Berufsausbildung Wie Europas Jugendliche im Stich gelassen werden

Jeder fünfte Jugendliche in Europa hat keine Arbeit, dabei fehlen überall Fachkräfte. Eine neue Studie zeigt, was schiefläuft.

Berufsausbildung in Europa: In vielen Ländern weit unter ihren Möglichkeiten
DPA

Berufsausbildung in Europa: In vielen Ländern weit unter ihren Möglichkeiten

Von


Sie sind jung, sie wohnen bei ihren Eltern, sie haben keine Perspektive. Millionen Jugendliche in Europa finden keinen Job. Anfang 2014 waren laut dem europäischen Statistikamt Eurostat 5,5 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren in der Europäischen Union arbeitslos - eine Quote von 22 Prozent. Und das obwohl die Lösung des Problems offensichtlich scheint: eine fundierte Ausbildung.

"Dennoch bleibt die Berufsausbildung in vielen Ländern noch weit hinter ihren Möglichkeiten zurück", heißt es in einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) - eigentlich ein Institut, das den Arbeitgebern nahesteht. Allerdings wurde die Studie auch durch die Hans-Böckler-Stiftung der Gewerkschaften finanziert sowie durch die Vodafone Stiftung Deutschland und die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Die Forscher haben die Ausbildungssysteme in sieben europäischen Ländern analysiert. Dazu werteten sie Statistiken aus, untersuchten Reformbemühungen und sprachen mit Experten.

Das IW kommt zu dem Schluss, dass in Ländern mit dualen Systemen - also mit einer parallelen Ausbildung in Betrieb und Berufsschule - die Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt besser und schneller gelingt. Als Vorbilder gelten hier Deutschland und die Schweiz. Ein Patentrezept für andere Länder gebe es aber nicht, räumen die Forscher ein. Denn erfolgreiche Berufsbildungssysteme ließen sich nicht einfach ex- und importieren. In Deutschland etwa sei die duale Ausbildung historisch gewachsen und lasse sich nicht ohne Weiteres auf Länder ohne eine entsprechende Tradition übertragen.

Berufsausbildung für Europas Jugend

Fakten zu Ausbildung und Arbeitslosigkeit aus sieben europäischen Ländern.

Deutschland

Deutschland

Deutschland
Bevölkerung
80,8 Mio
Jugendliche mit mindestens Sek II-Bildung*
(20 bis 24 Jahre)
77,1 %
Frühzeitige Schul- und Ausbildungsabgänger
unter den 18- bis 24-Jährigen
9,5 %
Jugendarbeitslosigkeit
(15 bis 24 Jahre)
7,0 %
Anteil Arbeitslose an Bevölkerung
(15 bis 24 Jahre)
3,9 %
Jugendliche, weder in Beschäftigung noch in Ausbildung (15 bis 24 Jahre)
6,4 %
Vorwiegende Struktur der Berufsausbildung
dual (ger. Anteil schulisch)
Ansehen der beruflichen Ausbildung
hoch
Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen
hoch
Italien

Italien

Italien
Bevölkerung
60,8 Mio
Jugendliche mit mindestens Sek II-Bildung*
(20 bis 24 Jahre)
79,9 %
Frühzeitige Schul- und Ausbildungsabgänger
unter den 18- bis 24-Jährigen
15,0 %
Jugendarbeitslosigkeit
(15 bis 24 Jahre)
42,7 %
Anteil Arbeitslose an Bevölkerung
(15 bis 24 Jahre)
11,6 %
Jugendliche, weder in Beschäftigung noch in Ausbildung (15 bis 24 Jahre)
22,1 %
Vorwiegende Struktur der Berufsausbildung
vollzeitschulisch
Ansehen der beruflichen Ausbildung
niedrig
Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen
niedrig
Polen

Polen

Polen
Bevölkerung
38 Mio
Jugendliche mit mindestens Sek II-Bildung*
(20 bis 24 Jahre)
90,4 %
Frühzeitige Schul- und Ausbildungsabgänger
unter den 18- bis 24-Jährigen
5,4 %
Jugendarbeitslosigkeit
(15 bis 24 Jahre)
23,9 %
Anteil Arbeitslose an Bevölkerung
(15 bis 24 Jahre)
8,1 %
Jugendliche, weder in Beschäftigung noch in Ausbildung (15 bis 24 Jahre)
12,0 %
Vorwiegende Struktur der Berufsausbildung
überw. vollzeitschulisch
Ansehen der beruflichen Ausbildung
niedrig
Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen
niedrig
Portugal

