Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Billionen-Minus: US-Regierung rechnet mit Haushaltsdesaster

Hiobsbotschaft für Barack Obama: Die US-Regierung muss ihre Schätzung für das Haushaltsdefizit bis 2019 massiv nach oben schrauben. Das Minus soll auf rund neun Billionen Dollar steigen. Beobachter erwarten, dass der politische Druck auf den US-Präsidenten nun stark zunimmt.

US-Präsident Obama: Defizit von neun Billionen Dollar bis 2019 Zur Großansicht
AP

US-Präsident Obama: Defizit von neun Billionen Dollar bis 2019

Washington - Auf die USA kommen harte Zeiten zu: Das Haushaltsdefizit des Landes wird in den kommenden zehn Jahren deutlich höher ausfallen als bisher erwartet. Zwischen 2010 und 2019 werde das Minus auf rund neun Billionen Dollar (rund 6,3 Billionen Euro) steigen, sagte ein Vertreter der Budget-Abteilung des Weißen Hauses am Freitag.

Noch im Mai war die Regierung sehr viel optimistischer gewesen: Damals erwartete Washington ein Minus von rund 7,1 Billionen Dollar bis 2019. Die jetzige Anhebung wurde jedoch nötig, weil die USA im Frühjahr noch von einer weitaus schwächeren Rezession ausgegangen waren.

Ohnehin sind Zehnjahresprognosen eine heikle Angelegenheit - denn durch die reale Entwicklung von Wirtschaft und Steuereinnahmen können sie schnell hinfällig werden. Dennoch rechnen Beobachter damit, dass Präsident Barack Obama durch die negativere Prognose verstärkt unter politischen Druck geraten könnte. Aus dem Kongress könnte ihm Widerstand drohen, zudem könnten Käufer von US-Schuldverschreibungen angesichts des ausufernden Defizits nervös werden.

Im laufenden Jahr erwarten die USA allerdings ein geringeres Haushaltsdefizit als bislang angenommen. Das Defizit werde sich auf 1,58 Billionen Dollar anstatt der bisher prognostizierten 1,84 Billionen Dollar belaufen, hatten Regierungsvertreter Ende der Woche mitgeteilt. Der Fehlbetrag im Fiskaljahr zum 30. September würde damit 11,2 Prozent der gesamten US-Wirtschaftsleistung betragen - das wäre weiterhin das höchste Minus seit dem Zweiten Weltkrieg.

