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Bankrott-Manager: Das tolle Geschäft der Pleitegeier

Von , New York

Die Kreditkrise hat eine neue Boom-Industrie geschaffen. Firmenberater und Anwälte lassen sich fürstlich entlohnen, um Konzerne durch die Insolvenz zu steuern. Allein der Konkurs der US-Investmentbank Lehman Brothers warf bisher 800 Millionen Dollar an Gebühren ab.

Demonstration von Lehman-Opfern in Frankfurt: Millionen für Firmenberater und Anwälte Zur Großansicht
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Demonstration von Lehman-Opfern in Frankfurt: Millionen für Firmenberater und Anwälte

Bryan Marsal freut sich, wenn Konzerne kaputtgehen. Wie ein Leichenbestatter, der die Hinterbliebenen taktvoll tröstet, doch an ihrer Trauer verdient, trägt Marsal Firmen zu Grabe: pietätvoll, diskret - und zu saftigen Preisen. Seinen jüngsten Auftrag etwa ließ er sich allein im April mit 15,2 Millionen Dollar vergüten.

Immerhin ist das ja auch der größte Auftrag seiner Karriere. Als vom Gericht bestallte Sanierungsfirma wickelt Marsals New Yorker Unternehmensberatung A&M die US-Investmentbank Lehman Brothers ab, die im September 2008 unterging. Von deren früherem Wolkenkratzer am Broadway aus, der heute dem britischen Finanzkonzern Barclays gehört, hilft Marsal rund 150 verbliebenen Lehman-Mitarbeitern, das Traditionshaus unter die Erde zu bringen.

Eine Sisyphusarbeit: Mit 638 Milliarden Dollar ist die Lehman-Pleite die bisher größte der US-Firmengeschichte. Die Liquidation könnte sich noch Jahre hinziehen. Das Gericht hat die Gläubiger - darunter die Großbanken Goldman Sachs und UBS sowie Abu Dhabi - vorgewarnt: Wahrscheinlich bekommen sie am Ende nur knapp 15 Prozent ihrer Investitionen zurück.

Denn ein großer Batzen der Gelder geht eben nicht an die geprellten Investoren, sondern an Insolvenzberater wie A&M. Das Unternehmen mit Sitz an der Lexington Avenue hat bisher für seine Dienste bei der Lehman-Abwicklung insgesamt 277,4 Millionen Dollar erhalten - im Schnitt 14,5 Millionen Dollar pro Monat, mehr als sonst ein Beteiligter.

Marsal und seine Kollegen sind die stillen Profiteure der Kreditkrise. Der Finanzcrash der letzten zwei Jahre hat Pleiten zum "heißesten Geschäft an der Wall Street" ("CNN/Money") gemacht, und die Lehman-Pleite ist das heißeste Geschäft von allen - "das goldene Ticket" zum Lottogewinn, so der Branchen-Newsletter "Bankruptcy Insider". Insgesamt 29 Consulting-Firmen, Anwaltskanzleien, Finanzberater und spezielle Investmentbanken haben in den 19 Monaten seit dem Untergang von Lehman knapp 800 Millionen Dollar an Gebühren und Spesen in Rechnung gestellt.

16,6 Millionen Dollar für Konfliktberatung

Die exorbitanten Summen, von der US-Börsenaufsicht SEC monatlich dokumentiert und vom Konkursgericht New York Süd abgesegnet, sind nun sogar auf dem besten Wege, die bisher lukrativste US-Pleite zu überrunden - den Konkurs des Ölmultis Enron.

Dies sind tolle Zeiten für die Pleitegeier. Den zweitgrößten Posten auf der aktuellsten Lehman-Abrechnung bestreitet die Kanzlei Weil Gotshal & Manges, die den Löwenanteil der Lehman-Konkursanwälte stellt und auch die Top-Kanzlei bei der Insolvenz des Autobauers General Motors (GM) ist (182,3 Millionen Dollar). Dahinter folgen die Konkurrenten Jenner & Block (53,5 Millionen Dollar) und Milbank Tweed Hadley & McCloy (52,8 Millionen Dollar). Jenner & Block erstellte dafür aber auch eine regelrechte Juristen-Enzyklopädie über den Fall Lehman, mit 2209 Seiten und 8197 Fußnoten.

