Berliner Pannenflughafen Neuer Termin für neuen BER-Eröffnungstermin 

Mit Startterminen für Berlins neuen Flughafen ist dessen Aufsichtsrat vorsichtig geworden: Berlins Bürgermeister Müller will sich erst im April festlegen, ob der BER noch 2017 eröffnet wird.

Hauptterminal des Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER)
DPA

Hauptterminal des Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER)


Beim neuen Hauptstadtflughafen peilen die Verantwortlichen trotz großer Risiken weiter eine Eröffnung 2017 an, wollen sich aber erst im April festlegen. "Das ist immer noch möglich, aber wir müssen jetzt auch zur Kenntnis nehmen, dass es schwierig wird, dass es sehr knapp wird mit diesem Zeitrahmen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) als Vorsitzender des Aufsichtsrats nach einer Sondersitzung des Kontrollgremiums.

Ob 2017 noch klappt, will Flughafenchef Karsten Mühlenfeld bei der nächsten Aufsichtsratssitzung am 22. April bekannt geben. Bis zum Oktober soll der genaue Termin genannt werden. Im Streit um den neuen Regierungsflughafen in Berlin erzielten die Verantwortlichen indes eine vorläufige Einigung.

Demnach bleibt es dabei, dass Staatsgäste nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld dort zunächst in einem Interimsbau empfangen werden und fünf Jahre später das endgültige Terminal für Staatsgäste in Betrieb geht. Damit sind Vorschläge des Flughafenchefs Karsten Mühlenfeld vom Tisch, Staatsgäste länger als fünf Jahre oder sogar dauerhaft im Interimsbau zu empfangen. So wollte Mühlenfeld Platz schaffen für zusätzliche Passagiere auf dem Gelände des neuen Großflughafens.

Müller kritisiert Flughafenchef für Kündigung

Mühlenfeld soll im April fünf Varianten vorlegen, wie der neue, 310 Millionen Euro teure Regierungsflughafen trotz knappen Zeitplans fünf Jahre nach der BER-Eröffnung in Betrieb gehen kann. Er hatte im Februar dem Bund den Mietvertrag für eine zwischenzeitlich vorgesehene Interimslösung gekündigt und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) empört, der daraufhin die Sondersitzung veranlasste.

Müller sagte im Anschluss, die Kündigung werde nicht weiterverfolgt. Hier habe es "ohne Not eine Konfrontation" gegeben. Auch über den Sinn der Reaktion könne man streiten.

Der Geschäftsführer soll den Aufsichtsrat künftig besser informieren. Mühlenfeld hatte die Kündigung in einer Sitzung des Gremiums wenige Tage später nicht erwähnt. Jedoch brachten auch die Aufsichtsräte des Bundes sie nicht zu Sprache.

"Es gibt noch eine Chance, 2017 einzuhalten"

Für die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens hatte die Flughafengesellschaft zuletzt den Wechsel auf den Winterflugplan im Oktober 2017 angepeilt. Notwendige Nachbesserungen an den Bauunterlagen gefährden jedoch das Ziel. "Wir sind der Meinung: Es gibt noch eine Chance, 2017 einzuhalten", sagte Mühlenfeld. Auch ein Start im November oder Dezember sei möglich. "Die globale Erwärmung hilft: Im November und Dezember gibt es meist noch kein Eis."

Der dann drittgrößte deutsche Flughafen sollte eigentlich 2011 in Betrieb gehen. Wegen Technikproblemen, Baumängeln und Managementfehlern sind jedoch schon vier Eröffnungstermine geplatzt. "Je schneller, desto besser", gab Müller nun die Devise vor, ergänzte aber: "Irgendwelche politisch gesetzten Termine wird es mit mir nicht geben."

"Man kann nur davor warnen, sich jetzt krampfhaft auf einen Eröffnungstermin zu fokussieren", teilte der Bundestagsverkehrspolitiker Herbert Behrens von der Linken mit. "Die 2012 auch vom Bund geforderten Endspurtmaßnahmen zur Fertigstellung des BER hatten katastrophale Folgen." Der Grünen-Haushaltspolitiker Sven-Christian Kindler warnte unterdessen vor weitreichenden Folgen für den Bundeshaushalt, wenn der Flughafen erst 2018 in Betrieb gehen sollte.

ade/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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ZornigerMitmischer 11.03.2016
1. Brülldüsige Kerosinstinker
Der BER ist groß genug, baldige Eröffnung überflüssig. Brülldüsige Kerosinstinker braucht in Zukunft eh' niemand mehr. Schon heute brauchen nur zwei Typen Mensch dieses Verkehrsmittel: Menschen mit falschen, von der Industrie erzeugten Bedürfnissen, die ihr Glück im All-Inclusive Urlaub irgendwo auf der Welt zu finden glauben. Und besinnungslose Geschäftsleute auf der Hatz nach dem nächsten Business-Termin. Die nachhaltige Gesellschaft der Zukunft ist keine Luftverkehrsgesellschaft, sondern regional/dezentral und lokal vernetzt.
rumal55 11.03.2016
2. Lang lang ist's her.
Kann mich noch gut an die 70er Jahre erinnern. Damals ging keine Großbaustelle weltweit ohne deutsches Know how. Deutsche Ingenieure, Techniker und Facharbeiter, waren für ihre Effektivität bekannt und begehrt. Und heute?.... Das Trauerbeispiel BER zeigt wo wir gelandet sind, dank Ökologischer Phantasien einer technikfeindlichen Politik Rot-Grüner Träumer und dem ....Billig iss geil.... Wenn es bis 2018 nicht klappt mit BER , können wir ja die Türken bitten uns zu helfen, denn sie haben dann ihren....übrigens größten Flughafen der Welt..... schon in Betrieb genommen. Ja so ändert sich die Welt und Deutschland träumt weiter.
oecher 11.03.2016
3. Und das schlimmste ist,
das diejenigen, die unsere Steuergelder so mißbraucht und letztendlich - und dies ist wohl nur folgerichtig - persönlich davon profitieren, zum x-ten Male laufen gelassen werden und keine Strafverfolgung befürchten müssen. Das dumme Volk bezahlt es ja.
rumal55 11.03.2016
4. Bitte nicht zuweit aus dem Fenster lehnen,
......Sie könnten rausfallen. Wäre interessant zu erfahren, worauf sich ihre Behauptung stützt, BER sei groß genug bei einem prognostiziertem Wachstum von 5% jährlich in der zivilen Luftfahrt: Zu ihrer Information, Das Internet ist im Moment dabei, ihre wie sie formulieren, " Brülldüsige Kerosinstinker " zu überholen, was den CO 2 Ausstoß betrifft. Ihre Ansicicht, über ...besinnungslose Geschäftsleute... kann unkommentiert bleiben, spricht sie doch für sich! Ihrer nachhaltigen Gesellschaft der Zukunft wünsche ich viel Glück, sie werden es bitter nötig haben, aber wahrscheinlich werden sie nicht satt davon! PS: bitte gehen Sie in Sachen CO2 Ausstoß mit gutem Beispiel voran, in dem Sie ihren perönlichen Ausstoß reduzieren in dem Sie auf Postings dieser Art verzichten.
pressezombi 11.03.2016
5. Theoretisch und praktisch
ist es immer unterschiedlich zu definieren. Theoretisch soll der Flughafen 2017 eröffnet werden.Aber praktisch ist es schwierig in der Baubrange den Termin einzuhalten, denn es geht nicht nur um Geld, sondern um eine Bauphase, bei der immer etwas dazwischen kommt.
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