwei Milliarden Euro ans Finanzamt nachgezahlt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bankgeheimnis-47-000-steuerbetrueger-zeigen-sich-selbst-an-a-896230.html
Na Mensch, da lohnt sich die Hatz auf Steuersünder ja richtig. Das sind im Schnitt immerhin so grob €43.000 Nachzahlung pro Selbstanzeige. Haben wir denn jetzt wirklich ein generelles Steuerhinterziehungsproblem, wenn die Nachzahlungen doch so relativ niedrig sind? Oder verteufeln die Politiker wieder nur den Bürger, um von ihrer eigenen Unfägigkeit abzulenken? Und nein, ich heiße Steuerhinterziehung nicht gut - ich stelle nur die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Mittel ...
gog-magog 24.04.2013
5.
Zitat von danidoDie eigentliche Frage ist, bei wievielen dieser 47.000 Selbstanzeiger gab es danach einen Haftbefehl?! Ist Hoeneß eine Ausnahme, aus politischen Gründen, weil er prominent und CSU nah ist?
Es dürfte wohl eher das Gegenteil der Fall sein. Angesichts der Straftat konnte ihn selbst die CSU, bei der sonst immer etwas in Sachen Amigo geht, nicht mehr schützen. Heute gehts halt nicht mehr ganz so einfach wie zu Zeiten von Maxwell Strauß, Schreiber, Pfahls, Bäderkönig Zwick, Müllermilch-Müller und Co. Heute schaut der Bürger mehr hin, weil man selbst immer mehr zahlt, wenn diese Verbrecher sich abseilen.
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