Mega-Gasleitung: Bau der South-Stream-Pipeline beginnt

Die erste Naht an der Mega-Pipeline South Stream durch das Schwarze Meer ist geschweißt. Der russische Energiekonzern Gazprom hat mit dem Bau an der Gasleitung begonnen. Russlands Präsident Wladimir Putin sprach von einem wichtigen Projekt für ganz Europa.

Arbeiter an South-Stream-Pipeline: Eröffnungszeremonie mit Präsident Putin Zur Großansicht
REUTERS

Arbeiter an South-Stream-Pipeline: Eröffnungszeremonie mit Präsident Putin

Anapa - Russland hat mit dem Bau der Gaspipeline South Stream durch das Schwarze Meer begonnen. Mit dem 16 Milliarden Euro teuren Projekt will die Energiegroßmacht weiter auf den europäischen Markt vordringen. Der russische Präsident Wladimir Putin und der staatliche russische Gaslieferant Gazprom Chart zeigen gaben am Freitag den Startschuss für den Bau der Mega-Pipeline mit rund 2380 Kilometern Länge.

Putin sagte, das Projekt sei nicht nur für Russland, sondern für ganz Europa wichtig. "South Stream schafft die Voraussetzung für eine zuverlässige Versorgung unserer Kunden in Europa", so Putin. Nach seiner Rede umarmte der Präsident South-Stream-Aufsichtsratschef Henning Voscherau, den früheren Ersten Bürgermeister von Hamburg. Dann schweißten Arbeiter die erste Naht. An South Stream ist auch die BASF-Tochter Wintershall mit 15 Prozent beteiligt. Das erste Gas soll 2015 durch die Leitung fließen. Nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur wird South Stream im Jahr 2020 rund zehn Prozent des in der EU verbrauchten Erdgases liefern.

Gazprom-Chef Alexej Miller feierte den Baubeginn nahe der südrussischen Stadt Anapa auch als "Sieg" über das von der Europäischen Union (EU) unterstützte Konkurrenzprojekt Nabucco. "Wir haben Gas, wir haben Abnehmer, bei uns ist alles fertig", sagte Miller. Nabucco kommt hingegen seit Jahren nicht recht voran.

Bis zu 63 Milliarden Kubikmeter Gas sollen nach der Fertigstellung jährlich durch die vier Stränge der Pipeline strömen. Das entspricht etwa dem Verbrauch von 38 Millionen Haushalten. Mit der Leitung unter dem Schwarzen Meer hindurch über Bulgarien an die italienische Grenze will sich Russland von seinem bislang wichtigsten, aber unsicheren Transitland Ukraine lösen. Das maßgeblich von Putin vorangetriebene Projekt geht auf eine Initiative von Gazprom und dem italienischen Energieversorger Eni von 2007 zurück. Gazprom unterhält bereits die Nord-Stream-Pipeline durch die Ostsee nach Deutschland.

Experten sehen angesichts von South Stream kaum Chancen für die Nabucco-Pipeline, die einmal Gas unter Umgehung Russlands aus dem Kaspischen Meer nach Europa transportieren soll. Als wichtigster Partner hatte die Ex-Sowjetrepublik Aserbaidschan im Südkaukasus zuletzt eine kleinere Variante des Vorhabens ins Spiel gebracht.

Die EU wirft Gazprom Missbrauch der Marktstellung vor und hat deswegen im September eine Untersuchung eingeleitet. Zudem pocht die Europäische Union darauf, dass Gasverkäufer wie Gazprom nicht zugleich Besitzer der Transportwege sein dürfen.