Der Rest der langen Liste offenbart kryptische Dienstleistungen, die oft nur Insider verstehen. Die Kanzlei Curtis, Mallet-Prevost, Colt & Mosle bekam für "Konfliktberatung" 16,6 Millionen Dollar, die Finanzfirma Natixis Capital Markets für "Derivativenberatung" 8,1 Millionen Dollar, die Anwälte von Simpson Thacher & Bartlett für "Kongress- und Zeugenberatung" immerhin 2,4 Millionen Dollar. Die Spesen wurden wiederum von der Firma Brown Greer geprüft, die dafür ihrerseits 155.000 Dollar einsackte.

Die Mega-Pleiten der Mega-Krise haben zu einer neuen Boom-Industrie geführt. "Wir schlagen bei der Höhe der Gebühren ein neues Kapitel auf", sagt Harvard-Juristin Lynn LoPucki, die das Phänomen untersucht hat. "Lehman ist ein großer Fall, da steckt eine Menge Geld drin."

"Es ist eine Welt, in der der Zähler dauernd läuft", staunt die "New York Times" über den bisher obskuren Kosmos der Konkursberater. Der Zähler zählt in Stunden: So rechnen die Lehman-Anwälte von Weil einen Stundenlohn von bis zu 950 Dollar ab, und selbst ihre Rechtsgehilfen bekommen 295 Dollar. Die Investmentbank Houlihan Lokey, die Lehmans Gläubiger betreut, sackte anfangs monatlich 500.000 Dollar ein und jetzt 400.000 Dollar.

Konkursmasse von 742 Milliarden Dollar

Wer tiefer in die Spesenabrechnungen schaut, erlebt manche Überraschung. So gaben die Weil-Anwälte mehr als 500 Dollar pro Tag für Limousinen aus, die dann stundenlang vor den Büros auf der Straße warteten. Ein Jurist berechnete in einem Monat 2100 Dollar für seinen Chauffeur, ein anderer in vier Monaten 263.000 Dollar für Fotokopien, ein dritter für eine einzige telefonische Nachricht 48 Dollar. Und die Beraterfirma Huron war sich nicht zu schade, auf ihrer Rechnung exakt 2,54 Dollar für "Kaugummi am Flughafen" anzuschreiben.

Bryan Marsal bekam, wie er der "Times" stolz berichtete, den Auftrag am Vorabend der Lehman-Pleite. Die Dauer des ganzen Verfahrens war zunächst auf zwei Jahre avisiert, dürfte nun aber länger dauern. Am Ende steht A&M auch noch mal eine separate "Incentive-Gebühr" von 50 Millionen Dollar zu.

So massiv dieser Auftrag auch ist, für A&M ist er eigentlich ein Routinejob. Das 1983 von den Finanzmanagern Marsal und Alvarez während einer Golfpartie gegründete Unternehmen war schon an den schlagzeilenträchtigsten Konkursen, Sanierungen und Umstrukturierungen beteiligt - darunter Levi Strauss, die berüchtigte Enron-Wirtschaftsprüfungsfirma Arthur Andersen und Interstate Bakeries ("Wonder Bread"). Auch bei der Krise in Dubai sprang A&M helfend mit ein.

Heute beschäftigt A&M rund 1600 Consultants weltweit. Auch in Deutschland, wo es die Drogeriekette "Ihr Platz" und den hessischen Folienhersteller Treofan gesundschrumpfte. Die gesamte Konkursmasse, die A&M weltweit bewegt, beläuft sich auf 742 Milliarden Dollar.

