Belastung für Verbraucher Lebensmittelpreise steigen stark an

Obst: plus 5,2 Prozent. Gemüse: plus 6,3 Prozent. Butter: sogar plus 23,7 Prozent. Lebensmittel sind dem Statistischen Bundesamt zufolge im vergangenen Jahr deutlich teurer geworden. Vor allem einkommensschwache Haushalte leiden darunter.

Einkaufswagen: Anstieg auch in diesem Jahr erwartet
DPA

Einkaufswagen: Anstieg auch in diesem Jahr erwartet


Wiesbaden - Der Trend ist eindeutig: Die Preise für Lebensmittel in Deutschland steigen schneller als die Verbraucherpreise insgesamt. So wurden Butter und Milch im vergangenen Jahr um 1,6 Prozent teurer. Die Inflationsrate lag dagegen bei nur 1,1 Prozent.

Einen Preisschub bei Lebensmitteln gab es zum Jahresende: Im Dezember stiegen die Preise um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, stärker als jemals zuvor im vergangenen Jahr, teilte das Statistische Bundesamt an diesem Donnerstag in Wiesbaden mit.

Bereits seit Jahren zeichnet sich der Trend ab. Seit dem Jahr 2005 wurden Nahrungsmittel um 13 Prozent teurer. Alle Verbraucherpreise zusammen stiegen in dem Zeitraum dagegen nur um 8,2 Prozent. Damit sind Niedrigverdiener besonders stark von den steigenden Preisen betroffen, da sie einen relativ großen Teil ihres Geldes für Lebensmittel ausgeben müssen.

Süßes billiger

Im vergangenen Jahr wurden vor allem Obst (plus 5,2 Prozent) und Gemüse (plus 6,3 Prozent) teurer. Der Butterpreis legte um 23,7 Prozent zu. Hier aber gab es in den vergangenen drei Jahren laut Statistikamt immer wieder große Preissprünge und Preissenkungen. Deutlich teurer wurde im vergangenen Jahr auch Fisch. Fleisch und Milch verteuerten sich dagegen nur um 0,4 Prozent. Gesunken sind im Jahr 2010 die Preise für Süßwaren um 1,0 Prozent, besonders stark für Zucker (minus 11,6 Prozent). Auch Brot wurde leicht billiger (minus 0,3 Prozent).

Auch in diesem Jahr dürften die Lebensmittelpreise weiter steigen. Verbraucher müssten sich auf "moderate Preissteigerungen" einstellen, hatte die Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE) am Mittwoch in Berlin mitgeteilt. Grund dafür sei, dass die Agrarrohstoffpreise im Laufe des Jahres 2010 "sprunghaft" gestiegen seien. Viele Hersteller hätten bereits Preiserhöhungen angekündigt.

Zeit der billigen Lebensmittel vorbei

Auch Bauernpräsident Gerd Sonnleitner erklärt die Phase der billigen Lebensmittel für beendet. "Die Zeiten sind vorbei", sagte der Chef des Deutschen Bauernverbandes am Donnerstag in der ARD. Die Preise für Agrarprodukte werden nach seiner Prognose in diesem Jahr um zwei Prozent zulegen. "Unsere Kosten für Energie, für Düngemittel, für Betriebsmittel sind enorm gestiegen", sagte Sonnleitner. "Wir brauchen diese Preissteigerung."

Die Lebensmittelpreise waren bereits im Jahr 2007 massiv gestiegen. Auch damals hatte der Boom vor der Finanzkrise zu einem Boom am Rohstoffmarkt geführt. Zwischenzeitlich waren die Rohstoffpreise im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise aber wieder gesunken.

So stark sind die Preise für Lebensmittel gestiegen (2010)

Produkt Veränderung gegenüber Vorjahr (in Prozent)
Brot und Co. -0,3
Butter 23,7
Fisch 3,6
Fleisch 0,4
Milch, Eier und Co. 0,4
Speisefette und Öle 8,7
Obst 5,2
Gemüse 6,3
Süßwaren -1,0
Zucker -11,6
Sonstiges -0,4

Quelle: Statistisches Bundesamt

yes/AFP



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insgesamt 108 Beiträge
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Seite 1
arioffz 20.01.2011
1. Ist doch
Zitat von sysopPreisaufschläge vor allem bei Butter, Obst und Gemüse: Lebensmittel sind im vergangenen Jahr um 1,6 Prozent teurer geworden - allein im Dezember stiegen sie um 3,6 Prozent. Am härtesten trifft dies einkommensschwache Haushalte. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,740486,00.html
kein Problem, durch die wachsende Wirtschaft -ja den Boom- die massenhafte Neueinstellung von Mitarbeitern, die für diesen Aufschwung gebraucht werden, mehr Netto vom Brutto und die gehaltvollen Lohnzuwächse werden dies doch mehr als ausgleichen. Wir sind schließlich Export-Weltmeister.
nemesis001 20.01.2011
2. Na wenn...
süßes billiger wird und man sich das Normalessen nicht mehr leisten kann, muss man halt auf Süßes umsteigen. Isst mann mehr süßes, wird man vielleicht dickker. Dadurch wiederum dümmer und man isst noch mehr Süßes. Ein undurchdringlicher Kreislauf. Was erreicht man damit? Das Volk verdummt noch mehr. Man kann dem Volk noch mehr Müll verkaufen und das Volk noch mehr ausbluten lassen. Es hat sich in den letzten 1000 Jahren nicht viel geändert, nur die Methoden sind heute anders.
Roueca 20.01.2011
3. 'Was soll das Gejammere...
... es gibt grund zur Freude: Ab Dez. 2011 erhält der Bürger rückwirkend € 2.90 pro Monat mehr zum Ausgeben! Jubel! Jube! Hurra! Salve Kanzlerin! Danke! Danke!
neokenny, 20.01.2011
4. Alle? Nicht alle ...
Zitat von Roueca... es gibt grund zur Freude: Ab Dez. 2011 erhält der Bürger rückwirkend € 2.90 pro Monat mehr zum Ausgeben! Jubel! Jube! Hurra! Salve Kanzlerin! Danke! Danke!
Die Rentner, Alg-Empfänger und Geringverdiener allerdings nicht. Tolle Leistung...
Doctor Feelgood 20.01.2011
5. Meinen tief empfundenen Dank an die Politik...
...die es Spekulanten und Finanzhaien immer wieder ermöglicht, mit Preistreibereien auf Energie und Rohstoffe die Bürger auszunehmen. Zudem werden deren hart erarbeitete Steuergelder inzwischen gleich ohne Umweg an die Banken abgeführt. Das nennt man Demokratie - ein Hoch auf die schwarz-gelb-grün-rote Einheitspartei. Manchmal wünscht man sich, es wäre das Jahr 1792......
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