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Frauen in Führungspositionen: Konzerne verfehlen gesetzliche Quote

Top-Managerin Ann-Kristin Achleitner: Aufsichtsrätin für Metro und Linde Zur Großansicht
DPA

Top-Managerin Ann-Kristin Achleitner: Aufsichtsrätin für Metro und Linde

Seit Januar gilt die Frauenquote für Aufsichtsräte - doch häufig wird sie noch nicht eingehalten. In den Kontrollgremien der Konzerne sind laut einer Studie erst 22 statt der vorgesehenen 30 Prozent weiblich.

In den Aufsichtsräten an der Börse gehandelter Konzerne stellen Frauen mit einem Anteil von 22 Prozent immer noch weniger Personal als vorgesehen. Die seit Jahresbeginn geltende Quote von 30 Prozent wird längst noch nicht eingehalten, wie eine Studie der gewerkschaftsnahen Böckler-Stiftung ergab.

Die verbindliche Frauenquote gilt seit 1. Januar für Aufsichtsräte von 108 großen Unternehmen, die gleichzeitig börsennotiert und deren Mitbestimmung paritätisch besetzt ist. Wird die Quote bei der Neuwahl des Aufsichtsrats nicht erreicht, bleibt der Platz leer. Flexiblere Regelungen gelten für mittelgroße Firmen.

Es sei nicht absehbar, wie schnell die neue Vorgabe Frauen in Führungspositionen umgesetzt wird, teilte die Studienautorin Marion Weckes mit. "Viele Hauptversammlungen, auf denen Neu- und Nachbesetzungen beschlossen werden, stehen noch aus."

Immerhin habe sich der Frauenanteil in den Kontrollgremien in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt, heißt es in der Studie. So waren 2005 nur zwölf Prozent der Räte weiblich. Die Zunahme führt Weckes unter anderem auf Empfehlungen zur guten Unternehmensführung durch den Deutschen Corporate Governance Kodex zurück.

Auffällig ist, dass Frauen von Anteilseignerseite in die Kontrollgremien entsandt werden. Wurden 2005 von den ohnehin nur wenigen weiblichen Aufsichtsräten 87 Prozent von den Arbeitnehmern gestellt, holten die Anteilseigner auf. Ende 2015 stellten sie immerhin 45 Prozent der Frauen in Aufsichtsräten.

apr/dpa

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1.
spiegelleser987 08.03.2016
Vor ein paar Jahren gab es schon mal so eine Information. Damals hatte die ..... mmmhhh, wie sagt man ... Mitgliedin eines Aufsichtsrates gesagt, dass sie keine weiteren Frauen finden konnten. Warum darf heute niemand mehr freiwillig etwas entscheiden? Der Gesetzgeber legt doch beim Fußball auch nicht fest, wieviel Tore die Mannschaft bei einem Fußballspiel garantieren müssen. Beim Bergbau hat der Gesetzgeber auch noch keine Quote für die untertage arbeitenden Frauen festgelegt. Frauen dürfen wohl heute nicht selbst entscheiden, was sie tun wollen?
2. Quote gilt für Neubesetzungen
JBond 08.03.2016
Die Quote gilt aber nur für Neubesetzungen - sprich in etwa jedes 3. neue Aufsichtsratmitglied muss eine Frau sein. Der aktuelle Frauenanteil an der Gesamtzahl hat daher keine Aussagekraft ob die Quote gehalten wurde oder nicht.
3. Ist doch ganz einfach,
ertz1241 08.03.2016
auch für die Arbeitgeberseite: Für die Kohle wird sich ja wohl irgendeine formal qualifizierte Dame finden lassen, die dann das tut, was die anderen ihr sagen um diesen behördlichen Quatsch zu umgehen.
4.
acitapple 08.03.2016
Zitat von ertz1241auch für die Arbeitgeberseite: Für die Kohle wird sich ja wohl irgendeine formal qualifizierte Dame finden lassen, die dann das tut, was die anderen ihr sagen um diesen behördlichen Quatsch zu umgehen.
Laut den Grünen genügt ja eine "akademische Ausbildung". Man schaue sich nur mal deren Parteiprogramm zu diesem Punkt an. Von Qualifikation steht da nichts. Was macht der Aufsichtsrat ? Bestellt und entlastet den Vorstand. Trifft sich wenige Male im Jahr und kassiert dafür mehr Kohle als die meisten Angestellten/-innen. Stimmt, dafür findet sich bestimmt eine Frau mit Bachelorabschluss. Wenn es mal ganz dicke kommt, ist es immer noch "der Aufsichtsrat", der einen Fehler begangen hat, nicht die unqualifizierten Quotenfrauen darin. Also alles wieder ok.
5. Passender Artikel
!!!Fovea!!! 08.03.2016
"zufällig" am Internationalen Frauentag.....
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