Portugal

Portugal
Bevölkerung
10,4 Mio
Jugendliche mit mindestens Sek II-Bildung*
(20 bis 24 Jahre)
72,1 %
Frühzeitige Schul- und Ausbildungsabgänger
unter den 18- bis 24-Jährigen
17,4 %
Jugendarbeitslosigkeit
(15 bis 24 Jahre)
34,8 %
Anteil Arbeitslose an Bevölkerung
(15 bis 24 Jahre)
11,9 %
Jugendliche, weder in Beschäftigung noch in Ausbildung (15 bis24 Jahre)
12,3 %
Vorwiegende Struktur der Berufsausbildung
schulisch
Ansehen der beruflichen Ausbildung
niedrig
Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen
niedrig
Schweden

Schweden

Schweden
Bevölkerung
9,6 Mio
Jugendliche mit mindestens Sek II-Bildung*
(20 bis 24 Jahre)
86,9 %
Frühzeitige Schul- und Ausbildungsabgänger
unter den 18- bis 24-Jährigen
6,7 %
Jugendarbeitslosigkeit
(15 bis 24 Jahre)
22,9 %
Anteil Arbeitslose an Bevölkerung
(15 bis 24 Jahre)
12,7 %
Jugendliche, weder in Beschäftigung noch in Ausbildung (15 bis 24 Jahre)
7,2 %
Vorwiegende Struktur der Berufsausbildung
schulisch
Ansehen der beruflichen Ausbildung
mittel
Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen
niedrig
Schweiz

Schweiz

Schweiz
Bevölkerung
8,1 Mio
Jugendliche mit mindestens Sek II-Bildung*
(20 bis 24 Jahre)
85,8 %
Frühzeitige Schul- und Ausbildungsabgänger
unter den 18- bis 24-Jährigen
5,4 %
Jugendarbeitslosigkeit
(15 bis 24 Jahre)
8,6 %
Anteil Arbeitslose an Bevölkerung
(15 bis 24 Jahre)
5,8 %
Jugendliche, weder in Beschäftigung noch in Ausbildung (15 bis 24 Jahre)
7,3 %
Vorwiegende Struktur der Berufsausbildung
dual (ger. Anteil schulisch)
Ansehen der beruflichen Ausbildung
hoch
Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen
hoch
Großbritannien

Großbritannien

Großbritannien
Bevölkerung
64,3 Mio
Jugendliche mit mindestens Sek II-Bildung*
(20 bis 24 Jahre)
84,1 %
Frühzeitige Schul- und Ausbildungsabgänger
unter den 18- bis 24-Jährigen
11,8%
Jugendarbeitslosigkeit
(15 bis 24 Jahre)
16,9 %
Anteil Arbeitslose an Bevölkerung
(15 bis 24 Jahre)
9,8 %
Jugendliche, weder in Beschäftigung noch in Ausbildung (15 bis 24 Jahre)
11,9 %
Vorwiegende Struktur der Berufsausbildung
schulisch (ger. Anteil dual)
Ansehen der beruflichen Ausbildung
niedrig - mittel
Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen
niedrig - mittel
Quelle: IW Köln

* in Deutschland fällt darunter etwa Abitur, Fachabitur oder eine abgeschlossene Berufsausbildung

Dennoch gibt es nach Ansicht der Studienautoren Faktoren, die zum Erfolg eines Ausbildungssystems beitragen:

  • Engagement von Unternehmen: Auszubildende würden dann am besten auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts vorbereitet, wenn Unternehmen selbst an der Ausbildung mitwirken, heißt es in der Studie. Dieses Engagement sei einer der Hauptgründe, weshalb in Ländern mit dualem Ausbildungsmodell die Jugendarbeitslosigkeit deutlich niedriger ist.

  • Image der Berufsausbildung: Wenn die Ausbildung einen guten Ruf hat, entscheiden sich viele Jugendliche dafür. In vielen europäischen Ländern, etwa in Italien oder Portugal, werde die Ausbildung aber nur als zweite oder dritte Wahl gesehen, heißt es. Die Vorteile einer Berufsausbildung müssten daher den Jugendlichen dort "stärker kommuniziert" werden.

  • Durchlässigkeit: Die Forscher plädieren für Weiterbildungsmöglichkeiten. Jugendlichen sollte etwa nach der Ausbildung ein Studium offenstehen.

  • Flexibilität: Die Ausbildung müsse mit der "sich stetig verändernden Arbeitswelt" Schritt halten und sich ihr anpassen, heißt es in der Studie. Besonders dafür geeignet sei neben der dualen Ausbildung ein Aufbau nach Modulen, wie es ihn in Großbritannien und zunehmend auch in Polen gibt. Dabei werden Zertifikate über einzelne Lerninhalte ausgestellt. Diese Bausteine können dann flexibel kombiniert werden.