Im Vergleich zu anderen Bankrott-Hebammen ist das allerdings fast Kleingeld. Lehman ist zwar der größte Fall aller Zeiten, doch dank der Krise quälen sich bis heute noch viele andere Mega-Insolvenzen durch die Gerichte, teils im Endzustand: die einstige US-Großbank Washington Mutual, der Finanzkonzern CIT, die alten Konzernhüllen von GM und Chrysler.

"Verletzt jedes Gefühl für Proportionen"

Die Kanzlei Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom allein managte nach Angaben des "Bankruptcy Insiders" im ersten Quartal des Jahres 1,22 Billionen Dollar Konkursmasse. Ein anderer einzelner Anwalt, James Carr von Kelley Drye & Warren, arbeitete demnach an 102 Insolvenzfällen gleichzeitig, mit 980,2 Milliarden Dollar an Gesamtvermögenswert.

Bryan Marsal von A&M wurde kurz auch als Sanierungschef von GM gehandelt, als der Autokonzern ins Insolvenzverfahren ging. Auch dieses Mammutunterfangen dürfte am Ende mehr als eine Milliarde Dollar an Gebühren für die Berater und Anwälte abwerfen - darunter selbst Kleckerposten wie 364,14 Dollar für Anzugreinigung und ein Hotelzimmer für 685 Dollar pro Nacht, gebucht von der Kanzlei Weil.

Solche Ausfälle rufen inzwischen aber auch Kritiker auf den Plan - allen voran Kenneth Feinberg, den Gehaltszar der US-Regierung. Der ist nun nicht nur beauftragt worden, die Bonusausschüttungen der Wall-Street-Banken zu drosseln, sondern auch die Spesenbücher des Lehman-Konkurses zu prüfen. Und was er darin fand, sagte er der "New York Times", "verletzt jegliches Gefühl der Proportionen".

Die Gebührenpläne wurden bisher vom United States Trustee Office überwacht, einer Aufsichtsbehörde des US-Justizministeriums. Deren Regeln stammen jedoch von 1998.

Nach zähen Verhandlungen einigte sich Feinberg mit den betroffenen Firmen jetzt darauf, die Gebühren zumindest ansatzweise einzuschränken. So dürfen die Berater und Juristen künftig nur noch Economy fliegen. Hotelzimmer dürfen höchstens 500 Dollar pro Nacht kosten, Kopien nur zehn Cents pro Blatt.