Beim Pipeline-Projekt Nabucco hat RWE Chart zeigen unterdessen seinen Ausstieg angekündigt. Der Energieversorger hielt bislang 16,6 Prozent der Anteile und will diese an den österreichischen Mineralölkonzern OMV Chart zeigen verkaufen. Der Preis soll im zweistelligen Millionenbereich liegen.

max/dpa/AFP

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1. Gaz-Gerd vs. Gaz-Joschka
Pandora0611 08.12.2012
Zitat von sysopDie erste Naht an der Mega-Pipeline South Stream durch das Schwarze Meer ist geschweißt. Der russische Energiekonzern Gazprom hat mit dem Bau an der Gasleitung begonnen. Russlands Präsident Wladimir Putin sprach von einem wichtigen Projekt für ganz Europa. Bau der South-Stream-Pipeline beginnt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bau-der-south-stream-pipeline-beginnt-a-871702.html)
Mit South-Stream und North-Stream sieht die Nabucco-Pipeline ziemlich blass aus. Aber ob sie rentabel ist, wird erst die Zukunft erweisen. Eines steht schon fest, Nabucco lohnt sich nicht. Immer mehr steigen aus diesem "EU-Projekt" aus. (BP, RWE). Somit hat sich das "Eurokratenprojekt" erledigt.
2. Wie war das
felisconcolor 08.12.2012
Zitat von sysopDie erste Naht an der Mega-Pipeline South Stream durch das Schwarze Meer ist geschweißt. Der russische Energiekonzern Gazprom hat mit dem Bau an der Gasleitung begonnen. Russlands Präsident Wladimir Putin sprach von einem wichtigen Projekt für ganz Europa. Bau der South-Stream-Pipeline beginnt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bau-der-south-stream-pipeline-beginnt-a-871702.html)
Unterhalten sich ein Europäer und ein Russe über Pipelinebau. Sagt der Russe in sechs Wochen sind wir fertig Sagt der Europäer noch sechs Anträge dann können wir vielleicht anfangen. Europa muss es gut gehen, wenn man sich lange Socken leisten kann.
3.
Ghanima22 08.12.2012
Zitat von sysopDDie EU wirft Gazprom Missbrauch der Marktstellung vor und hat deswegen im September eine Untersuchung eingeleitet. Zudem pocht die Europäische Union darauf, dass Gasverkäufer wie Gazprom nicht zugleich Besitzer der Transportwege sein dürfen.
Plan B. Wie das aussieht, wenn man Pipelineprojekte plant ohne zu wissen wo man dann das Oel/Gas herbekommt, das beweist ja nun Nabucco hinreichend. Nehmt den Lieferanten die Infrastruktur zum Liefern weg und wir werden sehen, wie das am Schluss rauskommt. Schwachsinn!
4. Vertrauen
hans-juergen.matschiske 08.12.2012
Da können noch soviel unsachliche Beiträge erfolgen. Die Russen haben sich seit über 40 Jahren als zuverlässige Lieferanten erwiesen, weshalb wird dieses von der Presse und vielen unfähigen Politikern totgeschwiegen. Es sind die Neider, die auch sonst nichts auf die Reihe bringen. Für dieses Engagement ( und wenn er auch noch soviel dabei verdient ) sollte der deutsche Bürger dem GAZ- Gerd dankbar sein. Die Wirtschaft ist es mit Sicherheit. Das die Nord-Stream Leitung durch die Ostsee verläuft ist absolut korrekt, dann gibt es auf dem Wege zu uns auch keine Schieber die man zumachen kann. Dieses Spiel kennt man doch aus der Ukraine.
5. Genau so sehe ich das auch.
topodoro 08.12.2012
Zitat von hans-juergen.matschiskeDa können noch soviel unsachliche Beiträge erfolgen. Die Russen haben sich seit über 40 Jahren als zuverlässige Lieferanten erwiesen, weshalb wird dieses von der Presse und vielen unfähigen Politikern totgeschwiegen. Es sind die Neider, die auch sonst nichts auf die Reihe bringen. Für dieses Engagement ( und wenn er auch noch soviel dabei verdient ) sollte der deutsche Bürger dem GAZ- Gerd dankbar sein. Die Wirtschaft ist es mit Sicherheit. Das die Nord-Stream Leitung durch die Ostsee verläuft ist absolut korrekt, dann gibt es auf dem Wege zu uns auch keine Schieber die man zumachen kann. Dieses Spiel kennt man doch aus der Ukraine.
Und wenn die "Freunde Syriens" und die Türkei, die Iran-Irak-Syrien Pipeline zulassen würden, und den Syriern nicht diese Allahu Akbar "Aktivisten" auf den Hals hetzen würden, wäre die Gasversorgung vollkommen sicher und die Preise würden in einen Wettbewerb kommen.
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