Deflation in Deutschland Ganz schön billig

Fallender Ölpreis, schrumpfende Verbraucherkosten: Zum ersten Mal seit der schweren Wirtschaftskrise 2009 kosteten Waren und Dienstleistungen im Januar durchschnittlich 0,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Supermarktkasse: Deflation nur vorübergehender Natur
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Supermarktkasse: Deflation nur vorübergehender Natur


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Wiesbaden - In Deutschland sind die Verbraucherpreise im Januar zum ersten Mal seit über fünf Jahren wieder gesunken. Die Teuerungsrate habe im Jahresvergleich bei minus 0,3 Prozent gelegen, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden nach einer ersten Schätzung mit. Zuletzt waren die Preise in Deutschland im Jahresvergleich im September 2009 zurückgegangen. Volkswirte hatten jetzt eine Deflation von lediglich 0,1 Prozent erwartet.

Im Vergleich zum Vormonat fielen die Verbraucherpreise im Januar um 1,0 Prozent. Volkswirte hatten einen Rückgang um 0,8 Prozent erwartet. Experten machen vor allem die Talfahrt der Ölpreise für die schwache Inflation verantwortlich - diese sind seit vergangenem Sommer um etwa 60 Prozent eingebrochen.

Beobachter gehen daher davon aus, dass die Deflation nur vorübergehend sein dürfte. Eine gefährliche Spirale aus fallenden Preisen und deswegen sinkenden Investitionen in der Wirtschaft ist für die meisten Experten nicht in Sicht. Ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie hätten die Verbraucherpreise im Januar um 1,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat gelegen.

Der für europäische Zwecke harmonisierte Preisindex sei im Januar um 0,5 Prozent zum Vorjahr gesunken, hieß es weiter. Im Monatsvergleich habe der Rückgang in dieser Abgrenzung bei 1,3 Prozent gelegen. Volkswirte hatten geringere Rückgänge um 1,0 beziehungsweise 0,2 Prozent erwartet.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zuletzt den groß angelegten Kauf von Staatsanleihen beschlossen, um mit dieser weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik gegen die schwache Teuerung in der Eurozone anzukämpfen. Die EZB sieht in der Eurozone die Preisstabilität bei einer deutlich höheren Inflationsrate von knapp zwei Prozent als gewährleistet an. Die Preisdaten aus Deutschland dürften die Geldhüter weiter unter Druck setzen.

Zusammengefasst: Im Januar sind die Verbraucherpreise in Deutschland zum ersten Mal seit September 2009 gefallen. Hauptgrund: Billiges Öl und billige Lebensmittel.

Das SPIEGEL-ONLINE-Wirtschaftsressort testet für eine Woche den "Zusammengefasst"-Absatz. Kritik, Feedback, Anregungen? Bitte hier.

mik/nck/dpa-AFX

Forum - Droht Europa eine Mega-Inflation?
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Kontrastprogramm 02.03.2010
1.
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Die Zockerei gegen den Euro provoziert geradezu die Verknappung der Geldmenge M3 sowie eine Zinserhöhung. Inflation wohl zwangsläufig - aber keine Megainflation.
TvanH 02.03.2010
2.
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Das sind aber auch Themen, so schön apokalyptisch.
Volker Gretz, 02.03.2010
3.
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Was soll uns denn noch passieren? Uns hat's nicht gestört als die 1-DM-Läden in 1-euro-Läden umbenannt wurden, die Brötchen plözlich 90 Pfennig und der Liter Benzin 3,20 DM kostete. Nach dem Euro kann uns doch nichts mehr erschüttern :-) Zahlen und rechnen wir halt in 1/100 Feinunzen oder alternativ: Kleibeträgen werden mit Schweizer Taschenmessern, Zigaretten, Alkohol - größere Anschaffungen mit Rolexmodellen bezahlt. ;-)
Astir01 02.03.2010
4.
Bis ein Kind in die grüblerische Stille hinein ruft: "Aber, der König hat ja gar nichts an!" bleibt alles mehr oder weniger beim Alten. Schon heute übersteigt der "Wert" aller Guthaben den aller Waren und Dienstleistungen um einen bedeutenden Faktor. (etwa 10) Durch die exzessive Kreditvergabe zum Nulltarif vergrößert sich diese Diskrepanz immer weiter. So wie eine Bank bankrott geht, wenn alle Einleger gleichzeitig kommen und ihre Guthaben abheben wollen, so würde auch der Wert der Guthaben selbst verfallen, wenn alle Menschen gleichzeitig ihr Geld würden in Waren und Dienstleistungen umtauschen wollen. Bis es soweit ist, verfressen und versaufen die Bürger der USA aber auch die Griechenlands das Geld das wir Deutschen und die Chinesen sparen. Die Griechen haben z.B. eine "Sparquote" von -5%, d.h. sie geben 5 % mehr Geld aus als sie verdienen. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, und den letzten beißen die Hunde.
Oskar ist der Beste 02.03.2010
5.
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Inflation zerstört die Demokratie http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,681172,00.html was fuer ein Beitrag im Jahre eins nach dem neoliberalen Supergau. Das waere so, wenn man 1990 behauptet haette, dass der Wegfall der Mauer im 3. Weltkrieg enden wuerde. Natuerlich darf man eine Inflation nicht ungezuegelt sich ausbreiten lassen, andererseits sind 5% Inflation immer noch besser als 5% Arbeitslosigkeit (so Helmut Schmidt). Und die "Buerger", damit sind natuerlich nur die gemeint, die bereits Vermoegen haben, diejenigen aber, die aus welchen Gruenden von Transferleistungen leben, koennen sehr wohl davon leben, dass es eine hoehere Inflation in Folge eines hoeheren Wachstums gibt, denn in dem Szenario haben diese "Empfaenger" naemlich eher wieder einen ertraeglich bezahlten Job. Und mit Hohngelaechter denken wir noch an den famousen Steinbrueck, der doch tatsaechlich von Inflationsgefahren faselte in 2009 als die deutschen Unternehmen zu 70-80% ausgelastet gewesen sind.
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