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"Milliardärsstraße" in London: Wenn Luxus verfällt

Londoner Bishops Avenue: Die teuersten Ruinen Fotos
Getty Images

Die Londoner Bishops Avenue gilt als eine der teuersten Straßen Großbritanniens. Doch wie der "Guardian" nun zeigt, sind viele der Villen zu Ruinen verkommen. Trotzdem machen einige der Eigentümer damit ein Geschäft.

London - Es waren prächtige Bauten. Riesengroß, gepflegt. Mit weitläufigen Grundstücken und vor allem: stinkreichen Eigentümern. Die Bishops Avenue im Norden Londons ist als "Milliardärsstraße" bekannt. Sie wurde im vergangenen Jahr zur zweitteuersten Straße in Großbritannien gekürt, wie der "Guardian" berichtet. Industrielle wohnen hier, Verleger und Mitglieder der saudischen Herrscherfamilie. Doch an einigen Stellen bröckelt die Fassade ganz gewaltig.

Feuchte Wände im Festsaal, Farne auf den Bodendielen, Skelette von Tauben und Eulen auf den verrottenden Teppichen: So beschreibt der "Guardian" den aktuellen Zustand in einigen der Häusern.

Insgesamt stehen laut "Daily Mail" mindestens 16 Villen in der Bishops Avenue leer, sie seien gemeinsam etwa 427 Millionen Euro wert. Einige der Häuser sind demnach in den vergangenen 25 Jahren zu Ruinen verfallen. Die anderthalb Kilometer lange Straße "ist zu einer der teuersten Wüsten weltweit geworden", zitiert der "Guardian" einen der Hauseigentümer, Anil Varma. Mindestens 120 Zimmer stünden in den unbewohnten Häusern leer.

An einer Stelle gebe es gleich zehn verfallende Villen nebeneinander, die gemeinsam knapp 89 Millionen Euro wert seien. Seit sie zwischen 1989 und 1993 gekauft wurden, stehen sie leer, wie es in dem Bericht heißt. Bei den Eigentümern soll es sich offenbar um die saudische Königsfamilie handeln. Und sie hat demnach trotzdem Gewinn gemacht: So habe der Kaufwert von einer der Villen 1988 nur bei rund 1,3 Millionen Euro gelegen. Später sei der Immobilienwert in die Höhe geschossen.

"Der Mangel an Häusern in London ist so groß, da fühlt sich das unmoralisch und dysfunktional an", zitiert die Zeitung David Ireland von der Wohltätigkeitsorganisation "Leere Häuser". "Es gibt unendlich viele Menschen, die unter unmöglichen Zuständen hausen - und hier in der Bishops Avenue stehen Häuser, die genutzt werden könnten."

aar

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insgesamt 56 Beiträge
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1. Tja...
akmsu74 01.02.2014
so sind sie, die Herren Spekulanten - auch aber nicht nur aus "Nahost". Geld "machen" können sie ganz prima - aber sie können nichts wirklich erhalten, geschweige denn aufbauen. Wegen "Besitzunwürdigkeit" enteignen - fertig.
2. So soeht es aus
Alternator 01.02.2014
So sieht es aus, wenn eine ehrwürdige Weltstadt zur Hure verkommt. Der Freier schert sich nicht um die Hure und deren Wohlergehen, der Investor nicht um die Stadt..
3. So ist das,
micha.w 01.02.2014
wenn sich Politiker nur noch für die reichen einsetzen. Würde man hier Steuern auf den "Täglichen Wert" ansetzen würden einige der Besitzer etwas unternehmen um dort wieder Einnahmen zu erwirtschaften. Rechnen können sie ja, sonst wären sie ja nicht reich geblieben,geworden. Deshalb lassen sie es ja verfallen, da es nichts lukrativeres gibt als null Investment und 5000% Gewinn durch Preissteigerung des allgemeinen Immobilienmarkts hier in London.
4. Wie war das?
abryx 01.02.2014
Das Besetzen leerstehender Gebäude in GB ist legal?
5.
marthaimschnee 01.02.2014
Solange die Kommunen das dulden, ist das ihr Problem. Hier im Osten geht das inzwischen anders: Frist zur Sanierung setzen, wenn bis dahin nichts passiert, zwangsenteignen und wegen Einsturzgefahr abreißen. Und die ganz gemeine Fortsetzung wäre, dort Sozialwohnungen zu bauen. Gerade in London käme das bei der Masse bestimmt gut an!
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