"Goldener Zaunpfahl" 2017 Klett-Verlag mit Negativpreis für Sexismus ausgezeichnet

Mädchen mögen Prinzessinnen und Jungen Piraten. Die Werbebranche nutzt oft Geschlechterklischees. Der Klett-Verlag hat es nun übertrieben und dafür einen Preis bekommen, auf den er sicher gern verzichtet hätte.

Klett-Schulbuchverlag

Mit seinen "Geschichten zum Lesenlernen" hat der Verlag Klett Lerntraining viele Eltern erzürnt. Die blaue Variante des Buchs "Geschichten für Jungs zum Lesenlernen" handelt von coolen Polizisten, Piraten und Kosmonauten - die pinke Ausgabe für Mädchen hingegen von Prinzessinnen und Pferden.

Nun hat der Klett-Verlag dafür den Negativpreis "Goldener Zaunpfahl" in Berlin bekommen. Der Negativpreis kürt das Produkt oder die Werbung, die am schlimmsten mit Geschlechterklischees spielt. Dahinter steckt "Gender Marketing", das Tee, Süßigkeiten, Stifte, Gummistiefel und Sehtests jeweils speziell für Jungen und Mädchen verkauft.

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Gender Marketing: Es muss pink sein

Die Initiatoren Almut Schnerring und Sascha Verlan kritisieren die Verbreitung von Geschlechterstereotypen durch die Werbung. "Gender Marketing möchte uns eine Welt verkaufen, in der Farben, Interessen, Verhaltensweisen und Eigenschaften streng nach Geschlecht getrennt werden", heißt es auf ihrer Webseite. Auf ihrem Tumblr "Die Rosa-Hellblau-Falle" sammeln sie die absurdesten Einsendungen.

In der Jury sitzen Margarete Stokowski, Nora Gomringer, Daniel Bröckerhoff, Tarik Tesfu, Ferda Ataman, Petra Lucht und Anke Domscheit-Berg, die aus den eingesendeten Produkten einen Gewinner bestimmen.

sjk



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