Erlass von Beitragsschulden Nur 8000 Nichtversicherte kehren zur Krankenkasse zurück

Mehr als 100.000 Deutsche stehen ohne Krankenversicherung da - ein Gesetz sollte dies ändern. Laut "Berliner Zeitung" machten bislang aber nur rund 8000 davon Gebrauch.

Krankenversicherungskarten: Stichtag für den Erlass der Schulden ist der 31.12.
DPA

Krankenversicherungskarten: Stichtag für den Erlass der Schulden ist der 31.12.


Berlin - Nur wenige Menschen haben bisher das Gesetz zum Erlass von Beitragsschulden genutzt und sich wieder bei einer Krankenversicherung angemeldet. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, wie die "Berliner Zeitung" berichtet.

Zum Hintergrund: Seit 2007 sind alle ehemals gesetzlich Versicherten dazu verpflichtet, sich wieder krankenversichern zu lassen - egal, aus welchen Gründen sie ihren Schutz verloren haben. Seit 2009 gilt das auch für frühere Privatversicherte. Seit diesen Stichtagen ist auch ein Beitrag fällig. Wer sich allerdings bis heute nicht bei seiner letzten gesetzlichen Versicherung gemeldet hat, hat Beitragsschulden angesammelt, unter Umständen auch Säumniszuschläge. Holt ein Nichtversicherter die Meldung bis zum 31. Dezember nach, erlässt die Kasse ihm alle Schulden.

Der "Berliner Zeitung" zufolge sind bis Ende November aber nur rund 5000 Nichtversicherte zu gesetzlichen Kassen zurückgekehrt, die privaten Krankenversicherer meldeten etwa 2700 Rückkehrer. Nach jüngsten Zahlen gab es 2011 rund 137.000 Nichtversicherte, vor allem Kleinselbstständige, Existenzgründer und Obdachlose.

Das im Sommer in Kraft getretene Gesetz ist bis Ende des Jahres befristet. In der Antwort der Bundesregierung heißt es dem Bericht zufolge, nun müsse geprüft werden, ob weitere Maßnahmen erforderlich seien, um die Zahl der Unversicherten zu senken.

yes/dpa



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insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
sponnerd 19.12.2013
1. ...
Zitat von sysopDPAMehr als 100.000 Deutsche stehen ohne Krankenversicherung da - ein Gesetz sollte dies ändern. Laut "Berliner Zeitung" machten bislang aber nur rund 8000 davon Gebrauch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/beitragsschulden-8000-nichtversicherte-kehren-zur-krankenkasse-zurueck-a-939971.html
Tolle Sache! Da wird man als säumiger Zahler noch belohnt für sein Verhalten! Ist ja fast wie bei den Eurorettungsfonds für unsere südeuropäischen Freunde. Da fragt man sich doch als regelmässiger (und unfreiwillig) Versicherter was man so falsch macht. Ich hätte auch gerne die Möglichkeit einfach nicht zu zahlen und hinterher ist totzdem alles gut!
OliverKönig 19.12.2013
2. es gibt ein Leben ohne KV
ja, es geht, bin seit Jahren nicht versichert, bezahle meine ärztlichen Behandlungen aus eigener Tasche, und spare mir die hohen Versicherungsprämien. Als Selbständiger kann man das machen. Eine Herztransplantation würde ich mir damit wohl nicht leisten können, aber ich finde, sowas muss auch nicht sein.
RenegadeOtis 19.12.2013
3.
Zitat von OliverKönigja, es geht, bin seit Jahren nicht versichert, bezahle meine ärztlichen Behandlungen aus eigener Tasche, und spare mir die hohen Versicherungsprämien. Als Selbständiger kann man das machen. Eine Herztransplantation würde ich mir damit wohl nicht leisten können, aber ich finde, sowas muss auch nicht sein.
Und wenn ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder ein Krebsleiden kommt - oder ein Unfall - dann werden Sie erhobenen Hauptes den direkten Weg ins Ableben gehen? Ich glaube nicht. Aber wir alle Anderen haben uns dazu verpflichtet (kraft Gesetz) jeden in unserem Sozialstaat aufzufangen. Sogar Vögel wie Sie. ;)
olaf_b. 19.12.2013
4. Die GKV wissen von nichts
Zitat von sysopDPAMehr als 100.000 Deutsche stehen ohne Krankenversicherung da - ein Gesetz sollte dies ändern. Laut "Berliner Zeitung" machten bislang aber nur rund 8000 davon Gebrauch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/beitragsschulden-8000-nichtversicherte-kehren-zur-krankenkasse-zurueck-a-939971.html
Nur Mut, liebe Nichtversicherte. Ich gehöre zu den 8000, die den Schritt gemacht haben und in die GKV zurückgekehrt sind. Allerdings sollte man sich vorher kundig machen. Mir und anderen ist es jedenfalls passiert, dass der Sachbearbeiter von diesem Gesetz noch nie etwas gehört haben wollte. Erst nachdem deutlich wurde, dass ich mich nicht abwimmeln lassen würde, händigte mir der Sachbearbeiter einen Stoß von Forumlaren aus. Darin sollte ich unter anderem nachweisen, seit wann ich vor dem Austritt in der GKV versichert war (also von Geburt an), sollte alle jemals besuchten Schulen angeben (mit Nachweis) etc. Erst als der Herr bemerkte, dass ich mich tatsächlich anschickte, die Formulare in der Geschäftsstelle auszufüllen, hatte er ein Einsehen mit den Worten: "Das benötigen wir nicht, ich habe ohnehin alles im Computer. Von da an lief alles reibungslos. Freilich hatte ich in der nichtversicherten Zeit keinerlei medizinische Dienstleistung in Anspruch genommen. Das ist Voraussetzung.
Pizza72 19.12.2013
5.
Zitat von OliverKönigja, es geht, bin seit Jahren nicht versichert, bezahle meine ärztlichen Behandlungen aus eigener Tasche, und spare mir die hohen Versicherungsprämien. Als Selbständiger kann man das machen. Eine Herztransplantation würde ich mir damit wohl nicht leisten können, aber ich finde, sowas muss auch nicht sein.
Ich weiß ja nicht wie alt Sie sind, aber je älter, desto höher das Risiko von chronischen Erkrankungen mit entsprechenden Folgekosten und nicht bei allen Krankheiten geht das Ableben dann so einfach vonstatten wie bei Herzproblemen. Mein Mann erlitt dieses Jahr ein akutes Nierenversagen, dass durch einen hohen Prozentsatz an abgestorbenem Gewebe chronisch wurde. Allein die Dialyse kostet rund 2000 € im Monat plus Taxikosten (selbst fahren darf man nach der Dialyse nicht) plus insgesamt 2 Monate Krankenhausaufenthalt plus alle sonstigen nötigen Behandlungen (Shunt-OP, Lungenentzündung, wegen falsch liegendem Katheter etc.). Und hat schon die Zuzahlung von 2 Prozent des Bruttoeinkommens belastet, die binnen zwei Wochen bereits erreicht war. Das teuerste kommt noch: die Nierentransplantation (Lebendspende). Aber sowas muss Ihrer Ansicht nach wohl auch nicht sein, auch wenn man danach (fast) wieder ein normales Leben führen kann. Hauptsache man hat in guten Zeiten etwas Geld gespart. Wenn Sie Pech haben, können Sie die Behandlung nicht einmal verweigern. Da liegen Sie dann bewusstlos auf der Intensivstation und wenn Sie wieder zu sich kommen sind Sie bereits hoch verschuldet.
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