  • Beteiligung von Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbänden: Vor allem in Deutschland und der Schweiz ist ihr Einfluss groß. Gemeinsam mit der Politik entwickeln sie Berufsprofile und definieren Bildungsinhalte. In Deutschland haben Azubis Arbeitnehmerrechte und werden vom Betriebsrat vertreten. In Polen haben die Sozialpartner hingegen nur beratende Funktion.

  • Berufsberatung: Jugendliche und ihren Eltern müssen mit Blick auf Ausbildungswege, Inhalte und Arbeitsmarktperspektiven besser beraten werden, fordern die IW-Autoren. Vor allem Großbritannien habe hier Fortschritte erzielt: Seit der Einführung des National Career Services 2012 bietet das Land eine umfangreiche Berufsberatung an, bei der sich künftig auch Unternehmen stärker einbringen sollen.

  • Internationaler Austausch: "Internationale Berufserfahrung und Fremdsprachenkenntnisse werden in der globalisierten Welt und mit Blick auf den europäischen Binnenmarkt immer wichtiger", heißt es in der Studie. Insbesondere Auslandsaufenthalte förderten die persönliche Entwicklung, die Selbstständigkeit und die Organisationsfähigkeit der Teilnehmer. Die Forscher kritisieren, dass in Europa bisher vor allem Auslandsaufenthalte von Studenten gefördert werden, nicht aber von Azubis. So würden mit dem EU-Programm Erasmus derzeit zwei Millionen Studenten und nur 650.000 Auszubildende unterstützt. Die Förderung von Azubis müsse daher erweitert werden.

  • Mobilität innerhalb der Länder: Hier sehen die Forscher neben anderen Ländern insbesondere in Deutschland Aufholbedarf. "Bewerber und offene Stellen liegen in verschiedenen Regionen und aufgrund mangelnder Mobilität bleiben Jugendliche unversorgt und Ausbildungsstellen vakant", heißt es.

Die Forscher loben aber auch die Reformbemühungen. Alle Länder hätten in bestimmten Bereichen innovative Ansätze gefunden, um die Berufsausbildung zu stärken. Sie könnten "voneinander lernen und miteinander gestalten".

Das wünschen sich Europas Jugendliche für ihre Ausbildung
Davide Del Popolo (24) aus Italien, Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik in Berlin

Ich habe vor meiner Ausbildung in Italien Informatik studiert. Danach hatte ich es schwer, Arbeit zu finden. Im Studium wurde uns zu viel Theorie vermittelt, die mir auf dem Arbeitsmarkt nichts gebracht hat. Hier kann ich das, was ich lerne, gleich anwenden.

In Deutschland gibt es tolle Werkstätten. Und auf dem Arbeitsmarkt hat man nach einer Ausbildung wirklich gute Chancen. Das System in Deutschland hat ja weltweit einen guten Ruf.

So etwas wie eine Ausbildung gibt es in Italien nicht. Wer arbeiten will, der geht in einen Betrieb. Dort fängt er ganz unten an – als Lehrling. Das bedeutet aber nicht, dass er ausgebildet wird. Theoretische Grundlagen werden ihm kaum vermittelt.

Nach der Ausbildung würde ich gerne noch den Bachelor machen. Längerfristig möchte ich in einem großen Unternehmen arbeiten. In welchem Land ich das tun werde, das kann ich jetzt noch nicht sagen. Es würde sicher nicht schaden, im selben Betrieb zu bleiben. Das Unternehmen kennt mich und ich kenne die Unternehmenskultur.

Tonicha Watson (18) aus Großbritannien, Ausbildung zur Mechatronikerin für Bahntechnik in Berlin

In England ist die Uni sehr teuer. Und trotzdem ist es so, dass viele junge Leute nach dem Studium keine Arbeit finden. Ich wollte aber unbedingt echte Arbeitserfahrung sammeln.

In meinem Feld, der Mechatronik, gab es in England nicht viele Ausbildungsmöglichkeiten. Das Bildungssystem in England ist noch immer stark auf die Universitäten zugeschnitten. Wer praktische Erfahrungen sammeln will, hat es nicht leicht. Aber auch in Großbritannien verbessert sich das System langsam.

Hier bin ich nicht immer nur in einer Schulumgebung. Ich arbeite auch in der Werkstatt und in Fabriken. Das gefällt mir sehr gut. Ich finde aber, dass Azubis auch im deutschen System ruhig noch mehr Zeit damit verbringen könnten, in der Fabrik zu arbeiten.

Ich werde nach Großbritannien zurückgehen. Mein Spezialgebiet ist die Bahntechnik. Meine Ausbildung und meine Arbeitserfahrung werden mir auf dem Arbeitsmarkt sicher helfen. Und auch die Tatsache, dass ich eine weitere Sprache spreche.

Tomasz Dunal (25) aus Polen, Ausbildung zum Mechatroniker in Berlin

Mir gefällt, dass die Ausbildung mir schon am Anfang ein Stück finanzielle Sicherheit gibt. Ich kann gleichzeitig lernen und Geld verdienen. Ich hatte in Polen schon studiert, war mir aber nicht sicher, dass ich Arbeit finden würde.

So etwas wie ein duales System gibt es in Polen nicht. Gut am polnischen System ist aber, dass schon die Schulen immer mehr mit Firmen zusammenarbeiten und so praktische Kenntnisse vermitteln.

In Deutschland arbeiten Azubis sehr viel. Ich kann also viel Erfahrung sammeln. Manchmal wünsche ich mir aber, dass der Ausbildungsplan mehr wie ein Stundenplan in der Schule aufgebaut wäre. Also mit Zwei-Stunden-Blöcken statt Wochenblöcken zu einem Thema: zwei Stunden Getriebe, zwei Stunden Mechanik und so weiter.

Es wäre schön, nach der Ausbildung in Polen zu arbeiten, wieder zu Hause zu sein. Ich bin aber relativ offen. Mir ist wichtig, dass man dort, wo ich arbeite, Fachkräfte schätzt – und nicht nur Ingenieure. Und dass es nach der Ausbildung viele und gute Übernahmemöglichkeiten gibt.

Gianluca Donadio (18) aus der Schweiz, Ausbildung zum Informatiker im Bereich Systemtechnik in Zürich

Ich interessiere mich sehr für Informatik und wollte sicherstellen, dass ich hier eine Grundausbildung habe. Außerdem hatte ich nach der obligatorischen Schulzeit keine Lust, nochmal die Schulbank zu drücken. Ich wollte Arbeitserfahrung sammeln und mein Geld selbst verdienen. Deshalb habe ich nicht studiert.

Die Ausbildung in der Schweiz ist sehr abwechslungsreich. Ich habe zwei Tage Schule und an drei Tagen arbeite ich. Hier kann man die Theorie bei der Arbeit gleich umsetzen. Die Lehrer und Berufsausbilder unterstützen uns.

Nach der Ausbildung würde ich zunächst gerne in der Firma bleiben, um mehr Berufserfahrung zu sammeln. Ich könnte mir vorstellen, danach auch noch zu studieren.

Ich würde auch gerne ein Austauschjahr machen, am liebsten in Australien oder Amerika. Dort würde ich gerne eine Zeit lang arbeiten. Nicht mein ganzes Leben, aber lange genug, um die Kultur dort kennenzulernen.

Umut Ünen (22) aus Deutschland, Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker in Berlin

Ein Studium hatte ich nie wirklich in Aussicht. Und selbst wenn ich mich dafür entschieden hätte, wäre es mir lieber gewesen, zuerst eine Ausbildung zu machen und schon Vorwissen zu haben. Ich wollte nicht ins kalte Wasser springen.

An der Ausbildung gefällt mir die enge Verknüpfung zwischen der Berufsschule und der Lernwerkstatt. Wir haben immer zuerst eine Phase, in der uns Informationen vermittelt werden. Daran schließt sich immer eine Projektphase an, in der wir Werkstücke fertigen. Ich würde mir da manchmal wünschen, dass wir bei der Auswahl dieser Projekte mehr selbst mitgestalten können. Im Allgemeinen bin ich aber zufrieden.

Für meine Zukunft hoffe ich zunächst auf eine Festanstellung. Danach könnte ich mir auch vorstellen, mich weiterzubilden, also Ausbilder zu werden, zu studieren oder auch ins Ausland zu gehen. Im Moment weiß ich aber noch nicht, ob ich mir den Ruck dazu geben kann.

Tiago Vitoriano (22) aus Portugal, Ausbildung zum Mechatroniker in Berlin

Nach der Schule war ich mir zwar unschlüssig darüber, was genau ich tun wollte. Ich wusste aber von Anfang an, dass mir die Praxis wichtig war. Ich bin dann aus Lissabon nach Deutschland gekommen. Im ersten Lehrjahr war ich viel damit beschäftigt, die Sprache zu lernen. Im zweiten Jahr ging es mit der Betriebsphase richtig los.

In Portugal ist die Ausbildung staatlich. Man bekommt keinen Vertrag mit einem Betrieb. Es gibt nur eine kurze Betriebsphase von zwei Monaten am Ende der Ausbildung.