Diese Arbeit machte sich natürlich auch Feinberg nicht umsonst. Für seine Mühen ließ er seiner Kanzlei 1,2 Millionen Dollar bezahlen.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 11 Beiträge
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1. Das tolle Geschäft der Pleitegeier
der.letzte.dodo 01.06.2010
Was gibt es Schöneres, als das Kapital anderer Leute lustvoll zu verbraten und dabei noch auf der sicheren Seite zu sitzen? Das Abzocken von Provisionen,Stundensätzen und sonstigen Kosten ist die sicherste Einnahmequelle der Welt ist bei uns genau so, nur noch nicht ganz so dreist und unverschämt Aber was nicht ist, kann ja noch werden :-)) Die Gläubiger haben das Nachsehen!
2. jeder zweite
primatologe 01.06.2010
Zitat von sysopDie Kreditkrise hat eine neue Boom-Industrie geschaffen. Firmenberater und Anwälte lassen sich fürstlich entlohnen, um Konzerne durch die Insolvenz zu steuern. Allein der Konkurs der US-Investmentbank Lehman Brothers warf bisher 800 Millionen Dollar an Gebühren ab. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,697735,00.html
Jeder zweite Insolvenzanwalt arbeitet betrügerisch in die eigene Tasche, das hat eine Untersuchung gezeigt. Auch bei kleinen Sachen wie Privatinsolvenzen. Das hängt auch damit zusammen, das das Insolvenzrecht nicht nachgebessert wurde. Bei Karstadt wird das mit Highstreet/Goldman-Sachs oder Berggruen auch betrügerisch enden. Bei den Russen muss man abwarten, und mit der Metro hätte ich keine Bedenken.
3. Firmenberater und Anwälte
Tristan Steiner 01.06.2010
Irgendwie ist es schon pervers: Die Krise fördert genau jene "Berufe", welche den allerwenigsten praktischen Nutzen für die Menschheit haben: Firmenberater und Anwälte. Heuschrecken und Blutsauger.
4. .
happy2009 01.06.2010
Zitat von sysopDie Kreditkrise hat eine neue Boom-Industrie geschaffen. Firmenberater und Anwälte lassen sich fürstlich entlohnen, um Konzerne durch die Insolvenz zu steuern. Allein der Konkurs der US-Investmentbank Lehman Brothers warf bisher 800 Millionen Dollar an Gebühren ab. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,697735,00.html
Ich würde die Kanzleien in Derivaten bezahlen:-) Gibts ja genug davon
5. Das Zeitalter des Minus'
schweineigel 01.06.2010
Ein schönes Beispiel sind auch die Leerverkäufe. Es wird auf Verfall gewettet: Aktien, die man nicht hat, werden für Geld verkauft, das man auch nicht hat. Nach einer Weile hofft man, dass man das Versprechen lösen kann - ansonsten macht man Pleite, ein großer Rückschritt für sich selber, ein winziger Rückschritt für den Finanzmarkt. Mir geht es nicht in den Kopf, wie man aus dem Verfall Gewinn ziehen kann. Aber das ist die Macht des Minus - Minusertrag mal Minusvermögen mach Plusgewinn. Klingt plausibel, ist aber die Macht des Börsensumpf, der auch aus Verfall und Verrottung Dünger wunderschöne Blüten hervorzaubert. Kann das im Sinne der "Gerechtigkeit" sein? Kann das Schlechte gut sein? Die Börse ist die Kraft, die das Böse will aber das Gute schafft. Doch ist da nicht ein Körnchen Zynismus in diesen Worten? Darf es sein, dass die Überreste eines Menschen auf dem Komposthaufen Dünger für eine ertragreiche Ernte ist? Die destruktiven Finanzorgane vergleichen sich gerne mit Geiern - ungeliebte, aber nicht böse Gesellen, die aus dem Tod, der sowieso schon eingetreten ist, noch ein wenig Profit herausholen. Doch dieser Vergleich hinkt. Ein Geier ist für ein gesundes Tier kaum eine Gefahr. Da ist der Vergleich zu einem Raubtier schon besser. Es wartet im Dunkeln auf ein kräftiges Opfer, an dem noch genug Fleisch an den Rippen ist, um es dann unter Ausnutzung schwacher Punkte zu Fall zu bringen, und sich an dessen Resten zu laben.
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Einmal Pleite - und zurück
Chapter 11
In den USA können insolvente Unternehmen Gläubigerschutz nach "Chapter 11" beantragen. Die Folge: Der Aktienkurs stürzt in solchen Fällen ins Bodenlose. Doch die Firmen können ihre Sanierung immerhin unbehelligt von Forderungen der Geldgeber in Angriff nehmen. Arbeitsplätze bleiben so zumindest vorläufig erhalten.
Die Unternehmen
Oft schaffen es die Unternehmen, die nötigen Weichen zu stellen - und das Schutzprogramm wieder zu verlassen. Die Luftfahrtgesellschaft US Airways beispielsweise flüchtete nach dem 11. September als erste Airline unter die sogenannte "Chapter-11"-Regelung. Zwei Jahre später verließ sie das Programm wieder. Auch die Optikerkette National Vision, der Lebensmittelexporteur Chiquita und das Gesundheitsunternehmen Sun Healthcare haben den Ausweg aus der Pleite geschafft.
Die Aktionäre
Die Anleger hatten jedoch kaum etwas davon. Oft werden die Aktien vom Kurszettel gestrichen oder die Kurse dümpeln auch nach Beendigung des Gläubigerschutzes auf dem Niveau, das sie nach der Zahlungsunfähigkeit erreicht hatten. Nur selten schafft es eines dieser Unternehmen, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Wie zum Beispiel der Einzelhändler Stage Stores: Nach der Radikalsanierung setzte das Papier zu einem wahren Höhenflug an.

