Berliner Flughafenchef Mehdorn gibt Demokratie Schuld an teuren Großprojekten

Nicht Planungsversagen und ahnungslose Politiker - aus Sicht des Berliner Flughafenchefs Hartmut Mehdorn tragen klagende Bürger die Hauptschuld an Kostenexplosionen bei Großprojekten. Bürgerbeteiligung in der Demokratie sei zwar gut, koste aber extra.

BER-Chef Mehdorn: Demokratie-Aufpreis bei Großprojekten einrechnen
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BER-Chef Mehdorn: Demokratie-Aufpreis bei Großprojekten einrechnen


Hamburg - Der Chef des Hauptstadtflughafens BER, Hartmut Mehdorn, hat dazu aufgerufen, bei Großprojekten künftig Mehrkosten für die Bürgerbeteiligung von Anfang an einzurechnen. "Keine Autobahn, keine Schienentrasse, kein Flughafen ohne Widerstand", sagte Mehdorn. "Wir zahlen einen Aufpreis für Demokratie", sagte Mehdorn mit Blick auf die Kosten von Beteiligungsverfahren. "Wir können froh sein, dass wir ihn zahlen müssen", fügte er aber hinzu.

Schuld an diesem Aufpreis seien die Bürger. Mehdorn kritisiert, dass sich Betroffene häufig erst direkt vor Baubeginn mit Großprojekten auseinandersetzen und ihre Klagen vortragen. In einem Gastbeitrag im "Handelsblatt" nennt er Stuttgart 21 als Beispiel: In der Planungsphase des Bahnhofsprojekts habe man in den betroffenen Kommunen hohe Zustimmung erfahren, erst nach Baubeginn sei es zu Protesten gekommen. Er sei deswegen erstaunt, dass viele nun eine zu geringe Bürgerbeteiligung bei dem Projekt kritisieren.

Mehdorn spricht aus eigener Erfahrung: Im April entschied ein Gericht zu Gunsten eines Klägers, der den Lärmschutz des von Mehdorn gemanagten Flughafens als unzureichend kritisiert hatte.Der Flughafen BER schockiert die Öffentlichkeit seit Monaten mit explodierenden Kosten, der Eröffnungstermin wurde mehrfach verschoben. Zuletzt musste Mehdorn, der das Management der Flughafengesellschaft im März übernahm, einen Millionenverlust präsentieren. Im SPIEGEL deutete er an, dass der Flughafen zum Jahresende teilweise eröffnet werden könnte.

ade/dpa

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WernerS 24.06.2013
1. Lügen
Was man dem Bürger zu Beginn als Stuttgart21 verkauft hat, hat mit der heutigen Baustelle nichts zu tun. Es war zwar schon damals komplett überflüssig aber man hat dem Bürger vorgelogen, man könne die Funktionsfähigkeit nachbessern, ach ja und es würde sich selber finanzieren. Die Chinesen haben es da systembedingt besser. Da werden die Verantwortlichen an die Wand gestellt.
Klaus100 24.06.2013
2. So ist es
Herr Mehdorn hat recht. Stuttgart21 hatte bereits sämtliche Genehmigungsverfahren durchlaufen als die Protestbewegung startete. Damit wurden erhebliche Kosten für die Allgemeinheit verursacht. Genauso funktioniert es bei vielen Großprojekten und bei der Atommüll-Endlagerung. Partikularinteressen gehen zulasten der Steuerzahler. Hört das denn nie auf?
schaufel 24.06.2013
3. Realitäten
Grenzdebil, mehr gibt es dazu nicht mehr zu sagen. Halbdemente Manager werden auf Großprojekte losgelassen und verstehen die Welt und ihre best-geplanten und best-durchgerechneten Großprojekte nicht mehr. Denk ich an Deutschland in der Nacht....
viceman 24.06.2013
4. welch einen unfug gibt der typ von sich!
Zitat von sysopDPANicht Planungsversagen und ahnungslose Politiker - aus Sicht des Berliner Flughafenchefs Hartmut Mehdorn tragen klagende Bürger die Hauptschuld an Kostenexplosionen bei Großprojekten. Bürgerbeteiligung in der Demokratie sei zwar gut, koste aber extra. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ber-flughafenchef-mehdorn-gibt-buergern-schuld-an-teuren-grossprojekten-a-907491.html
so etwas kann man nicht unwidersprochen lassen. der glaubt ja diesen schwachsinn auch noch selbt, ein beweis mehr, daß der ins altersheim gehört, aber nicht auf einen solchen posten. zuersteinmal ist es so, daß sich in der vergabephase alle im preis unterbieten, um den auftrag zu bekommen, dafür darf der sieger dann im verlauf des projektes nochmal richtig zuschlagen- wie gehabt in berlin/hamburg und an vielen anderen stellen.
mjv 24.06.2013
5.
Das ist nur ein Bruchtei der Wahrheit. Tatsächlich ist es oft doch so, dass Großprojekte zunächst bewusst billig gerechnet werden, um sie überhaupt durchsetzen zu können. Dafür sind die Elbphilharmonie und Stuttgart 21 schöne Beispiele.
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