Bildungsmängel: Mehr als jeder zweite Betrieb gibt Azubis Nachhilfe

Bruchrechnen? Fehlanzeige. Viele Berufsanfänger scheitern schon an elementaren Aufgaben. Immer mehr Unternehmen greifen deshalb zur Selbsthilfe: Laut einer neuen DIHK-Umfrage bietet mehr als die Hälfte aller Betriebe Kurse und Schulungen für ihre Auszubildenden an.

Auszubildende bei Daimler: Suche nach geeigneten Kandidaten immer schwieriger Zur Großansicht
dpa

Auszubildende bei Daimler: Suche nach geeigneten Kandidaten immer schwieriger

Berlin - Rechnen, Lesen und Rechtschreibung mangelhaft oder allenfalls ausreichend - solche Zeugnisse bekommen Unternehmen immer noch regelmäßig zu sehen, wenn sie Bewerbungen für die angebotenen Ausbildungsplätze durchforsten. Doch es geht nicht allein um Schulfächer und -noten. Immer häufiger hapert es auch bei Schlüsselqualifikationen wie Disziplin, Teamfähigkeit und Pünktlichkeit. Angesichts sinkender Schülerzahlen wird es daher immer schwieriger, alle Stellen mit qualifizierten Kandidaten zu besetzen.

Viele Unternehmen versuchen deshalb, das Problem in Eigenregie zu lösen. Mehr als jeder zweite Betrieb (54 Prozent) organisiert inzwischen Nachhilfe im Unternehmen - in unterschiedlichster Form. Das zeigt die DIHK-Umfrage "Ausbildung 2010" mit über 15.000 Unternehmensantworten, die an diesem Donnerstag in Berlin vorgestellt wird (siehe Grafiken in der Fotostrecke unten).

Jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) sucht darüber hinaus die Unterstützung der Arbeitsagenturen, die ausbildungsbegleitende Hilfen anbieten. 18 Prozent der befragten Firmen gehen das Problem noch offensiver an: Sie bieten Jugendlichen schon während der Schulzeit wöchentliche Praxistage an, um sie auf den Arbeitsalltag vorzubereiten.

Aus Sicht des DIHK sind die Probleme auf diese Weise aber nicht wirklich zu lösen. Die Organisation sieht vielmehr Eltern und Schulen in der Pflicht. Die Verantwortung von Eltern und Schulen dürfe nicht an die Unternehmen abgegeben werden, heißt es in einer Mitteilung.

