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Blockupy-Proteste: "Deutschland ist nicht nur Frau Merkel"

Tausende Aktivisten haben in Frankfurt gegen die Politik der Euro-Retter protestiert. Die Protestbewegung Blockupy zeigte sich zufrieden mit der Aktion. Zwei Spanier werteten die Demo als positives Signal - auch im reichen Deutschland gebe es Widerstand gegen die Sparpolitik.

Demonstrantin der Blockupy-Bewegung: "Wir haben unser Ziel erreicht" Zur Großansicht
DPA

Demonstrantin der Blockupy-Bewegung: "Wir haben unser Ziel erreicht"

Frankfurt am Main - Auch vom strömenden Regen ließen sich die Kapitalismuskritiker nicht davon abbringen, vor die Europäische Zentralbank (EZB) zu ziehen. Lautstark protestierten Tausende am Freitagmorgen vor den Absperrgittern rund um die EZB - vor allem gegen die EU-Krisenpolitik. Ein Großaufgebot der Polizei sicherte die Zentralbank ab. Die Demonstranten protestierten auch vor Großbanken, vor Geschäften in der Einkaufszone und am Frankfurter Flughafen.

Direkt vor die Eingangstüren der EZB kamen die Demonstranten gar nicht, nachdem sie am frühen Freitagmorgen von ihrem Camp abseits der Innenstadt zur Zentralbank gezogen waren. Die Straßen rund um die Bank waren bereits lange vorher weiträumig abgesperrt, eine nahe gelegene U-Bahn-Station war geschlossen.

Hunderte Polizisten standen an den Absperrgittern und in den Straßenzügen im Frankfurter Bankenviertel verteilt. Als es vereinzelte Versuche gab, die Absperrungen zu durchbrechen, verhinderten die Einsatzkräfte das. Zum Teil kam dabei auch Pfefferspray zum Einsatz.

Doch der Protest verlief weitgehend friedlich. Die Demonstranten skandierten antikapitalistische Parolen, hielten Transparente wie "Bankraub statt Landraub" hoch oder rüttelten hin und wieder an den Absperrgittern. Manche kamen als Clowns verkleidet, einzelne vermummten sich oder versteckten sich hinter Masken. Andere spielten mit großen Plastikbällen im Frankfurter Dauerregen.

"Wir haben unser Ziel erreicht"

Die Aktivisten zeigten sich zufrieden mit ihrem Protest. "Wir haben unser Ziel erreicht und den Eurotower wie angekündigt mit Massenblockaden dicht gemacht", erklärte Blockupy-Sprecher Roland Süß nach der Aktion. Die EZB symbolisiere das europäische Krisenmanagement zugunsten der Großbanken und sei ein Akteur der "Verarmungspolitik, die Menschen vor allem in den südeuropäischen Ländern ihre Existenz raubt".

Unter den Demonstranten waren auch Bürger aus anderen Euro-Ländern. Zum Beispiel Jesus und Pablo, zwei Spanier, die seit einiger Zeit in Deutschland leben. Sie lobten die Frankfurter Blockupy-Tage als Zeichen an Demonstranten in ihrer Heimat. Die Spanier merkten so, dass auch im reichen Europa ihr Protest gegen die Sparpolitik geteilt werde, sagte Jesus. "Deutschland ist nicht nur Frau Merkel", meinte der junge Andalusier. Die Bundeskanzlerin ist in den Krisenländern derzeit nicht sonderlich beliebt.

Nach der EZB-Blockade zogen die Demonstranten weiter durch die Stadt. Mehrere hundert Menschen protestierten etwa vor der Deutschen Bank gegen Nahrungsmittelspekulationen. Sie trommelten dabei unter anderem auf leeren Töpfen, die symbolisch für den Hunger auf der Welt standen. Am Frankfurter Flughafen richtete sich der Protest gegen die Abschiebung von Flüchtlingen.

Und auf der Einkaufsmeile Zeil im Zentrum Frankfurts wollten sie unter anderem auf die Produktionsbedingungen in der Textilbranche hinweisen und blockierten dazu verschiedene Geschäfte, die zumindest zeitweise ihre Türen schlossen oder gleich die Gitter davor herunterließen.

cte/AFP

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insgesamt 86 Beiträge
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1. Form
alfred13 31.05.2013
Und SPON gibt der sog. Bewegung, die sich sowieso totgelaufen hat, und diesen Chaoten ein Forum. Einige tausend? Vermutlich einige hundert!
2. Hauptsache dagegen!
Archimedes_da_Siracusa 31.05.2013
Wer sich nur so oberflächlich mit dem Thema beschäftigt und dann schon auf die Straße rennt, der brauch mit meiner Sympathie nicht rechnen.
3. Viel zu wenig Protest!
tomrobert 31.05.2013
Da muß noch mehr Dampf rein. Angesichts der Politik bin ich allerdings sehr zuversichtlich das der Widerstand zunehmen wird!
4. lustig .....
ChopinSG 31.05.2013
Zitat von sysopDPATausende Aktivisten haben in Frankfurt gegen die Politik der Euro-Retter protestiert. Die Protestbewegung Blockupy zeigte sich zufrieden mit der Aktion. Zwei Spanier werteten die Demo als positives Signal - auch im reichen Deutschland gebe es Widerstand gegen die Sparpolitik. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/blockupy-proteste-in-frankfurt-verlaufen-friedlich-a-903144.html
Leute, ich war selbst dort, ca. 2,5 Stunden..... Es war echt lustig, ca. 5.000 Bereitschaftspolizisten in unzaehligen Waegelchen, in vielen Nebenstrassen und dann ein paar hundert nicht ganz ernst zu nehmende Demonstranten vor einigen Geschaeften auf der Zei in FRA. So goldig :) Nicht ganz vergleichbar mit meinen eigenen Anti - Vietnam - Kriegs - Demos vor ~ 30 Jahren ....... lol. Aber trotzdem, nicht falsch, immerhin koennen wir hier demonstrieren. Das ist ja nichr ueberall so .....
5. aber hallo
e-cdg 31.05.2013
Zitat von sysopDPATausende Aktivisten haben in Frankfurt gegen die Politik der Euro-Retter protestiert. Die Protestbewegung Blockupy zeigte sich zufrieden mit der Aktion. Zwei Spanier werteten die Demo als positives Signal - auch im reichen Deutschland gebe es Widerstand gegen die Sparpolitik. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/blockupy-proteste-in-frankfurt-verlaufen-friedlich-a-903144.html
Tausende Aktivisten? Da war wohl der Wunsch Vater des Gedankens: 400 Protestlerlein haben sich in Frankfurt getroffen, gut dass es nicht regnete, sonst hätte die Demo im Saale stattgefunden, eine Turnhalle hätte gereicht für den 'Verdauungsspaziergang' . armseelig, und das in einer Statd, die für ihre Protest-Szene bekannt war. Der spätere Aussenminister Josef Fischer hat hier seine 'Lehrjahre' verbracht !
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