Der größte Vorteil des deutschen Systems ist, dass man hier gleich einen Vertrag mit einer Firma unterschreibt. Außerdem sammelt man viel mehr praktische Erfahrung. Und die Werkstätten sind hier besser. Dafür hat man in Portugal mehr allgemeine Grundlagen, mehr Mathe und Englisch.

Nach der Ausbildung gehe ich wahrscheinlich nach Portugal zurück. Ich würde dort gerne noch studieren. Ein Studium dranhängen und schon währenddessen arbeiten – das wäre perfekt. Vielleicht bleibe ich aber auch in Berlin.



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 126 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hapeschmidt2 21.10.2015
1. Fachkräfte fehlen....?
Wer Fachkräfte sucht, soll einem "Leiharbeiter" eine Festanstellung geben. In Zeitarbeitsfirmen versauern genug Fachkräfte.
Europa! 21.10.2015
2. Handwerk hat goldenen Boden
Eins der Hauptprobleme ist die Überbewertung des Studiums, das unsinnigerweise als Königsweg zu Ruhm und Geld betrachtet wird - selbst bei absoluten Schwachsinnsfächern, die niemandem etwas nutzen. Dass der massenhafte Andrang von außereuropäischen Zuwanderern für die jungen Europäer nicht gerade hilfreich ist, liegt auf der Hand und braucht daher gar nicht erwähnt zu werden.
emporda 21.10.2015
3. Schulversagen
In der BRD gibt es knapp 9% Bildungsaussteiger, die als Analphabetern durchs Leben gehen bzw. deren Fähigkeit ihren Namen und die Strasse zu schreiben die ganze Schulbildung darstellt. Bei 43% Arbeitsfähigen sind das rund 3 Millionen, die nicht vermittelbar sind. Die Deutsche Industrie hat etwa 1,3 Millionen Arbeitsplätze für total Unqualifizierte wie Müllwerker, Toilettenfrau, Nachtwächter usw. Das Problem wird die die vielen Asylanten noch gravieren verstärkt, die haben nicht nur kaum Kenntnis von Sprache und lateinischem Alphabet, sondern auch keine Berufsausbildung.
Baikal 21.10.2015
4. Wozu denn ausbilden
jetzt noch, wo doch die Millionen gut ausgebildeter Fachkräfte nur so über die Grenzen strömen? solche sogar, die dann auch noch zur sozialen Korrektur der Mindestlöhne alleine durch ihre Masse schon benutzt werden können? Nein, Europa macht alles richtig, sonst wäre ja nicht ein Obersteuerhinterzieher der oberste Europäer. Qualität setzt sich eben durch und jetzt auch noch Quantität. Das ist das Wirken des Hegelschen Weltgeistes ganz dialektisch bis zum Bürgerkrieg.
florian.73 21.10.2015
5. Schlimme Lage für junge Leute
Und da soll mal einer sagen uns würden Leute und Fachkräfte fehlen. Der größte Quatsch aller Zeiten. Stichwort Flüchtlinge werden benötigt Erstens gibt es genügend Jugendliche. Zweitens wird die Arbeitswelt immer produktiver. Drittens steigen die Anforderungen an Qualifikation. Flüchtlinge ohne Schulabschluss, ohne Sprachkenntnisse und teils ohne Lese- und Schreibkenntnisse lösen DIESES Problem sicher nicht. Viertens haben wir ein Missverhältnis zwischen Produktivität und Löhnen. On dem Moment in dem ordentliche Lohnsteigerungen kommen und sich Arbeiten z. B. Überstunden auch wieder lohnt und man für Überstunden nicht per Steuerprogression und Grenzsteuersatz häufig mit Sozialabgaben 60% und mehr abdrücken muss haben wir ganz schnell ein Arbeitskräftepotential von locker noch zwei bis drei Millionen Arbeitnehmern. Viele würden Überstunden machen, Teilzeitkräfte Stunden aufstocken manche gar wieder arbeiten anfangen. Es muss sich aber auch lohnen. Wenn man zwanzig Überstunden macht und der Stundenlohn durch Steuerprogression niedriger ist als für die normalen Stunden überlegt sich jeder gut ob er wirklich mehr arbeitet... Und wenn Stunden nicht bezahlt werden braucht man sich schon gar nicht wundern. Fünftens haben wir noch über zwei Millionen Arbeitslose allein in Deutschland. Wir kriegen nicht mal die Jugendlichen jungen Leute in Europa in Jobs.... Aber klar wir brauchen Flüchtlinge wegen Zuwanderung und Fachkräften. Unsinn hoch drei.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.