Fotostrecke

5  Bilder
DIHK-Umfrage: Alle Ergebnisse in Grafiken

mik

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insgesamt 104 Beiträge
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1. .
frubi 08.04.2010
Zitat von sysopBruchrechnen? Fehlanzeige. Viele Berufsanfänger scheitern schon an elementaren Aufgaben. Immer mehr Unternehmen greifen deshalb zur Selbsthilfe: Laut einer neuen DIHK-Umfrage bietet mehr als die Hälfte aller Betriebe Kurse und Schulungen für ihre Auszubildenden an. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,687789,00.html
Ich habe heute Morgen den Chef des DHIK im Morgenmagazin gesehen. Dort sprach er von massiven Verfehlungen der Eltern. Aha. Jetzt sind es auf einmal die Eltern. Den Schulen den letzten Geldhahn zudrehen, Finanzheini`s mit Geld überschwemmen (sind ja systemrelevanter als unsere Kinder) und dann über die Eltern schimpfen. Großes Kino, meine Herren. Nehmen wir nur mal 2 Ausgabeposten im Bundeshaushalt. Militärausgaben und Zinszahlungen für Schulden. Mit diedem Geld könnten wir unser Schulsystem massiv reformieren.
2. zu einfach
robiflyer 08.04.2010
Das die "Erziehungsqualität" bei der Jugend suzessiveAbnimmt ist logisch und eine der Hauptursachen sinddie Firmen selbst. Wer seit xx Jahren einheimische Hochqualifizierte nichteinstellt ( und das bei korrekter Entlohnung und net perZeitverträge o.ä.) braucht sich über die Ernte nicht zu wundern. Wenn Weltfirmen drittklassig besetzte Personalabteilungenhaben, die viertklassige Arbeit ableifern , also miterstklassigen gar nicht umgehen können --- die habenkein Recht über andere zu "lästern" Es ist bekannt ,daß der zb Akademiker keine Kinder mehrin die Welt setzt --- eben wiel sie nicht eingestellt werden cum tempore und nachhaltig..... So und wer setzt noch Kiddies in die Welt . Salopp gesprochen die 16 Jährige , die die Pille vergessen hat
3. Schwarzer Peter
Eberschmidt 08.04.2010
Zitat von frubiIch habe heute Morgen den Chef des DHIK im Morgenmagazin gesehen. Dort sprach er von massiven Verfehlungen der Eltern. Aha. Jetzt sind es auf einmal die Eltern. Den Schulen den letzten Geldhahn zudrehen, Finanzheini`s mit Geld überschwemmen (sind ja systemrelevanter als unsere Kinder) und dann über die Eltern schimpfen. Großes Kino, meine Herren. Nehmen wir nur mal 2 Ausgabeposten im Bundeshaushalt. Militärausgaben und Zinszahlungen für Schulden. Mit diedem Geld könnten wir unser Schulsystem massiv reformieren.
Weil es für Schulen zuwenig Geld gibt, heißt das noch lange nicht, daß sich die Eltern "sorglos zurücklehnen" und den Schwarzen Peter abgeben können. Durch meine Frau (Gymnasiallehrerin) weiß ich, daß es vielen Eltern selbst von Gymnasiasten nicht so sehr auf das Wissen und Können der ihrer Kinder ankommt, sondern auf die (formale) Note und den (formalen) Abschluß. Die besten Lehrer sind für solche Eltern und Kinder diejenigen, die die besten Noten vergeben. Leider gibt es über den Lehrern genügend viele Leute, die von dieser Krankheit ebenfalls angesteckt sind. Gibt ein Lehrer eine schlechte Zensur oder hat die Klasse einen schlechten Durchschnitt, ist der erste Schluß: Der Lehrer hat versagt - nicht etwa die Frage: Was haben die Schüler (und Eltern!) falsch oder schlecht gemacht.
4. Eltern
Nordisch 08.04.2010
Wenn bereits Basisqualifikationen wie Pünktlichkeit, Diziplin und Teamfähigkeit fehlen, sind nicht die Schulen Schuld. Für die Erziehung sind immer noch grundsätzlich die Eltern zuständig.
5. .
PeteLustig 08.04.2010
Zitat von frubiIch habe heute Morgen den Chef des DHIK im Morgenmagazin gesehen. Dort sprach er von massiven Verfehlungen der Eltern. Aha. Jetzt sind es auf einmal die Eltern. Den Schulen den letzten Geldhahn zudrehen, Finanzheini`s mit Geld überschwemmen (sind ja systemrelevanter als unsere Kinder) und dann über die Eltern schimpfen. Großes Kino, meine Herren. Nehmen wir nur mal 2 Ausgabeposten im Bundeshaushalt. Militärausgaben und Zinszahlungen für Schulden. Mit diedem Geld könnten wir unser Schulsystem massiv reformieren.
Wenn wir das Jahresbudget der Berufsfeuerwehren auf Null absenken, hätten wir mehr Geld für abgebrannte Häuser zur Verfügung. * übrigens einer der Gründe für das katastrophale Schul-Bilanz der Sprösslinge in 2. und 3. Generation vieler Türkischen Einwanderfamilien: Analphabetische/bildungsferne Eltern können (teilweise wollen, denn Kinder sollten zu den Eltern aufschauen, nicht umgekehrt...) ihre eigenen Kinder nicht entsprechend fördern.
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