Bildungs- und Teilhabepaket Nur jeder Vierte nutzt Zuschüsse

Rund 2,5 Millionen Kinder in Deutschland haben Anspruch auf Zuschüsse für Schulessen, Nachhilfe oder für den Vereinsbeitrag. Doch nur gut ein Viertel davon macht sie tatsächlich geltend.

Musikschule
DPA

Musikschule


Die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets des Bundes, wie Zuschüsse für Schulessen, Nachhilfe, Musikunterricht oder Vereinssport, werden nur von gut einem Viertel der Berechtigten genutzt. Das geht aus der Antwort des Bundessozialministeriums auf eine Frage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor. Demnach hatten von Januar bis Oktober 2017 im Monatsdurchschnitt gut 2,5 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre Anspruch auf Leistungen. Genutzt wurde das Angebot in diesem Zeitraum von etwa 682.000 Menschen im Monat.

Das Bildungs- und Teilhabepaket war 2011 unter der damaligen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eingeführt worden. Es sieht einen Zuschuss für Familien vor, die schon Sozialhilfe, Wohn- oder Arbeitslosengeld beziehen.

Die Linken-Sozialexpertin Zimmermann kritisierte, die Leistungen würden bei den Berechtigten nicht ankommen. "Das liegt an bürokratischen Hürden und unrealistisch bemessenen Leistungen", sagte die Abgeordnete dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Und die Leistungen zur soziokulturellen Teilhabe sind mit zehn Euro im Monat lächerlich gering." Statt an dem "ineffektiven Bildungs- und Teilhabepaket" festzuhalten, müsse die neue Bundesregierung endlich bedarfsgerechte Leistungen für Kinder einführen. Maßstab müssten die tatsächlichen Kosten sein.

mik/dpa-AFX



insgesamt 36 Beiträge
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AdK 26.03.2018
1.
Kann aus Erfahrung sagen das der Aufwand diese Leistungen zu beantragen in keiner Relation dazu steht. Für 15€ 4 Stunden Behörden Irrsinn? Das nehmen wie im Text festgestellt die wenigsten auf sich.
erzengel1987 26.03.2018
2. mehrere gründe
unwissenheit dass es so etwas gibt schamgefühl und das wichtigste oft muss man wirklich alles angeben und wehe man vergisst etwas das kann teuer werden bei rückzahlungen besser diese bürokratie abbauen. wer einen betrag x verdient und weniger sollte direkt mehr kindergeld erhalten. da spart man personal und verwaltungskosten. und das geld kommt an. ähnlich ist das thema bafög da bedarf es einer bürokraft die mal in 1 stunde drübersieht und jeder bekommt bafög. und die hälfte wird wieder rückgezahlt
fritzijones 26.03.2018
3. Bürokratische Hürden
Auf meinen BuT-Antrag vom Februar 2016, bekam ich im November 2017 Antwort. Darin wurde ich aufgefordert, alle erforderlichen Papiere wie Geburtsurkunden, Vereinsmitgliedschaften, Schulessen, Kita-Gutschein usw. erneut zu schicken. Das ist ein Haufen Rennerei-nochmal. Ich ziehe das dann zwar durch, verstehe aber, wenn da einige Leute den Mut verlieren, und lieber auf das zusätzliche Geld verzichten.
jollen 26.03.2018
4.
Wie viel Geld kann dort denn abgerufen werden? Also insgesamt.
!!!Fovea!!! 26.03.2018
5.
Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie umständlich das ist, auf einer deutschen Behörde einen Antrag zu stellen, damit das Kind Kunst u./o. musische Förderung erhalten kann.... Das ist mit Sicherheit kein Vergnügen, daher kann ich es nachvollziehen, wenn die Eltern das nicht machen... Auch wenn die Eltern sicher "Zeit haben" aufgrund Hartz 4.....
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