Urteil des BGH Vermieter darf bei Schäden sofort Geld verlangen

Nach Auszug des Mieters haben Vermieter in bestimmten Schadensfällen Anspruch auf sofortigen Schadenersatz. Bei Schönheitsreparaturen gelten aber nach wie vor Fristen.

Ein Handwerker streicht in Hamburg eine Mietwohnung
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Ein Handwerker streicht in Hamburg eine Mietwohnung


Ein Vermieter kann nach dem Auszug des Mieters in bestimmten Fällen sofort Schadenersatz für Mängel verlangen. Das entschied der Bundesgerichtshofs (BGH) am Mittwoch in Karlsruhe.

Da der Mieter die Verpflichtung hat, die Räume schonend und pfleglich zu behandeln, könne der Vermieter bei einer Beschädigung sofort Geldersatz verlangen - ohne zuvor eine Frist zur Beseitigung gesetzt zu haben. Eine Frist zur Nachbesserung muss ein Vermieter dem Urteil zufolge aber etwa bei Schönheitsreparaturen einräumen.

Zuvor war ein Ex-Mieter aus Bayern mit einer Klage vor dem Landgericht Schweinfurt gescheitert. Er hatte sich gegen finanzielle Forderungen seines früheren Vermieters wegen Schimmelbefalls, ungepflegter Badezimmerarmaturen, eines Lackschadens an einem Heizkörper und Mietausfalls gewehrt. Die Vorinstanzen sprachen dem Vermieter 5171 Euro plus Zinsen zu (VIII ZR 157/17).

hej/dpa-AFX

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insgesamt 18 Beiträge
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nickleby 28.02.2018
1. gut so
Endlich hilft man einem Vermeiter. Abgesehen von den Mietnomaden, sind gerade diese Art Mieter eine Zumutung. Sie machen einen Vermieter misstrauisch. Irgendwie mus man sich ja wehren. Einen Schaden nimmt man ja hin, aber beim zweiten oder dritten sortiert man sehr genau, und zwar nach genau für sich selbst festgelegten Kriterien. Dann ist man zwar immer noch nicht absolut sicher,aber man hat viele mögliche Mietaspirantern vorher effektiv aussortiert.
fx33 28.02.2018
2. Schimmelbefall...
Schimmelbefall ist ein Mangel an der Mietsache, der sogar zu Mietkürzungen führen kann, dafür kann kein Mieter belangt werden.
xc6lx45 28.02.2018
3. Schimmelbefall...
... ist das (je nach Umgebung mehr oder weniger unvermeidbare) Resultat, wenn nicht richtig gelüftet wird. Selbst bei einer Neubauwohnung auf aktuellem Stand wird eine mehrseitige Anleitung mitgeliefert, wie gelüftet werden muss. In einer Altbauwohnung mit undichten Fenstern mag das nicht so wichtig sein, aber da heizt man dann auch zum Fenster raus.
spon_4759401 28.02.2018
4. 80% aller Schimmelbefälle....
Kommen durch falsches Lüften. Daher eher kein Mangel der Mietsache, sondern Sachbeschädigung des Mieters
Sueme 28.02.2018
5.
Zitat von fx33Schimmelbefall ist ein Mangel an der Mietsache, der sogar zu Mietkürzungen führen kann, dafür kann kein Mieter belangt werden.
Das ist so eine Sache, ich zitiere mal aus der Pressemitteilung des BGH, das macht das ganze etwas deutlicher als der Artikel. "Nach der Entscheidung des Berufungsgerichts schuldet der Beklagte dem Kläger diesen Schadensersatz wegen eines von dem Beklagten zu verantwortenden Schimmelbefalls in mehreren Räumen, wegen mangelnder Pflege der Badezimmerarmaturen und eines Lackschadens an einem Heizkörper sowie wegen eines schadensbedingt fünfmonatigen Mietausfalls" Quelle: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&Datum=Aktuell&nr=81249&linked=pm Wäre schöner wenn das auch so im Artikel stehen würde da es den ganzen Vorgang doch etwas verständlicher macht.
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