yes/AFP/Reuters

Diesen Artikel...
Forum - US-Wirtschaft - Wie geht es weiter?
insgesamt 166 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Gebetsmühle 22.08.2009
Zitat von sysopHiobsbotschaft für die US-Regierung von Präsident Obama, das Haushaltsdefizit des Landes wird in den kommenden zehn Jahren deutlich höher ausfallen als bisher erwartet. Das Minus soll auf rund neun Billionen Dollar steigen. Wird das die Politik Obamas beeinflussen?
hier sieht man, was kommt: http://ambassadors.net/images/100_trillion_bill_zimbabwe.jpg
2.
nahal, 22.08.2009
Zitat von sysopHiobsbotschaft für die US-Regierung von Präsident Obama, das Haushaltsdefizit des Landes wird in den kommenden zehn Jahren deutlich höher ausfallen als bisher erwartet. Das Minus soll auf rund neun Billionen Dollar steigen. Wird das die Politik Obamas beeinflussen?
Auch für Obama wird das Sonthofener-Prinzip des FJS gelten: Es muss zuerst viel schlimmer werden, bevor die Einsicht einkehrt.
3. Auf
porsche, 22.08.2009
ein paar Billionen Dollar mehr oder weniger kommt es doch auch nicht mehr an. Die USA stecken so tief in der Sch...., u. mit ihnen der ganze Westen, dass man den kommenden Knall der platzenden Blase jetz schon andeutungsweise hören kann. Ist zwar physikalisch Nonsens, aber was Anderes fällt mir dazu nicht mehr ein. Übrigens hängt auch China ganz schön mit drin, wenn die USA baden gehen.
4. Falschinformationen
stanis laus 22.08.2009
Der Spiegel berichtet, dass das US-Haushaltsdefizit unter Obama (und seinem evtl. Nachfolger) zwangsläufig nach den bisherigen Verschuldungen bis 2019 auf ca. 9 Bio. USD ansteigen wird. Das ist falsch. Es ist die Neuverschuldung. Die jetzigen Staatschulden alleine von "Washington" betragen bereits 11,5 Bio. USD. Bis 2019 werden die Staatschulden also auf über 20 Billionen USD ansteigen. Die Schulden der Bundesstaaten übertreffen dabei die Schulden der US-Bundesregierung bei weitem. Der Staat USA ist also mit dem 4-fachen des jährlichen BSP verschuldet, die fast nur in den staatlichen Konsum (Kriege) hineingeflossen ist. Glaubt irgend jemand, der 30.000 Euro Netto im Jahr hat, dass seine Bank ihn ein Überziehungskredit von 120.000 € einräumen würde? Das wäre der Vergleich. Die Zinsen alleine würden bei meiner Bank im Jahr über 15.000 € ausmachen, also über die Hälfte des Einkommens - und da sind noch keine Tilgungen drin. Deshalb muss doch die US-Regierung mit der von den Privatbanken der USA gesteuerten Notenbank (anders als das europäische System) diese Wahnsinnspolitik der niedrigen Zinssätze betreiben, damit nicht die Hälfte des Staatshaushaltes alleine an Zinszahlungen anfällt. Geldmarktpolitik hat in den USA nicht mehr mit Konjunktursteuerung zu tun, sondern dient alleine dem Zweck, noch der Regierung noch Finanzmittel zu beschaffen. Red alert, red alert. Aber alle Warnleuchten an. Daraus ergab sich auch die aktuelle Krise der internationalen Finanzmärkte. Die Bundesrepublik muss sich nun von der Entwicklung der USA zu einem völlig bankrotten Staat noch rechtzeitg befreien. Sonst wird Deutschland in spätestens 4 Jahren in den Orkus mitgerissen werden. Der Vorteil der bankrotten USA liegt alleine darin, dass die nun ihre größenwahnsinnigen Rüstungsprojekte stoppen müssen und keine Kriege mehr führen können. Wahrscheinlich können sie demnächst noch nicht einmal für Ramstein bezahlen und wir werden damit den letzten Rest der Besatzer los. Über die Raketenabwehr gegen iranische Raketen (lach), -die es nicht gibt- in Polen und Tschechien wird nicht gebaut werden. Die Aufregungen darüber waren verfrüht. Die können Grosssysteme nicht mehr finanzieren. Sie mussten aus dem Irak raus (und die Menschen dort mit dem Desaster, was sie angerichtet haben alleine lassen), weil sie die Besatzung nicht mehr zahlen konnten. In Afghanistan wird es ähnlich verlaufen. Zwangsläufig wird es so kommen und es wird die heute im Spiegel veröffentlichten Planzahlen der Neuverschuldung konterkarieren, weil die Finanzwelt der US-Regierung keine Kredite mehr gibt. Die letzten Staatschuldverschreibungen der USA mussten bereits von der Notenbank teilweise selbst aufgekauft werden, weil keine Bank diese Schrottpapiere noch haben wollte. Noch nicht einmal die chinesische Staatsbank, geschweige denn die Banken der Ölstaaten. Wer im Westen bei dieser Presse noch stichhaltige Informationen haben will, muss Twittern oder Foren lesen. Traurig das, dass das Niveau der deutschen Journalistik so abgesackt ist, dass die schon nicht mehr die Fakten bewerten können.
5. Stinken ...
raka, 22.08.2009
Es war doch klar, dass die Hinterlassenschaften der Bush-Regierung über kurz zu stinken anfangen. Nun ist es so weit. Leider wird es Obama zugeordnet und es ist zu fürchten, dass die nächste Präsidentschaft wieder ein Republikaner stellt.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: