Beamtenbund Dem Staat fehlen 185.000 Mitarbeiter

Es fehlen Lehrer, Polizisten, Erzieher. Die Verwaltungen sind überlastet. Laut Beamtenbund ist der Personalmangel beim Staat groß - und dürfte sich in den nächsten Jahren noch verschärfen.

Polizeibeamte gehen im Berliner Flughafen Tegel Streife (Archivfoto)
DPA

Polizeibeamte gehen im Berliner Flughafen Tegel Streife (Archivfoto)


Dem Staat fehlen nach Einschätzung des Beamtenbundes dbb derzeit mehr als 185.000 Mitarbeiter. Das geht aus einer Aufstellung des dbb Beamtenbund und Tarifunion hervor. Demnach fehlen in den Kommunalverwaltungen fast 138.000 Mitarbeiter, davon allein im Erziehungsdienst 130.000.

Den Feuerwehren fehlen laut dbb 4000, den Jugendämtern 3000 Mitarbeiter. Eine Lücke von 32.000 Mitarbeitern habe sich an den Schulen aufgetan, 8000 Mitarbeiter fehlten den Landespolizeien und 500 der Bundespolizei. Im öffentlichen Gesundheitsdienst gibt es laut Beamtenbund eine Unterbesetzung von 2500, in der Justiz von 3000 und bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern von 1500 Mitarbeitern.

Die Zahlen stammen von den einzelnen Mitgliedsgewerkschaften des dbb und zeigen laut Beamtenbund offene Stellen sowie den tatsächlichen Personalmangel im Arbeitsalltag. Unter dem Dach des dbb sind 42 Mitgliedsgewerkschaften organisiert.

Unter anderem wegen der Herausforderungen durch Inklusion und Migration bräuchten vor allem Länder und Kommunen zusätzliches Personal, so der dbb. In den kommenden 15 Jahren werde sich der Personalmangel verschärfen, denn 1,5 Millionen Beschäftigte würden altersbedingt aus dem öffentlichen Dienst ausscheiden. Ziehe man davon die zu erwartenden Neueinstellungen ab, bleibe rechnerisch eine Personallücke von mehreren Hunderttausend Beschäftigten.

asa/dpa



insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
and_over 03.01.2018
1. vielleicht
sollte man die vorhandenen Mitarbeiter sinnvoll einsetzen und überbordende Bürokratie abschaffen.
tommirf 03.01.2018
2. Die Schwarze Null
hat unser Gemeinwesen zu Tode gespart. Die Justiz ist wegen Personalmangel fast handlungsunfähig, Strafverfahren ( z.B. wegen Angriffen auf Einsatzkräfte von Feuerwehr odre Rettungsdiensten ) werden eingestellt oder verjähren. Die Infrastruktur, Bahn, Straßen, Brücken, Kommunikation kommt auf der Felge daher... dafür wird Banken und der Autoindustrie das Geld nachgeschmissen.
joomee 03.01.2018
3. Sachlich bleiben
Zitat von tommirfhat unser Gemeinwesen zu Tode gespart. Die Justiz ist wegen Personalmangel fast handlungsunfähig, Strafverfahren ( z.B. wegen Angriffen auf Einsatzkräfte von Feuerwehr odre Rettungsdiensten ) werden eingestellt oder verjähren. Die Infrastruktur, Bahn, Straßen, Brücken, Kommunikation kommt auf der Felge daher... dafür wird Banken und der Autoindustrie das Geld nachgeschmissen.
Bleiben Sie sachlich, auch wenn Sie die frühere Regierung und Schäuble nicht mögen, Deutschland hat gerade mal drei Jahre einen ausgeglichenen Haushalt und vorher wurden 45 Jahre lang jedes Jahr massiv mehr Geld ausgeben als eingnommen und ordentlich Schulden gemacht. Es ist lächerlich es so hinzustellen, als ob es kaputte Brücken und fehlende Mitarbeiter erst seit drei Jahren gäbe. Zudem wird in allen Bereichen jedes Jahr mehr Geld ausgegeben. Im übrigen teile ich Ihre Meinung vom maroden Deutschland nicht, selbst wenn es - wie überall - viel zu machen gibt. Da ist zuviel Drama und Übertreibung der „Ich-lebe-gerne-auf-Pump Klientel“ drin.
cspersonal 03.01.2018
4. überbordende Bürokratie?
"sollte man die vorhandenen Mitarbeiter sinnvoll einsetzen und überbordende Bürokratie abschaffen" Die "überbordende Bürokratie" entsteht meist dabei, "ineffiziente Bürokratie in Deutschland" durch das vermeintliche Messen ihrer Leistung auf "Effizienz und Wirtschaftlichkeit" zu trimmen. Bürokratie bedeutet Schriftlichkeit, Gesetz, Verantwortlichkeit, Neutralität und Trennung von Amt und Person. Kurzum Rechtsstaatlichkeit. Wie das vermeintliche "Sparen" Rechtsstaatlichkeit unterminiert sieht man bestens bei der laxen Verfolgung von Steuerkriminalität.
1759 03.01.2018
5. Merkwürdig
Wieso will denn keiner Beamter mehr werden? Angeblich überbezahlt, angeblich moderate Arbeitszeiten, und angeblich paradiesische Zustände bei den privaten Kassen. Vielleicht doch kein Traumjob?
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