Bilanztermine:

Dienstag
Lions Gate

Donnerstag
Krispy Kreme
Quiksilver

Wirtschaftstermine:

Dienstag
Auto-Verkäufe
ISM Einkaufsmanagerindex
Ausgaben im Baugewerbe

Mittwoch
MBA Hypothekenanträge
Challenger-Bericht (angekündigte Massenentlassungen)
ICSC-Goldman Einzelhandelsumsätze

Donnerstag
Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
Produktivität und Lohnkosten
Auftragseingänge der Industrie
Fed Balance Sheet
Geldmenge

Freitag
Arbeitsmarktbericht

Die neuen Regeln für Manager
Vergütungshöhe
Der Aufsichtsrat soll künftig bei der Festlegung der Bezüge darauf achten, dass sie im angemessenen Verhältnis zur Lage des Unternehmens und - das ist neu - zur Leistung des Vorstands und der sonst "üblichen Vergütung" stehen. Übliche Vergütung meint, dass das Gehalt im Vergleich innerhalb der Branche, aber auch im Unternehmen selbst im Rahmen bleiben muss.
Langfristanreize
Vor allem müssen "langfristige Verhaltensanreize zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung" gesetzt werden. Dies ist eine direkte Lehre aus der Finanzmarktkrise, die durch die Gier in vielen Chefetagen nach kurzfristigen Boni zumindest verschärft worden war. Konkret wird festgeschrieben, dass Aktienoptionen erst nach vier statt bisher zwei Jahren eingelöst werden dürfen.
Herabsetzung
Der Aufsichtsrat soll neuerdings die Bezüge herabsetzen, wenn sich die Lage des Unternehmens verschlechtert. Das alte Recht stellte dies ins Ermessen des Gremiums.
Festlegung
Künftig muss der Aufsichtsrat selbst über die Vorstandsverträge befinden. Eine Delegation an einen Ausschuss, wo bislang meist die Gespräche stattfanden, ist untersagt. Die Hauptversammlung soll zudem das Recht haben, über die Vergütungen zu debattieren und Beschlüsse zu fassen - die allerdings nicht rechtlich verbindlich sein sollen. Ferner sollen künftig die Ruhestandsgehälter von ausgeschiedenen Vorständen veröffentlicht werden. Die entsprechende Transparenzvorschrift wird erweitert.
Managerhaftung
Die Top-Manager sollen künftig auf einem Teil der Schäden, die sie verursachen, selbst sitzen bleiben. Gegenwärtig stellen sie Versicherungen, deren Prämien von ihren Gesellschaften bezahlt werden, von der Haftung in der Regel frei. Künftig wird ein Selbstbehalt von zehn Prozent eingeführt. Vorstände können dann maximal mit dem Anderthalbfachen ihres Jahreseinkommens zur Kasse gebeten werden.
Wechselverbot
Für börsennotierte Aktiengesellschaften - also nicht Aktiengesellschaften in Familienbesitz - wird ein zweijähriges Verbot des Wechsels vom Vorstand in den Aufsichtsrat eingeführt. Damit soll eine effektivere Kontrolle des Unternehmens erreicht werden. Ausnahme: Der Vorschlag erfolgt von Aktionären, die zusammen mindestens 25 Prozent der Anteile halten.

Das milliardenschwere Rettungspaket
Das Herzstück des Hilfsplans ist der 700-Milliarden-Dollar-Fonds. Er soll angeschlagenen Finanzhäusern faule Hypotheken-Kredite und darauf basierende "giftige" Wertpapiere abkaufen. Das soll die Banken massiv entlasten.
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