Madrid - Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy hat mit dem öffentlichen Genuss einer Zigarre den Zorn seiner rezessionsgeplagten Mitbürger auf sich gezogen. Zahlreiche Zeitungen des Landes druckten am Donnerstag Fotos von Rajoy, wie er bei seinem jüngsten Aufenthalt in New York Zigarre rauchte - am gleichen Tag enthüllte seine Regierung ein weiteres Sparpaket.
Der von vielen als Ausdruck eines luxuriösen Lebensstils empfundene Zigarrengenuss sorgte bei den Spaniern für besonders großen Unmut. Viele von ihnen kämpfen angesichts hoher Arbeitslosigkeit gegen den sozialen Abstieg und sollen sich nun noch stärker einschränken. Eine Sprecherin Rajoys erklärte, der Ministerpräsident habe in New York einen extrem engen Terminplan gehabt und diese Zigarrenpause sei seine einzige Erholung gewesen.
Rajoys Regierung stellte am Donnerstag ihr neues Sparprogramm vor. Sie will vor allem im Sozialwesen den Rotstift ansetzen und die Frührente einschränken. Die Spanier machten in den vergangenen Tagen ihrem Unmut über die immer neuen Belastungen Luft. Am Mittwoch kam es in der Hauptstadt Madrid zu Protesten, am Dienstag waren sie in Gewalt umgeschlagen.
cte/Reuters
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