Berliner Großflughafen Eröffnung in 2016 soll "akut gefährdet" sein

Ist selbst 2016 nicht zu schaffen? Die Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens BER könnte sich laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" erneut verzögern. Der geplante Termin sei einem hochrangigen Mitarbeiter zufolge "akut gefährdet".

Fluggastbrücke auf dem künftigen Hauptstadtflughafen BER (Archivbild): Start im Jahr 2016 in Gefahr
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Fluggastbrücke auf dem künftigen Hauptstadtflughafen BER (Archivbild): Start im Jahr 2016 in Gefahr


Berlin - 2012, 2013, 2014, 2015 - kippt jetzt auch 2016? Die Eröffnung des neuen Berliner Großflughafens könnte sich noch weiter verzögern. Ein hochrangiger Mitarbeiter der Flughafengesellschaft, der Architekt und Baufachmann Harald Siegle, habe in einem Brief an mehrere Aufsichtsräte geschrieben, dass eine Inbetriebnahme für das Jahr 2016 "akut gefährdet" sei, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Siegle kritisiere in dem Brief, es fehle eine klare Planung, das Handeln sei von Aktionismus ohne angemessene Abstimmung und Sachkunde geprägt. Der Zeitung zufolge ist Siegle Leiter des Real Estate Managements, das die Immobilien des auch unter dem Kürzel BER bekannten Flughafens vermarktet.

Diesen Bereich wolle Airport-Chef Hartmut Mehdorn kurzfristig auflösen und aufteilen. Damit gingen "eine Reihe von Funktionen verloren, die für die Betriebssicherheit und die Fertigstellung des BER wesentlich sind", schrieb der Architekt dem Bericht zufolge.

BER-Sprecher Lars Wagner sagte auf Anfrage, dass sich die Flughafengesellschaft grundsätzlich nicht zu internen Organisations- und Personalangelegenheiten äußere: "Die zügige, sichere und verlässliche Inbetriebnahme des Flughafens steht im Zentrum unseres Handelns."

Der neue Berliner Flughafen sollte eigentlich im Juni 2012 eröffnet werden. Wegen technischer Probleme wurde dieser Termin wie später auch noch weitere gekippt. Mehdorn hatte zuletzt einen Start erst 2016 nicht mehr ausgeschlossen. Die Kosten werden inzwischen auf mehr als fünf Milliarden Euro taxiert, ursprünglich waren rund zwei Milliarden angesetzt.

lgr/dpa/Reuters

insgesamt 121 Beiträge
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Altesocke 29.03.2014
1. Da gibt es doch nur eines:
Alle Verantwortlichen feuern und in Regress nehmen, abreissen, nochmal anfangen. Mist, das kann ja schon vorne an nicht losgehen. Verantwortliche findest nicht, nur solche, bei denen es auf grund der Bezahlung halbwegs so aussieht, sie koennten Verantwortung in dem Bereich haben. Ausserdem geht so etwas, koste es was es wolle, ja auch bei politischen Projekten ueberhaupt nicht! Naja, 2017 ist ja auch ein gutes Jahr. Um die eroeffnung auf 2018 zu verschieben!
Alfred Ahrens 29.03.2014
2. Wowereit und der Aufsichtsrat sollte man vor Gericht stellen,
absolute Unfähigkeit! Opa Mehdorn mit seinen kauzigen Ideen hat das MHD lange überschritten und sollte sich besser am Zaun mit seiner Nachbarin streiten. Die einzige Alternative ist Sperenberg, eine griechische oder türkische Baufirma hin und in 2,5 Jahren koennen die Piloten da starten und landen. Ansonsten gehen da noch zig Milliarden an Steuergeldern verloren.
spon-facebook-1261351808 29.03.2014
3. Medienhype
Können die Medien nicht endlich einmal aufhören, jedem Gerücht über einen möglichen Eröffnungstermin nachzujagen? Die Flughafengesellschaft sagt seit über einem Jahr, dass ein verbindlicher Termin dann mitgeteilt wird, wenn er auch sicher eingehalten werden kann. Niemand hat bisher behauptet, dass der BER 2016 an den Start geht. Einfache Sache.
micromiller 29.03.2014
4. enrico honeckers rache aus dem jenseitz
oder wenn sich sozialdemokraten von der theorie in die praxis wagen.
spon-facebook-1261351808 29.03.2014
5. kosten?
es ist immer ein Irrtum von anfänglichen Baukosten von 2 mrd. zu sprechen. noch während der Bauzeit wurde der airport kapazitativ fast verdoppelt... deswegen ja die Probleme mit dem brandschutz. aber ein doppelt so großer flughafen ist eben auch fast doppelt so teuer. im übrigen hat auch kein Journalist oder "experte" den boom im berliner luftverkehr vorausgesehen... all das ist bei einer wirklichen bewertung zu berücksichtigen...
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