Drohende Kostenexplosion GroKo will Baukindergeld noch vor Einführung einschränken

Das neue Baukindergeld droht, alle Budgetrahmen zu sprengen. Finanz- und Bauministerium wollen das so lösen: Geld gibt es nur bis zu einem bestimmten Einkommen - und nun auch nur bis zu einer bestimmten Quadratmeterzahl.

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Im Streit um die Finanzierung des neuen Baukindergelds haben sich Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bauminister Horst Seehofer (CSU) geeinigt. Um die Kosten des Vorhabens zu beschränken, wollen sie nach SPIEGEL-Informationen neben einer Einkommensgrenze auch eine Flächenobergrenze für förderungswürdige Neubauten einführen. Für eine vierköpfige Familie soll sie bei 120 Quadratmetern liegen. Größere Wohnungen erhalten keine Förderung. Mit jedem weiteren Kind soll die Grenze um 10 Quadratmeter erweitert werden.

Diese Lösung soll am kommenden Donnerstag vom Haushaltsausschuss bei seiner Bereinigungssitzung für den Bundesetat 2018 beschlossen werden. Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD ein Baukindergeld mit einem Fördervolumen von zwei Milliarden Euro vereinbart. Anspruch auf die Subvention haben Bauherren, die bis zu 75.000 Euro zu versteuerndes Einkommen vorweisen. Bei jedem Kind unter 18 Jahren wächst der Betrag um 15.000 Euro.

Mit der Flächendeckelung zieht die Große Koalition neben der Einkommensgrenze eine zweite Obergrenze ein. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die Subvention den geplanten Ausgabenrahmen deutlich überschreiten würde. Zuletzt wurde mit Kosten von 3 bis 4 Milliarden Euro gerechnet.

Zum Hintergrund: Die Grenze von 120 Quadratmetern entspricht laut statistischem Bundesamt grob der durchschnittlichen Wohnfläche, die vierköpfige Familien in Deutschland bewohnen.

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insgesamt 103 Beiträge
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Seite 1
exHotelmanager 23.06.2018
1.
Da wird dann eben bei Keller und Dachgeschoss geschummelt. Ich finde die Obergrenzen viel zu hoch. Es sollten die Familien gefördert werden, die einer Förderung wirklich bedürfen. Nicht ZvE, sonder der Bruttolohn bei 75.000 wäre OK. 90 qm reichen, mehr ist luxus.
dagmar1308 23.06.2018
2. Bauland ist der einzig
wirkliche Engpassfaktor. Seine Beseitigung löst fast alle Probleme in allen Teilbereichen des Wohnungsmarktes, nicht nur für Mieter. Es öffnet vielen Menschen das Tor zum Wohneigentum, also für ein freieres Leben außerhalb der Arbeitswelt und macht Wohnungen frei für Mieter bei sinkenden Preisen. Damit es der dümmste Politiker kapiert: Auf Bauland kann man neue, d.h. zusätzliche Wohnungen bauen. Natürlich gehören einige kleinere Gesetzesänderungen dazu. Welche Führungsfiguren haben wir den eigentlich da oben, das die einfachste Zusammenhänge nicht raffen. Um München gibt es riesige, ökologisch tote Agrarflächen, hoch subventioniert von den Abgaben der arbeitenden Bevölkerung.
Berliner Type 23.06.2018
3. wird nicht mehr reichen
wer z.b. in Berlin bauen möchte zahlt für 120 Quadratmeter Wohnung pro Quadratmeter so ab 4 bis 5000 ?, mit Baunebenkosten kommen da schon mal so Runde 600000 ? zusammen. bei den maximalen Familien Jahreseinkommen von 750.000 Euro wird es da schon eng eine Bank zu finden. netter Ansatz aber solang die Regierung nur Maßnahmen alles die die Baukosten weitertreiben (umweltauflagen) wird es Familien mit geringen Einkommen weiterhin nicht möglich sein Eigentum zu erwerben.
eunegin 23.06.2018
4. sinnloses Verwaltungsmonster - es geht simpler
Warum denn nicht einfach Entgegenkommen bei der Grunderwerbssteuer für Familien bei erstmaliger Eigennutzung? Oder eine Deckelung der Maklergebühren (Berlin ist irre! Doppelte Maklerkosten im Vergleich zu Bayern!). Es sind die Nebenkosten, die den Bau unnötig teuer machen. Hier kann man ohne viel Aufwand ansetzen.
demokrat2 23.06.2018
5. Kluge Entscheidung ....
.... von Scholz und Seehofer. Die Förderung ist damit jederzeit woeder änderbar, wenn die Finanzierung es zulässt. Die Koalition arbeitet ihre Zusagen ab.
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